VorWorte

Wissen schafft auch Leid[en]. Das nur zur Komplettierung und als Hintergrund für das Fragezeichen.

Dieses Blog ist eine persönliche Frage- und Antwort-Reise, mit dem Ziel das Wirklichkeit in {und aus} das ein-zu-bringen, was auch daIst: *ich.

Wissen schafft Freude? Wie? Indem das aktuelle Wissen angewendet wird, statt auf das Gestern und dessen "Wissen" zu setzen.

Viel Freude beim lesen.

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Mittwoch, 5. März 2025

Bewusst-daSein

Nichts wäre *mir oft lieber, nichts zu spüren (Bewusst-Heit), vollkommene Stille, vollkommene Schwärze oder Weisse, ohne Punkt und Fleck und Verschiedenheit, ganz allein, ganz Ohne, ganz Nicht. Ist jedoch nicht, dieses DaSein ist, und somit bin auch *ich, und muss spüren, was IST; ob *ich will oder nicht.

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Den folgenden Text schrieb *ich am Montag, 6. August 2012

Wie ist Bewusst-Sein?

Dieser Beitrag ist ein weiterer Baustein in diesen Blogs zur Beantwortung der Frage: Was ist eigentlich dieses Bewusst-Sein genau?

Gestellt vom Blog-Autor und vom Blog-Autor auch irgendwann einmal für das persönl*iche Selbst beantwortet, der, wie Sie wissen, kein professioneller Wissenschaftler ist, aber ein begeisterter und allseits interessierter Mensch. 

Weil das so ist, *ich also keine Reputation als Fach-Forsch-Es aufweise, nehme *ich als Grundlage, als AusgangsMaterial, für die Fragen, Vorstellungen und Antworten, die Aussagen und Ergebnisse des jeweiligen Faches oder der jeweiligen Fächer, - damit meine Sätze auf einem nachprüfbaren Boden stehen und wachsen, manchmal vielleicht schief, manchmal auch stark und hungrig zur Sonne hin -, und arbeite darein und danach eigene Erkenntnisse, Fragen, Betrachtungen und auch mögliche Antworten aus.

Sie, die Les-Es, können auch zuerst nur die Grundlage lesen, *ich habe sie DunkelOrange eingefärbt und meine Sätze - die in Schwarz belassen sind - erstmal überlesen. Und *ich habe jede Menge Verweise (Links) eingefügt, nur falls Sie das eine oder andere genauer recherchieren möchten. Die Verweise sind auch nicht hinter Begriffen versteckt, damit Sie auf den ersten Blick wissen, worauf Sie da eventuell klicken.

Das Text ist also ein ausformuliertes kritisches Selbst-Lesen fremder Texte. Kennen Sie vielleicht bereits von-s ich; früher habe *ich in Büchern unterstrichen und am Rand die Bemerkungen und Ausrufezeichen hinterlassen, meine Bücher sind teils ziemlich eingefärbt und die Ränder kaum mehr frei. Hoffentlich ist es für Sie lesbar, erweiternd und auch erheiternd, wie es das für mich war und ist.

Ich vermische hier interessantes Neues aber auch Altbekanntes von Fremden, mit persönlichem Vor-Wissen (das ja meist auch von Fremden stammt), aber auch mit positiven, wie negativen spontanen Anmerkungen und dann auch für mich sich dabei neu ergebenden Erkenntnissen oder Ideen. Ist teils mühevoll, aber der Ertrag wiegt die Mühe auf.

Das Ziel ist, wie immer in meinen Beiträgen, die Erkenntnis in das Wirklichkeit zu erhöhen, die Illusionen oder Fehl-Informationen darin und davon zu verringern, um einem kleinen Selbst mittendrinn in das Wirklichkeit Klarheit zu erschaffen.

Die AuftaktFrage meines Suchens und Schreibens lautete: Was ist?

Wo *ich doch am Anfang so oft die launische und auch schmerzende Frage hören musste: Was bildest du Dir ein!? Und sie ist noch ohne stabilisierende Antwort, denn *ich erwarte längst keine vollständige Antwort mehr, um Himmels willen, die ist zu GROSS und ZU WEIT für Uns Alle, die Wir sind (DaSein).

Nein, aber wenigstens ein wenig genügsame Klärung und Haltung und Einfühlsamkeit in das Wirklichkeit, damit nur ein ganz winzig kleiner Blick in das Jetzt, das Heute ja vielleicht, hohoho, in die Zukunft gelingt, denn, wenn ein-Es weiss, was ist?, kann ein-Es ein winziges bisschen extrapolieren (http://de.wikipedia.org/wiki/Extrapolation) und das wäre doch schon was, für Uns kleine Selbst, so ein kleines Blickchen nach Vorne und nicht immer nur nach Hinten, - Wenige auch zur Seite -, oder?

Los gehts mit der Selbst-Betrachtung des Bewusst-Seins im Spiegel oder auch in der Röhre oder auch im Anderes Selbst, beim bewusst sein oder auch nicht. Ach ja, noch ein kleiner Hinweis: diese (Klammern) in die Redebeiträge der Forscher (wieder nur Männer, aber *ich habe sie nicht ausgewählt) habe ich zur Verdeutlichung eingefügt, darin sind auch Originalzitate enthalten, in diesen {Klammern} sind, wie bereits bekannt, meine Einlassungen.
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Aufgezeichnet aus einer Dokumentation, die auch auf arte gesendet wurde, mit dem Titel: "Faszination Bewusstsein" (Le cerveau en miroir), von Philippe BaylaucqFrançoise Lindemann und Veronique Moison, aus 2008.

Prof. Bruno van Swinderen 
(http://web.qbi.uq.edu.au/vanswinderen/),
" ... und ich denke, der dritte Kampf {Warum so (ver)Ka(r)ampf(t)? Aber egal, der erste Kampf war, für Prof. van Swinderen, die Annahme der Tatsache, das Erde-Mond ein kleines Planetensystem sind, das um eine Sonne kreist, Der zweite K(r)ampf (Verzeihung für meine Beharrlichkeit!) war die Annahme der Erkenntnis, dass das Mensch ein Säugetier ist und keine ausserirdische oder auch irdische Besonderheit mit ÜberStatus. Aber auch ein Archaee würde diese Besonderheit behaupten, also auch da sind Wir Menschen ganz natürlich, aber zurück in den Text: ... der dritte Kampf} wird sich darum drehen, dass unser Bewusstsein nichts besonderes ist, es ist nicht mehr als ein Aufmerksamkeitsmechanismus, wie ihn jedes Tier besitzt, gepaart mit unseren Erinnerungen. Es kommt darin nur zu einer je besonderen Interaktion, weil jedes Lebewesen einzigartig ist, aber im Grunde sind wir nicht komplexer als eine Fliege, ein Hund oder auch eine Katze."

Prof. Walter J. Freeman, USA:
(http://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Jackson_Freeman_III
oder http://sulcus.berkeley.edu/FreemanWWW/manuscripts/wjfmanuscripts.html
und http://sulcus.berkeley.edu/)
"Wir Tiere leben in einem Meer aus chemischen Substanzen (Sea of Chemicals), so finden wir unsere Nahrung, sammeln Informationen über unsere Mitmenschen, unsere Feinde, oder unsere Beute, suchen uns einen Unterschlupf oder einen Partner. Für all dies benutzen wir vorwiegend unsere Nase. Betrachtet man die Entwicklung des Gehirns im Laufe der Geschichte der Arten, ist der Geruchssinn {Die RiechReize nehmen bis Heute den kürzesten und direktesten Weg in die alten Hirnbereiche (HirnStamm (http://de.wikipedia.org/wiki/Hirnstamm), das ist u.a. der erste Bereich in dem die Sinnesreize zusammenlaufen und der bei Bedarf unsere Reflexe auslöst, also z.B. auch den Rückzugsreflex bei Berührung von etwas kaltem/heissem. Die meiste Körpersteuerung muss ohne Bewusst-Sein auskommen!), anders als alle anderen Wahrnehmungen, die erst über jeweilige Zentren (z.B. den auditiven Kortex, http://de.wikipedia.org/wiki/Auditiver_Kortex) in den Hirnstamm und die bewusstseinsbildenden Bereiche der Aufmerksamkeit eingeführt werden. Der Geruch ist also der (heimlich) bedeutendste, zumindest aber der direkteste Sinnesreiz} der Schlüssel zur Entwicklung neuronaler Mechanismen der Intentionalität {Absichtlichkeit: Ausrichtung aller physischen Akte auf ein reales oder ideales Ziel}. Um sich in der grenzenlosen Komplexität der chemischen Welt um uns herum {Warum nur immer und überall diese Herausnahme des Selbst, oder sogar des ganzes Menschheit aus der Umgebung? Nein, die chemische Welt ist nicht nur UM Uns herum, Wir sind BioChemie. Sie ist also auch Ich. Aber gut, die Nase riecht vorwiegend nach draussen, aber Jede Nase riecht auch das Selbst und das kann so angenehm oder unangenehm sein, wie Es ist; ob mit Deodorant oder im Schweisse der Ungewaschenheit von Sport oder der Arbeit.} zurechtzufinden zu können, mussten die Tiere lernen, sie zu riechen, zu unterscheiden und zu katalogisieren (zu bewerten und einzuordnen). Wir können unmöglich alle chemischen Substanzen in unserer Umwelt identifizieren, sondern nur die wichtigsten. Die wir mit Hilfe von Neurotransmittern {BotenMoleküle, die in den synaptischen Spalt zwischen zwei Neuronen ausgeschüttet werden, um Zustände, Erregungen und Informationen weiterzuleiten, also anregen (z.B. Glutamat) oder auch zu hemmen (z.B. GABA) http://de.wikipedia.org/wiki/Neurotransmitter}, wie Noradrenalin, Acetylcholin, Dopamin und Serotonin erkennen. Dank dieser klassischen chemischen Transmitter selektieren wir, was wichtig für uns ist.
Ich fand heraus, dass das Gehirn das Tier dazu drängt, zu handeln und die Reize von aussen einzuordnen, die als Energiepakete wahrgenommen werden. {"Das Gehirn drängt"? Womöglich noch gar nur ein einziges Neuron, dass das Ganze Lebewesen (z.B. ein Mensch) drängt? Mir machen solche Einengungen und Zuspitzungen immer grosse Probleme, gerade was so eine grundsätzliche Funktion eines Lebewesens, wie die HandlungsErregung angeht. Die Sicherung des Umfelds, die Nahrungssuche und die Partnersuche zur Fortpflanzung, also die wichtigsten Gründe für den "Drang" zur Bewegung, "Forschung" und Urteilsfindung eines Lebewesens sind nicht (allein) im Gehirn zu suchen (vielleicht gerade dort überhaupt nicht, Was weiss das schon?, vielleicht in der rechten kleinen Zehe?, ja, genau!, genau dort sitzt der Antreiber des Organismus Mensch, und drückt und fordert und schreit ins Gehirn: Beweg Dich endlich Du ARSCH!, damit ich endlich in die Schlappen komme: Idiot! Aber genau dort hat eben noch Keines gesucht. Falls Sie Zeit und Lust haben mehr über das Wort: "Gehirn" und unseren Umgang damit zu erfahren, klicken Sie auch in den Dezember 2011 in diesem Blog oder gleich hier auf: "Das Mensch um das Gehirn"; viel Spass dabei), sondern sind feinst verteilt auf alle Zellen, die einen Körper bilden und das sind beim Menschen bekanntlich an die 100 Billionen Zellen, also auch etwa 100 Billionen hungrige Lebensformen, inklusive der etwa 100 Milliarden Nervenzellen des menschlichen Gehirns. Aber einem GehirnWissenschaftler sei verziehen, dass Er oft genug den Rest vergisst und das Forschungsobjekt überbetont und überbewertet, aber Wir, die Wir AUCH Gehirn sind, brauchen das ja nicht einfach hinnehmen. Also mich drängt mein Magen am häufigsten zu einer Bewegung, wenn ich die Hungrigkeit mal wieder (wahrscheinlich fälschlicherweise) auf ein Organ einenge, und mein Sack drängelt mich auch dauernd mit der einen oder anderen Frau zu flirten, obwohl?, vielleicht ist es aber auch die Hirnanhangdrüse (http://de.wikipedia.org/wiki/Hypophyse) und die Angst vor oder auch durch die Überwältigung aus dem UmFeld, drängt so manchen Worterguss und so manches Schockbild zur Bestätigung ins Bewusst-Sein, womit ich wieder im Gehirn bin.} Diese Energiepakete bewirken eine Reaktion einiger isolierter Neuronen und die Auflösung deren bestehender Strukturen (Verbindungen). {Energiepaket ist also Alles was vom Aussen im Innen übrig bleibt? Ein gestandenes MateriePaket, z.B. ein Mensch, wird im anderen Lebewesen (Hund, Katze, Mensch, Leguan, ...) zum Energiepaket. Da haben Sie die Repräsentation, die später noch öfter bei Prof. Naccache Erwähnung findet. Alles Aussen wird im Innen zur Energie. Jeder Stein, den Sie in die Hand nehmen, wird innerhalb der Haut zu Energiepaketen, die von der Berührung durch die Hand oder auch den Hintern, wenn Sie draufsitzen, in Form von Energie durch das Lebewesen wandert, bis das Energiepäckchen auch irgendwo in Eines landet, wo es bekannt ist, wo ein paar Neuronen stehen oder sitzen und dem Rest vermelden: Hei, das kenn' ich, das ist doch ein Stein, oder eben auch Gertrud oder Fritz oder Nadeschda oder Ahmed oder Lei Fang, der nette Neurologe von Nebenan, und die anderen Zellen im Organismus sind beruhigt und atmen aus und melden, ach so nur der Lei Fang, na gut, dann können wir ja weiterarbeiten, oder will der Uns an die Neuronen!?} Danach nehmen die Neuronen die Aktivität wieder auf und knüpfen neue Verbindungen, um dieses neue Wissen aufzunehmen und aufzubauen. Doch um dieses Wissen aufzubauen, braucht es mehr als nur einen einmaligen Input. Der Input muss sich viele male wiederholen, es muss so lange geschnüffelt und geschnuppert {und hingetastet und hingehört und hingesehen und hingeschmeckt} werden, bis das Wissen über unsere Umwelt vorhanden ist {in der zweiten Erwähnung wird Prof. Freeman eine Problemstellung benennen, Bitte merken Sie dafür diese Stelle an.}, bis mit dem letzten Schüffeln einige wenige Neuronen ausreichen, um ein Aktivitätsmuster zu erstellen {Die Neurologie hat inzwischen erwiesen, dass oft schon ein Neuron zur Gesichtserkennung ausreicht, wenn das Mensch dieses Gesicht (diese Person) ausreichend kennt. Das ist absolute Effektivität. Wenn z.B. die Mutter in der Masse anderer Gesichter erscheint, "ruft" dieses eine Neuron, in einem RIESIGEN Konzert von Milliarden anderer Neuronen laut "HIER!" und aus dem Sprach(Wort-)zentrum wird das Wort "Mutter" in die bewusst-seins-bildenden Bereiche gemeldet und das Mensch -denkt- nun und erkennt: Da ist doch meine Mutter: "Hallo Mutti! Hier bin ich, hier drüben. Wo bist Du denn solange geblieben? ... Zum nun öfter verwendeten Begriff: "Kortex", hier ein Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Grosshirnrinde}.
Und derselbe Prozess, wie für die Geruchswahrnehmung und Bewertung, wird auch beim Hören, im auditiven Kortex, beim Sehen, im visuellen Kortex (http://de.wikipedia.org/wiki/Visueller_Kortex) und beim Tasten, dem somatosensorischen (http://de.wikipedia.org/wiki/Somatosensorischer_CortexKor-tex, verwendet.
Diese grossen Neuronenpopulationen {z.B. im auditiven Kortex} werden Neuropil genannt (http://de.wikipedia.org/wiki/Neuropil). Die Neuronen bilden ein Geflecht aus ineinander greifenden Fortsätzen, den Axonen und Dendriten, sowie den Zellkörpern und Kapilaren, die die Nährstoffe für das gesamte System liefern. Das erste Neuropil bildeten die landlebenden Salamander aus und später auch die Vögel. Sie alle besitzen einen dreischichtigen Kortex, dieser Kortex hat bis zum Ende der Dinosaurier (< 65 Mio. Jahre) ausgereicht. Doch mit der Weiterentwicklung der Säugetiere kam es dann zu einem Fortschritt (Wandel), die Natur entwickelte in den Säugetieren einen Kortex aus sechs Schichten, also eine Verdoppelung. Das bemerkenswerte ist, dass die Gehirne damit ganz neue Wachstumsmöglichkeiten hatten und die teils hundertfache Grösse erreichten. Im Konkurrenzkampf zwischen einem Säugetier mit Neo-Kortex und einem Vogel, Fisch oder Reptil ist das Säugetier eindeutig im Vorteil.
Das wichtigste am Neo-Kortex ist die Oberfläche. Sie vergrössert sich ohne das Volumen dabei zu erhöhen, indem sie sich faltet. Deswegen sind die beiden Hemisphären nicht einfach flach, sondern von Furchen durchzogen und zu einer festen Masse komprimiert, die klein genug ist, um den Geburtskanal zu passieren. Vor der Geburt ist der Kortex noch nicht aktiv, das Gewebe (Tissue) ist bereit in Aktion zu treten, um die Atmung, die Muskeln und den Schluckreflex zu steuern, aber das Bewusstsein darin schaltet sich erst nach der Geburt ein.
Ein Reiz ist ein Ereignis, das von Aussen kommt und von allen Sinnen in molekulare Fragmente (EnergiePakete) aufgebrochen wird. Das Resultat all dieser punktuellen Prozesse sind Perzepte (http://de.wikipedia.org/wiki/Perzeption), in Form von Wellenpaketen, die spezifisch für die entsprechenden Sinnesbereiche sind. Sie gelangen anschliessend in den HippoCampus (im limbischen Sys-tem: http://de.wikipedia.org/wiki/Hippocampus), wo sie mit [der Raum]Zeit und Ortsangaben versehen werden: Wann und Wo in der Aussenwelt ist das geschehen? Wenn die Informationen dort wieder herauskommen, werden sie an die Kortexe weitergeleitet, einschliesslich des motorischen Kortex (http://de.wikipedia.org/wiki/Motorischer_Cortex), wo sie weiterverarbeitet werden. Die Antwort auf die Frage: Wo befindet sich im Gehirn das Wissen?, lautet also: Überall. Überall in den synaptischen Verbindungen."

Prof. Lionel Naccache
(http://fr.wikipedia.org/wiki/Lionel_Naccache), F:
"Wir gehen heute davon aus, dass wir ständig einen bewussten Gedanken haben, der unseren bewussten geistigen Raum ausfüllt. Parallel dazu existiert eine Vielzahl von unbewussten Repräsentationen {Vertretungen einer inneren oder äusseren Existenz oder eines inneren oder äusseren Zustandes. Die oben erwähnten Energie- oder WellenPakete. Jeder Reiz der Wahrnehmung erzeugt im Inneren ein einzigartiges, unwiederholbares Perzept (denken Sie an die RaumZeit, die in jeder Wahrnehmungsphase mitläuft), also die innere Vertretung einer äusseren Erscheinung, sei es Materie (also z.B. ein Stein, oder ein Mensch) oder auch eine Stimmung, erst wenn diese Perzepte öfter in fast übereinstimmender Form wahrgenommen werden, also im Inneren erregt werden, wird es auch als Erinnerung (Neuronenstruktur) stabilisiert. Davon gleich mehr und im Anhang auch als kleine Schnurre (http://de.wikipedia.org/wiki/Schnurre)} und unbewussten Vorstellungen. Im Rahmen einer Art Wettkampf um den Zugang zum Bewusstsein, können jedoch nur jeweils einzelne Repräsentationen in den bewussten Bereich gelangen {kein Multi-Tasking (SelbRaumZeitig)! Aber ein ziemlich schneller Wechsel in einem NACH-Einander (GleichRaumZeitig)}. Was wir zu einem bestimmten Zeitpunkt bewusst tun, hat grossen Einfluss auf unsere unbewussten geistigen Vorgänge und zu dieser psychologischen Komplexität kommt noch ein weiteres Wunder, denn dieses unbewusste Leben ist nicht auf die unteren Stockwerke {"untere"!? Damit mein Herr Naccache die älteren HirnBereiche, neben der Grosshirn(-rinde), dem Kortex, also auch den Hirnstamm, das ZwischenHirn (-Thalamus und Hypophyse), das KleinHirn (fast die gesamte Steuerung der Bewegungen, die Eines möglich sind und die Eines eingeübt hat, sind hier in NeuronenStrukturen aufgebaut und werden hier von den anderen bewussten, wie unbewussten Hirnbereichen ab- und aufgerufen, also jede Augenbewegung genauso, wie das Greifen, Lachen und Hüpfen)  und das gesamte Neuronengeflecht. Aber wo sind die "Unten" oder nur im "HinterGrund", wo doch auch Herr Naccache weiss und später auch bemerkt, wie sehr das Organismus Mensch, von unbewussten Prozessen bestimmt und gesteuert wird? Siehe dazu auch meinen Beitrag "Die Grösse des Bewusst-Seins", vom Juli 2012, in der SprechLichtung. Hilft der Forschung, oder auch Uns Adepten, diese -verdrängerei oder nicht so ernst nehmerei-?} beschränkt, auch die jüngsten neo-kortikalen Bereiche können unbewusst funktionieren und sehr komplexe unbewusste Repräsentationen erzeugen.
Unsere Wahrnehmung lässt sich in zwei Phasen unterteilen. Die erste ziemlich kurze Phase kann man als eine Verarbeitung von Aussen nach Innen bezeichnen, also von den primären Wahrnehmungsbereichen des Gehirns hin zu den assoziativen Bereichen. Auf diese erste Wahrnehmungsphase kann eine zweite folgen, die selbe Region wird also zweimal aktiviert. Wobei die erste Aktivierung unbewusst erfolgt. Kommt es in dieser Region zu einer zweiten Wahrnehmungsphase, dann gelangt diese Repräsentation im allgemeinen ins Bewusstsein {Bewusst-Sein braucht also Nachdrücklichkeit. Braucht Bekanntheit, Denn Unbewusst heisst in Eines Selbst ja nicht Unbemerkt, wie Sie inzwischen wissen. Es kommt etwas von Aussen nach Innen und wird dort auch geprüft, ist es bekannt, ruft also ein oder mehrere Neuronen, oder sogar Neuropile: "Hier!", dann wird die Aufmerksamkeit ein weiteres mal darauf gelenkt und dieser zweite Reiz weckt dann das Bewusst-Sein. Wenn Sie meine anderen Beiträge dazu kennen, wissen Sie warum das so ist, hier nur kurz: Die Neurophysiologie hat den Energieaufwand der verschiedenen Hirnzustände gemessen und dabei bemerkt, die bewusste Aufmerksamkeit, das (Nach-)Denken ist enorm Energie-Aufwendig, in Vergleich mit allen anderen (unbewussten) Hirnzuständen. Also aus Effektivitäts-Gründen, aus EnergieSparGründen, wird das Bewusst-Sein erst aktiviert, wird diese Fertigkeit erst aufgenommen, wenn die Wichtigkeit hoch genug ist. Das Wir Menschen (und damit auch das Gehirn in Jedes DaSein) auf Effektivität im Umgang mit dem Stoff den Bewegung zum Bremsen und Stabilisieren (DaSein) braucht (Energie), optimiert sind, zeigt auch das folgende:}. Das ist ein ziemlich generelles Phänomen, denn diese Unterteilung in zwei Phasen, in zwei Wahrnehmungsetappen gilt auch für die Erinnerung, das Handeln, die Gesten, die Motorik und die Gefühle.
Sobald wir uns eines Phänomens bewusst sind, versuchen wir automatisch ihm einen Sinn zu verleihen. Nehmen wir einen Neglect-Patienten (http://de.wikipedia.org/wiki/Neglect), der die linke Hälfte seines Körpers nicht mehr als die Seine erkennt. Er empfindet seine linke Hand als Fremd. Wenn sie ihn fragen, wie viel Personen im Raum sind, antwortet er, wir sind zu Zweit, Herr Doktor. Sie und ich. Wenn sie dann weiter fragen, wie viele Hände es im Raum gibt, antwortet er, wir sind zu Zweit, jeder von uns hat zwei Hände, das macht vier. Daraufhin deuten sie auf seine linke Hand und fragen, wem gehört diese Hand? Und der Patient sagt: Mir nicht, das ist nicht meine Hand. Aber wir sind nur zu Zweit, es muss ihre Hand sein. Und sie zeigen ihre beiden Hände und sagen: schauen sie, das sind meine beiden Hände, und da ist noch eine dritte Hand, wem gehört die? Und jetzt kommt die Fiktion ins Spiel: Er ist so davon überzeugt, dass es nicht seine Hand ist, dass er sich manchmal eine Geschichte ausdenkt, an die er fest glaubt. Er sagt dann: Vielleicht haben sie drei Hände, vielleicht gehört sie jemand anderes, vielleicht ist die Hand von irgendjemand abgeschnitten und hier abgelegt, meine ist es jedenfalls nicht.
Dieses Beispiel führt uns vor Augen das Glaube und Interpretation ebenfalls ein fester Bestandteil unseres Bewusstseins sind. {Halten Sie kurz inne, und lassen Sie diese Erkenntnis auf der Zunge langsam zergehen, reiben Sie ein wenig darauf herum und führen Sie sie immer wieder dem Bewusst-Sein zu. Was bedeutet sie? Die erfahrenen Realisten in (-mitten von) Ihnen (denn, unter Ihnen ist doch wohl bloss noch der Boden, oder stehen Sie gerade auf einem anderen Menschen? Sie wissen, ich nehme es mit allen Wörtern auch den Präpositionen und Adverbien genau.), also die Erfahrenen in Ihnen werden jetzt denken: Na und, ist doch alles längst bekannt. Ja, die Wirklichkeit ist für VIELE Lebewesen meist eine Fiktion, eine sehr persönlich ein-gefärbte Geschichte (mehr Prosa als Historie). Beim Neglect-Menschen möchte ein einigermassen gesundes Mensch denken: Ja, hat sie Der denn nicht alle, Der muss doch erkennen, dass die Hand er-Selbst ist und nicht abgeschnitten oder sonst was, aber diese Fiktion deutet nur an, was in Uns an Fiktionen, falschen, verzerrten oder erträumten "Wirklichkeiten" sonst noch möglich ist. Die Wirklichkeit ist fast reine Vorstellung in Uns, vielleicht weil ein lebendiges DaSein das volle Programm gar nicht aushalten könnte: es IST einfach ZU Viel, also können Wir stets nur kleine Bereiche der Wirklichkeit wahrnehmen und auch (da)sein, in der Haut, die Wir sind. Das scheint mir einleuchtend. Aber muss dieser kleine Bereich der Wirklichkeit, den Wir wahrnehmen können und dürfen, auch verzerrt, noch weiter eingeschränkt oder gar falsch sein? Also Oliver-August Lützenich arbeite darauf hin, wenigstens diesen bestimmt winzigen Auszug aus der Wirklichkeit, den ein kleines Mensch ertragen und erfahren darf, so klar, deutlich und sprach-, farb- und formrichtig zu erkennen und zu begreifen, und Sie schauen mir dabei etwas über die Schultern, seien Sie dabei Willkommen!} Eine Fiktion ist leicht zu erkennen, wenn sie unwahr ist, doch die meisten unserer Fiktionen sind oberflächlich betrachtet wahr und korrekt. Wenn ich die Menschen nach ihrer politischen Meinung, nach ihrem Glauben oder nach ihren Gefühlen für andere Menschen, oder nach ihrem Verhältnis zu Ausserirdischen frage, werden die verschiedensten Meinungen zu Tage treten. Im Gespräch mit unseren Mitmenschen zeigt sich, dass diese Dinge oft in einer Überzeugung oder einem starken Glauben wurzeln. Im Falle von Krankheiten treten Fiktionen deutlicher zu Tage, doch jeder Mensch entwickelt seine eigenen. Um der Welt, in der wir alle leben, einen Sinn zu verleihen, entwickeln wir jeweils eigene Fiktionen. Manche davon werden auch zu kollektiven Fiktionen, denen wir alle, oder auch grössere Mehrheiten anhängen. {Der Sinn, den Wir Allem und Alles verleihen müssen, ist ganz einfach erklärt, oder? Der Sinn ist doch wohl einfach nur die Bedeutung eines Reizes der auf Eines eintrifft. Für mich ist das jedenfalls so. Da ist Irgendwas im DaSein (z.B. ein Mensch) und auf dieses DaSein trifft Licht, sofort taucht in Irgendwas die Frage auf: Was ist das? Die Antwort ist der Sinn, zumindest der erste Teil davon: Licht. Der zweite Teil der Frage könnte lauten: Woher? Der dritte Teil könnte lauten: warum "ich" (wenn das Irgendwas ein Mensch ist)? Und dann kommt die menschliche Leistung und die vierte Frage: Ich?, was ist denn das?? und warum??? Der Sinn ist die Antwort auf die Fragen und besonders die Frage: Warum? und diese Fragen stellt Jedes Irgendwas im DaSein, wenn Es auf (et)Was trifft oder von (et)Was getroffen wird, der Sinn ist also eine ReizWirkung, eine reizende Wirkung, hohoho. Da ist (DaSein) also was zum reizen und reizt und die Wirkung der Reizung ist ein Aufschrecken, zumindest eine Wahrnehmung und das reizt zur Frage: Was ist? das, woher kommt es, was tut es mit Irgendwas, warum tut es das mit Irgendwas, warum tut es überhaupt Irgendwas und was ist Irgendwas, dass da gereizt ist und ... Weil Was ist, steht da ein Fragezeichen, der Sinn ist die Antwort[en]. Jetzt ist nur die Frage: war der Sinn die Ursache des DaSein, oder entstand erst mit dem DaSein der Sinn? Das nur nebenbei. Für mich steckt der Sinn als Wirkung eines jeden Reizes im DaSein drinn. Jedes Reizen bewirkt eine weitere Bewegung (schon der Reiz ist ja eine Bewegung) und in dieser Bewegung steckt zumindest eine Frage, auch wenn die durch die Richtung in die der Reiz wirkt oft schon beantwortet ist, denn eine Billiardkugel, die ich mit dem Kö in eine Richtung schiesse, könnte ja fragen: Wohin treibts "mich"?, wenn sie Bewusst wäre würde sie vielleicht auch fragen: Warum treibst-m ich?, aber das geht bei einer Billiardkugel zu weit, oder? Sinn ist normal, Sinn ist in ALLEM und ALLEN, aber meistens wird nur der Sinn von ALLEM und ALLEN insgesamt gemeint, aber das ist zu wenig, nur das wollte ich eigentlich sagen.}"

Noch einmal Prof. Walter J. Freeman:
"Wir sehen das Gehirn als ein Organ der Anpassung. Das uns mehr als nur das Überleben sichert und uns in die Lage versetzt Dinge zu verändern. Natürlich tut es das nicht allein. An diesem Prozess ist der ganze Körper beteiligt. {Danke} Für diesen Anpassungsprozess ist das verlernen nicht weniger wichtig, als das Lernen. Lernen bedeutet, die synaptischen Verbindungen zu verstärken, um etwas zu verlernen oder sich von einer Gewohnheit zu befreien, müssen synaptische Verbindungen geschwächt werden, aber das ist ein kumulativer Prozess, bei dem man immer mehr Wissen ansammelt und sich so immer stärker von allen anderen unterscheidet. {Achtung! Die verstärkte Tendenz zur ich-Stärkung, also zur Distanzierung von Gruppen, vom Handlungs-Druck einer Gesellschaft, gelingt mit einer Auf- und Zunahme des Wissens. Je weniger Eines weiss, umso abhängiger und ausgelieferter ist Es. Logisch, oder? Jetzt ist die Gesellschaft auch in der Lage diese Distanzierung zu steuern, indem Wir Alle mitentscheiden, wieviel wollen Wir wissen voneinander und umeinander herum, je mehr Wir davon wissen, umso geringer wird die Möglichkeit einer Gemeinschaft Druck und Einfluss auf die Mitglieder zu nehmen.
Freiheit braucht Distanz. (Banal. Ja. Aber fragen Sie mal auf der Strasse Eines, was Freiheit am Dringendsten braucht.) Dann bleibt die Frage an Uns ALLE: Wie gross darf die Freiheit sein, bevor Wir einander aus den Sinnen verlieren, also wieviel Gemeinschaft und damit auch gemeinschaftliche Regeln und Gesetze und Vorstellungen und Traditionen brauchen Wir noch, halten Wir für Uns aufrecht?} Und alles, was wir über das Lernen wissen, hat mit diesem Prozess der wachsenden Distanz zwischen uns und den anderen zu tun.
Die wichtigste Erkenntnis der Päläoanthropologie, der Geschichte der Menschheit im Verlauf der letzten 500.000 oder sogar 3 Millionen Jahre, betrifft die Bedeutung der Sozialisation. Wir sind vor allem eine soziale Spezies und das Gehirn steuert nicht einfach nur, sondern ist in Wirklichkeit das Organ der Sozialisation. Wie gelingt es uns nun, die Grenzen zwischen uns und unseren Mitmenschen zu überwinden? Der Mechanismus, der das ermöglicht, heisst Kooperation. Wir handeln nicht einsam, wir handeln vor allem gemeinsam (we act in concert). Man hat vor kurzem eine Gruppe von Hormonen entdeckt, die weniger zum Lernprozess beitragen, aber dafür sehr aktiv an etwas beteiligt sind, was ich als verlernen bezeichne. Die Anpassung an Andere, ist ein Prozess, der einer Gehirnwäsche ähnelt. Die für die Sozialisation notwendigen Handlungen manifestieren sich in Form von Indoktrinationen aller Art: Religionen, Politik, die militärische Ausbildung junger Menschen, mit der dazugehörigen Gehirnwäsche. Aber auch die Anpassungsprozesse, die in Unternehmen oder Sportklubs erforderlich sind. All diese Aktivitäten bei der das Individuum in einer funktionellen Organisation aufgeht, erfordern ein verlernen und dies wird von einem Peptid gefördert, einer chemischen Substanz namens: Oxytocin. Auf der Strasse ist sie auch als Extasy bekannt. Sie hilft bestimmte bestehende Strukturen aufzulösen, damit sich neue Strukturen bilden können.
Die Urform der Kooperation ist der Tanz, er ist bei allen (Ur-) Völkern ein zentrales Element des Sozialisationsprozesses. Der Rhythmus hilft die Menschen zu einer kooperativen Gruppe zusammenzuschliessen, das ist typisch menschlich. Dieser Mechanismus bewirkt die Freisetzung von Oxytocin. Mit Vergessen hat das nichts zu tun, die Menschen wissen sehr genau, was vorher war und was jetzt ist, aber es ist wichtig für die Entstehung sozialer Bindungen. Wir wissen noch sehr wenig über diesen Prozess, tatsächlich hat sich erst in den letzten Jahren herausgestellt, dass die Erforschung des Sozialisations-prozesses von wesentlicher Bedeutung für die Zukunft der Neurowissenschaften ist. Es gibt viele Konflikte auf der Welt und in unserer direkten Umgebung. In allen unseren Städten haben sich Jugendbanden gebildet, diese Jugendlichen sehen für sich keine Zukunft, driften ab und sind daher sehr empfänglich für die Bildung von sozialen Bindungen. Da wir das noch nicht verstehen, versuchen wir das zu unterbinden, indem wir diese jungen Menschen ins Gefängnis sperren. Es ist den Neurowissenschaften bisher nicht gelungen diesen Aspekt der Dynamik des Gehirns zu verstehen und das Scheitern des Lernmodels, als Instrument zum Aufbau einer stabilen Gesellschaft anzuerkennen."

Wissen Sie noch die Stelle von oben, bei Prof. Freeman, mit dem hinschnuppern? Jede Menge Gewalt, sowohl im engsten UmKreis (Familie, Freunde, NachbarNationen), jede Menge Krisen, Verbrechen und UnGleichheiten haben also damit zu tun, dass Wir einander zu wenig wahrnehmen, zu wenig Aufmerksamkeit schenken (Sie wissen: Schenken ist ein Akt der FREUDE), zu oberflächlich beriechen, anhören (Sprachwirrwarr!), ansehen, betasten und auch schmecken. Dem Selbst fehlt die Wiederholung der Umwelt, die genügende Einholung der Umwelt in das persönliche Selbst, um genug Input zu haben, so dass die Umwelt nur noch wenige Neuronen zur Erkenntnis braucht, Sie wissen noch das Beispiel von dem GesichtsNeuron: Eines reicht oft aus, um bei einem Energiepaket, das vorbeikommt zu melden: Kenne ich! Ist die und der oder das und das. Und solange Uns die Umwelt eine Unbekannte ist, Wir also in Mehrheit verschlossen bleiben, wird die Umwelt einer Bedrohung oder sogar einem Greuel wesentlich näher sein, als einer Beruhigung und Geborgenheit. Das Unbekannte ist mehr Bedrohung als Geborgenheit. Wir er-leben also noch mehr im LEID. Ich finde Wir sollten langsam die Grenze des Unbekannten in die Stratosphäre hinausschieben, wo sie bestens angesiedelt ist, denn das restliche Universum ist Uns weitestgehend unbekannt und wegen seiner Struktur und seinem ausserirdischen Inhalt zurecht bedrohlich und ungemütlich, auf jeden Fall WEITaus mehr, als das irdisch-mondliche Mit-Lebewesen, oder?

Haben Sie die -Energiepakete- noch in den Neuronen? Jetzt ist ihnen auch klar, dass Sie für mich nur in "Anführungsstrichen" ein Energiepaket sind, aber warum kann ich dann das "Energiepaket", das meine Ex ist, nicht endlich abschicken, es liegt hier schon so lange herum und belastet mich, obwohl Sie schon lange wegg ist, das Materiepaket ist längst mit einem Anderen zusammen, aber in mir steht es als Energiepaket noch herum und ich kann es nicht abschicken, obwohl ich es schon lange wünsche? Na, ich vermute, das Energiepaket, das Sie zuerst war, wurde durch die Häufigkeit der inneren Erscheinung, in mir zum Materie-"Paket", hat also Festigkeit in mir angenommen, von der "Flüssigkeit" der Energie zur Stabilität der Energie, der Materie. Ein paar Neuronen in mir haben die Ex angenommen und sind -Sie- geworden. Ein kleiner Zellverband in mir, ist immer noch meine Ex, sobald Sie wieder vorbeikäme würden diese paar Neuronen rufen: Ich bins, ich bins, ich bins, die Ex! Und ich würde denken, is ja gut, ich weiss und die "Ex" in mir würden antworten, ja, is klar, aber nur weil wir noch die "Ex" sind, weisst du Bescheid, wir sind nämlich die "Ex" in dir und ich würde sagen, warum verschwindet ihr nicht endlich oder löst euch auf und gebt den Platz wieder frei, für was Neues, weil die Ex ist nämlich Vergangenheit, und die "Ex" würden rufen, aber du bist auch diese Vergangenheit, willst du wirklich deine Vergangenheit und die RaumZeit mit Uns löschen, nur weil die Ex dich verlassen hat? Und ich würde das streiten in mir, mit dieser Repräsentation von meiner Ex anfangen und zum Beispiel aufgebracht rufen, Sie hat mich nicht verlassen, Wir haben uns getrennt, weil ... ach was geht euch das denn an, Schluss! Gebt mir meinen Platz wieder und ent-repräsentiert euch gefälligst, Sie ist wegg und kommt nicht mehr wieder, und ich möchte das auch gar nicht mehr, aber immer müsst "ihr" euch, da in mir, wieder melden! Aber das liegt doch nicht an uns, rufen dann die Repräsentanten-Neuronen meiner Ex zurück, wir werden von anderer Stelle immer wieder angerufen, von anderer Stelle in Dir oder auch von Aussen, wenn eine Ähnliche vorbeischaut, vorbeiriecht oder auch vorbeikichert, dafür können wir doch nichts, wir sind ganz ruhig, wir sind doch quasi auch wegg und nur noch da, wenn wir gerufen werden. Ach so, gebe ich dann klein bei, na dann, dann gebe ich auf, na gut, sage ich dann, dann bleibt halt, weil irgendwie war Sie schon eine schöne RaumZeit mit- und ineinander mit mir, aber nun ist Sie wegg, ist Sie wegg, manchmal schade, manchmal nicht und noch ist Sie in mir, ein kleines Materiebündel in mir, ein paar Neuronen, die eine "Ex" von mir sind und wohl bleiben, so oft, wie ich sie in mir energetisch gebündelt und verbunden habe. Und ich bin ein Neuronenbündel in meiner Ex, ich lebe in Ihr weiter, wenn ein Geruch von mit vorbeiriecht rufe ich in Ihr: Hier bin ich!, und Sie ruft dann zurück, nee, kann nicht sein, der ist schon längst fort, Ruhe da drinnen und "ich" bin dann wieder beruhigt in Ihr drinnen.

Es wäre doch mal interessant zu erfahren, wo ich noch überall vorhanden bin, so fein verteilt über den Planeten, in so vielen anderen Lebewesen drinn, schade, meine Katzen sind schon tot, in denen war ich auch drinnen, da gab es auch ein paar Neuronen, die HIER gerufen haben, wenn die Katzen an mich gedacht haben oder wenn ich vor ihnen aufgetaucht bin: Hallo, Mietz mietz, aber leider, Heute im KatzenNirvana. Erde an KatzenNirvana, hier ist Oliver, ist Shiwa gerade online? Schade, Shiwa ist gerade verreist oder schläft und kann nicht antworten. Ja, schade, ja, auch die Katze Shiwa ist noch in mir und schnurrt auf meinem Schoss und leckt mich ab und an mit rauer Zunge an der Hand, ach Shiwa? Warum müssen Katzen so früh sterben. Scheisse! Was läuft jetzt hier ab? Wo war ich? Im Gehirn, ach ja. Jetzt ist aber mal bald der Magen drann, so leer, verlangt bald nach Füllung, die ganze Zellbagage ruft schon seit Stunden an den Magen hin: mach mal MANGEL! Und der Magen, folgsam wie er ist, und leer, fast leer, verlangt nach Inhalt, und der Darm verlangt auch nach verdautem, dort sitzen die Escherichia Coli und melden auch: Hunger, sonst gibts keine Vitamine!

Ich mag ja sonst keine Drohungen, aber eigentlich ist ja alles Drohung in mir, auch das Gehirn fordert ständig Zucker und mehr, sonst gibts keine Gedanken mehr, oder noch schlimmer, sonst gibts keine Atmung mehr, weil die Lunge macht nicht einfach so allein, würde sie ja gerne, aber sie braucht die Aufforderung und die Rhythmus-Vorgabe vom Herzen und die gibts nur über den Umweg über das Gehirn, so ist das nun mal geregelt. Und das alles wegen der Energiepakete, die überall Innen sind, während Sie da draussen sind. Ja, was sind Sie nun eigentlich: Energie- oder MateriePaket? Beides. Innen wie Aussen. Aber Sie merken, Jedes Lebewesen, welches von Anderen wahrgenommen und aufgenommen wird, ist keine Einzelheit mehr. Sie da draussen sind Vielfach vorhanden, nicht nur in Ihrer Haut. 
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Zurück ins Jahr 2025

Wow, oder!?
Solche Beiträge habe *ich mal geschrieben.
Bekomme *ich heute nicht mehr hin.
Tschüss.

🤡

Dienstag, 12. Dezember 2023

Das Tarnung des Wirklichkeit

Poesie

Titel: Das Tarnung des Wirklichkeit, oder vom Vorhang des Bewusst-Seins

Oh weh! Wie oft bin ich mit meinen Einschätzungen der Wirklichkeit danebengelegen, und wie oft passiert mir das wohl noch? Was hätte ich alles Ergreifen können, und wie weit wäre ich in der Lebendigkeit schon gekommen, wenn, ja, wenn ich die Gelegenheiten überhaupt erst erfühlt und gespürt hätte, vom erkennen bin ich da ja noch ein Stück entfernt. Dann wäre ich heute vielleicht ein glücklicher Familienvater im schönen Häuschen, in einem sonnigen Ländchen, mit einem wonnigen Konntochen in der städtischen Bank, oder so.

Aber die Wirklichkeit ist so eine Sache. Sie ist zwar da, aber sie tarnt sich noch ganz gut, im und vor dem Inhalt, vor dem Selbst, das ES (die Wirklichkeit, wahlweise auch: die Realität) ja vielleicht auch ist, ja, warum nicht?; vielleicht ist ja auch das gesamte Universum so etwas wie eine Persönlichkeit, ein ES, wissen Wir es?
Nein. Also.

Die Wirklichkeit ist eine Tarnung, ist zumindest nicht so einfach zu erfassen oder gar zu erklären, also in Worte zu fassen. Davon handelt dieser Beitrag.

Die Wirklichkeit ist: dieser Beitrag ist lang, nicht sehr lang, aber lang. Nur so, dass das auch in Ihre Wirklichkeit einfliesst. Er ist gespickt mit Zitaten, erstens, weil ich vieles gar nicht anders oder besser benennen könnte, wie es die hier zitierten tun (übrigens nur Männer, aber ich habe keine Frau gefunden, zu diesem Thema, habe aber auch nicht lange danach gesucht, das nur zur Wirklichkeit) und zweitens, weil ich dem selbstgeschriebenen noch etwas misstraue, und ich vermute, dass Sie dieses Misstrauen auch spüren. Da das so ist, warte ich noch etwas, bis ich zu einer selbstvertrauten Sprache finde und zitiere so lange.

Es geht also um die Selbst- und Fremd-Einschätzung insbesondere des Lebewesens Mensch (die anderen kann ich kaum beurteilen, wie heisst es so treffend: "da stecke ich nicht drinn", also bleib ich beim Mensch) und um die teils haarsträubenden Fehlurteile und die manchmal absurden Einschätzungen der Realität in und um Uns, also der Wirklichkeit.

Bei den meisten Menschen sind die Bewertungen der Wirklichkeit glücklicher-"weise" in einem so fernen und abweichenden Bereich, der nicht zu Verletzungen, zu Unfällen oder gar zu Katastrophen führt, deshalb laufen Wir hier noch Alle mehr oder weniger fröhlich herum.

Dass es aber im Laufe der RaumZeit zu Katastrophen gekommen ist, kann, glaube ich, jedes von Ihnen inzwischen bezeugen. Gleich das erste Zitat berichtet aus einer Katastrophe der deutschen Geschichte, einer Aneinander-Reihung von katastrophalen Fehl-einschätzungen des allgemeinen Naturverlaufs (Evolution), der innermenschlichen Verhältnisse (das Mensch ist EINE Spezies, ohne Inner- oder Unter-Rassen!) und auch der menschlichen Natur (Ängste, Bedürfnisse, Wünsche u.s.w.) und des gesunden und gebotenen Umgangs im Miteinander, Sie ahnen bereits, aus welcher RaumZeit-Periode der erste Bericht kommt.

Er stammt von einem, für mich, herausragenden Beobachter und Literaten, also, wenn es nicht so fürchterlich gewesen wäre, genau der passende Beobachter aus dem Innenraum einer grauenvollen deutschen Engstelle.
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Kurze Vorbemerkungen: die Zitate habe ich sämtlich in Blau eingefärbt, meine Worte bleiben also schwarz. Unter die Bilder, in die Namen, habe ich die Links zu WikiPedia oder zu den Instituten der jeweiligen Personen gelegt.
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Der folgende Auszug ist aus:
»Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuch eines Überwältigten«, erschienen bei Klett-Cotta, fünfte Ausgabe, 2004, Seite 28 - 33.
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Jean Améry: "In Auschwitz aber musste der isolierte Einzelne noch dem letzten SS-Mann die gesamte deutsche Kultur samt Dürer und Reger, Gryphius und Trakl überlassen.
Doch selbst wo es gelang, sich die naive und diskutable Illusion aufzubauen, vom »guten« und »bösen« Deutschland, vom miserablen Thorak {Anm. des Blog-Autors: Josef Thorak, 1889 - 1952, ein östereichischer Bildhauer, galt nach Arno Breker als populärster Bildhauer im Dritten Reich}, der dem Hitler gehören mochte, und dem grossen Tilman Riemenschneider {um 1460 - 1531, bedeutender Bildhauer der Spätgotik und Frührenaissance}, dem man seine Solidarität aufdrängte - selbst dort musste unweigerlich am Ende der Geist vor der Wirklichkeit versagen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, und es ist schwer, sie erst einmal auseinander zuhalten und dann zur Synthese zu bringen, wie es geboten wäre. Absehen will ich von den bar physischen, wiewohl ich eigentlich nicht weiss, ob das statthaft ist, denn jeder Lagerhäftling stand ja schliesslich unter dem Gesetz seiner mehr oder minder grossen körperlichen Widerstandskraft. Klar ist jedenfalls, dass die ganze Frage der Wirkung des Geistes dort nicht mehr gestellt werden kann, wo das Subjekt, unmittelbar vor dem Hunger- oder Erschöpfungstod stehend, nicht nur entgeistet, sondern im eigentlichen Wortsinn entmenscht ist. Der sogenannte »Muselmann«, wie die Lagersprache den sich aufgebenden und von den Kameraden aufgegebenen Häftling nannte, hatte keinen Bewusstseinsraum mehr, in dem Gut und Böse, Edel oder Gemein, Geistig oder Ungeistig sich gegenüberstehen konnten. Er war ein wankender Leichnam, ein Bündel physischer Funktionen in den letzten Zuckungen. Er muss, so schwer es uns fallen möge, aus unseren Erwägungen ausgeschlossen werden. Ich kann nur ausgehen von meiner eigenen Lage, der Lage eines Häftlings, der hungerte, aber nicht verhungerte, der geprügelt, aber nicht zusammengeschlagen wurde, der Wunden hatte, aber keine tödlichen, der also objektiv noch jenes Substrat besass, auf dem der Geist prinzipiell stehen und bestehen kann. Er stand aber allemal auf schwachen Füssen, und er bestand schlecht, das ist die traurige Wahrheit. Vom Versagen, beziehungsweise dem wirkungslosen Verpuffen ästhetischer Vorstellungsreihen und Reminiszenzen habe ich bereits andeutend gesprochen. Sie waren in den meisten Fällen keine Tröstung, gelegentlich erschienen sie als Schmerz oder Hohn; am häufigsten versickerten sie in einem Gefühl vollkommener Indifferenz.
Da gab es freilich Ausnahmen, und zwar in gewissen Rauschzuständen. Ich denke daran, wie mir einmal ein Pfleger des Krankenhauses einen Teller mit gesüsstem Griessbrei schenkte, den ich gierig verschlang, wobei ich in den Zustand einer ausserordentlichen geistigen Euphorie geriet. Mit tiefer Ergriffenheit dachte ich zunächst an das Phänomen der menschlichen Güte. Daran kettete sich die Vorstellung des wackeren Joachim Ziemssen aus dem »Zauberberg« Thomas Manns. Und plötzlich war mein Bewusstsein randvoll und chaotisch angefüllt mit Bücherinhalten, Bruchstücken gehörter Musik, eigenen, wie mir durchaus scheinen wollte, philosophischen Gedanken. Ein wildes Geistverlangen ergriff Besitz von mir, das begleitet war von durchdringendem Selbstmitleid und das mir Tränen in die Augen trieb. Dabei war ich mir aber in einer klar gebliebenen Bewusstseinsschicht des Pseudocharakters dieser nur Minuten währenden geistigen Erhebung voll bewusst. Es war ein echter, durch physische Einwirkung hervorgerufener Trunkenheitszustand. Nachträgliche Gespräche mit Kameraden erlauben mir den Schluss, dass ich keineswegs der einzige war, dem unter solchen Umständen eine kurzfristige geistige Aufrichtung gelang. Derlei Rauschgefühle stellten sich häufig auch bei Schicksalsgenossen ein, sei es beim Essen, sei es beim Genuss einer ungewohnt gewordenen Zigarette. Wie alle Räusche liessen sie ein ödes, katzenjammerhaftes Gefühl der Leere und Scham zurück. Sie waren zutiefst unecht, der Wert des Geistes erhärtete nur schlecht an ihnen. Doch erfüllt ja die ästhetische Vorstellung und alles, was in ihrem Gefolge daherkommen möge, nur einen begrenzten und gar nicht den wichtigsten Raum im Haushalt des geistigen Menschen. Wesentlicher ist das analytische Denken: von ihm dürften wir erwarten, dass es angesichts des Grauens zugleich Stütze und Wegweiser sei.
Auch hier aber komme und kam ich zu enttäuschenden Bilanzen. Das rational-analytische Denken war im Lager und speziell in Auschwitz nicht nur keine Hilfe, sondern führte geradewegs in eine tragische Dialektik der Selbstzerstörung. Was ich damit meine, ist leicht verdeutlicht. Zunächst einmal nahm der geistige Mensch die unvorstellbaren Zustände nicht so einfach als gegeben zur Kenntnis wie der ungeistige Mensch. Ein langes Training, die Erscheinungen der Alltagswirklichkeit in Frage zu stellen, verbot ihm das schlichte Eingehen auf die Lagerrealität, denn diese stand in allzu schroffem Gegensatz zu allem, was er bisher als möglich und dem Menschen zumutbar angesehen hatte. Er hatte in der Freiheit stets nur mit Leuten Umgang gehabt, die der human-vernünftigen Argumentation zugänglich waren, und durchaus wollte er nicht begreifen, was nun wahrhaftig gar nicht kompliziert war, nämlich: dass ihm, dem Häftling gegenüberdie SS eine Logik der Vernichtung gebrauchte, die in sich ebenso folgerichtig operierte wie draussen die Logik der Lebenserhaltung. Man musste stets sauber rasiert sein, aber strengstens war verboten, Rasierzeug zu besitzen{Bei der inneren Vorstellung dieser Lagerrealität und der völlig absurden Logik darin, musste *ich gleichzeitig schrill auflachen und bitterlich weinen. Entsetzlich!} und zum Barbier kam man nur einmal in vierzehn Tagen. Es durfte am Zebragewand bei Strafe kein Knopf fehlen, wenn man aber bei der Arbeit einen verlor, was unvermeidlich war, dann gab es praktisch kaum eine Möglichkeit, ihn zu ersetzen. Man musste kräftig sein, aber man wurde systematisch geschwächt. Es war einem beim Eintritt ins Lager alles genommen worden, aber dann wurde man von den Plünderern verhöhnt, weil man nichts besass. Der geistig nicht weiter geübte Lagerhäftling nahm diese Umstände zu Kenntnis, in demselben Gleichmut, der sich draussen bewährt hatte bei Feststellungen wie »Es muss Arme und Reiche geben« oder »Kriege werden immer sein«. Er nahm sie zur Kenntnis, stellte sich auf sie ein, und in günstigen Fällen triumphierte er über sie. Der Intellektuelle aber revoltierte dagegen in der Ohnmacht des Gedankens. Für ihn galt im Anfang die rebellische Narrenweisheit, dass nicht sein könne, was doch gewiss nicht sein darf. Allerdings nur im Anfang.
Der Refus {= abschlägige Antwort, Ablehnung} der SS-Logik, die Revolte nach innen, das Vorsichhinmurmeln von Beschwörungsformeln, wie »aber das ist doch nicht möglich«, währte nicht lange. Unweigerlich stellte sich nach einer gewissen Zeit etwas ein, das mehr war als nur Resignation und das wir als Akzeptierung nicht nur der SS-Logik, sondern auch des SS-Wertesystems bezeichnen dürfen. Und wiederum hatte es der intellektuelle Häftling schwerer als der ungeistige. Für diesen hatte es niemals eine generelle humane Logik gegeben, sondern nur ein folgerichtiges System der Selbsterhaltung. Ja, er hatte draussen gesagt: »Es muss Arme und Reiche geben«, aber innerhalb dieser Erkenntnis hatte er den Kampf des Armen gegen den Reichen geführt und ihn gar nicht als Widerspruch empfunden. Für ihn war die Lagerlogik nur die graduelle Verschärfung der Wirtschaftslogik, und der Verschärfung begegnet man mit einer brauchbaren Mischung von Resignation und Abwehrbereitschaft {Wie weit ist diese Beschreibung der Zustände in einem Vernichtungslager der 1940er Jahre und auch ausserhalb davon, vom Jahr 2024 entfernt? - Gönnen Sie *mir doch eine kleine Provokation.}Der Intellektuelle aber, der nach dem Zusammenbrechen des ersten inneren Widerstandes erkannt hatte, dass sehr wohl sein könne, was nicht sein darf, der die SS-Logik als stündlich sich erweisende Wirklichkeit erfuhr, ging nun im Denken ein paar verhängnisvolle Schritte weiter. Hatten jene, die ihn zu vernichten sich anschickten, nicht vielleicht recht gegen ihn, auf Grund des unbestreitbaren Faktums, dass sie die Stärkeren waren? Die grundsätzliche geistige Toleranz und der methodische Zweifel des Intellektuellen wurden so zu Faktoren der Autodestruktion. Ja, die SS konnte es treiben, wie sie es tat: Es gibt kein Naturrecht und die moralischen Kategorien entstehen und vergehen wie die Moden. Ein Deutschland war da, das Juden und politische Gegner in den Tod trieb, da es sich nur auf diese Weise glaubte verwirklichen zu können. Und was weiter? Es war die griechische Zivilisation aufgebaut auf Sklaverei, und ein athenisches Heer hatte auf Melos gehaust, wie die SS in der Ukraine. Menschenopfer unerhört waren gefallen, soweit das Licht der Geschichte in die Tiefe reicht, und der ewige Menschheitsfortschritt war ohnedies nur eine Naivität aus dem 19. Jahrhundert. »Links, zwei, drei, vier« war ein Ritual wie jedes andere auch. Es war nicht viel vorzubringen gegen die Greuel. Die Via Appia war gesäumt von gekreuzigten Sklaven, und drüben in Birkenau verbreitete sich der Gestank verbrannter Menschenleiber. Hier war man nicht Cassus, sondern Spartacus, das war alles. »Dämmt den Rhein mit ihren Leichen; Lasst, gestäuft von ihrem Bein, Schäumend um die Pfalz ihn weichen«: so hatte Heinrich von Kleist den Rhein angedichtet, und wer weiss, er hätte seine Kadaverphantasie verwirklicht, wäre ihm die Macht zugefallen. Ein General von Kleist kommandierte irgendwo an der russischen Front und stäufte vielleicht die Leichen von Juden und Politkommissaren. So war die Geschichte, und so ist sie. Man war unter ihr Rad geraten und riss die Mütze ab, wenn ein Henkersknecht daherkam. Der geistige Mensch, nach Erschlaffen des ersten Widerstandes, hatte den Vernichtern mit all seinen Kenntnissen, Analysen weniger entgegenzusetzen als der ungeistige: Dieser nahm zwar vor ihnen straffere Haltung ein und gefiel ihnen darum auch besser, im übrigen aber bekämpfte er sie viel spontaner und wirkungsvoller als sein nachdenklicher Kamerad mit systematischer Drückebergerei und wohlgelungenen Diebstählen.
Mehr als den ungeistigen Kameraden lähmte den Intellektuellen im Lager auch sein historisch und soziologisch erklärbarer tiefer Respekt vor der Macht; tatsächlich hat der geistige Mensch sich immer und überall in völliger Abhängigkeit von der Macht befunden. Er war und ist es gewohnt sie geistig anzuzweifeln, sie seiner kritischen Analyse zu unterwerfen - und doch im selben intellektuellen Arbeitsgang vor ihr zu kapitulieren. Die Kapitulation wurde dort vollends unvermeidbar, wo der feindlichen Macht nichts Sichtbares gegenüberstand. Es mochten draussen riesige Armeen den Vernichter bekämpfen, aber im Lager hörte man davon nur von fernher und wollte nicht mehr recht daran glauben. Ungeheuerlich und unüberwindlich türmte sich die Machtgestalt des SS-Staates vor dem Häftling auf, eine Wirklichkeit, die nicht umgangen werden konnte und die darum am Ende als vernünftig erschien."

Ende Auszug.
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Dieser Text ist Anfang der 1960er Jahre geschrieben worden und ist, bis auf den Untergang des "Dritten Reichs", in seinen Analysen und Schlussfolgerungen bis Heute gültig, die Überspitzung, Verkrampfung und Grausamkeit ist wegggefallen, das Verfahren und das Gebahren ist abgedämmt, also gewaltloser, aber ist bis Heute gültig, so empfinde ich das.

Das gefährliche aber ist, das SS-System mit dem kapitalistischen System zu vergleichen, das SS-System also als "totale" Entgleisung und Perversion des Kapitalismus und der darunterliegenden "Natürlichkeit" wahrzunehmen und beide mit einem menschlich-natürlichen Urzustand zu begründen. Menschliche Wirklichkeits-Interpretation und auch -Handhabung war schon immer irreal und somit logisch gar nicht zu ergreiffen.

Warum? Mit Anderem, weil sie stets die Anderen und erst recht die Umwelt ausschloss, weil sie von Anfang an ein Recht des Stärkeren aufbaute (Hierarchien) und damit die Schwachen, die schon immer in der Mehrheit waren domestizierte. Die Rechtfertigung der Stärkeren zur Ausbeutung und Vorenthaltung können dabei nur jeder Logik oder allgemeinen Moral Hohn sprechen. Sie werden jedoch bis Jetzt eben angewendet und von der Mehrheit geglaubt, zumindest gibt es nur von einer kleinsten Minderzahl Widerspruch und der findet kaum Gehör.
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Zum Beispiel:
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Aus einer arte-Doku mit dem Titel: "Endstation Fortschritt?", von Mathieu Roy und Harold Crooks. Mehr dazu finden Sie auch hier:
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David Suzuki: "Die Wirtschaftslehre ist losgelöst von der realen Welt, sie ist destruktiv. In einem VWL-Grundkurs erhalten sie als erstes einen Überblick über die Wirtschaft. Das macht Eindruck: Rohstoffe, Förderung, Verarbeitung, Produktion, Gross- und Einzelhandel, mit Pfeilen in alle Richtungen. Es soll sie beeindrucken, dabei wissen die Professoren ganz genau, dass die Wirtschaft keine Wissenschaft ist und doch wollen sie uns das weismachen. Die Wirtschaftslehre stellt ökonomische Werte in mathematische Gleichungen und das soll dann Wissenschaft sein? Aber fragen sie mal einen Ökonomen, wo kommt in ihren Gleichungen die Ozonschicht vor, oder das fossile Grundwasser, wo die Humusschicht und die BioDiversität? Dann wird er antworten: Oh, das sind (nur) Externalitäten.

(Falls Sie wollen:

Wir könnten genauso gut auf dem Mars sein, so weit wegg ist die Wirtschaftslehre von der Wirklichkeit. Es sind lebende Organismen, die das Wasser in seinem Kreislauf filtern. Mikroorganismen im Boden machen ihn fruchtbar. All diese Dienste der Natur, wie auch das Bestäuben der Pflanzen durch die Insekten sind ausschlaggebend für das Leben auf diesem Planeten. Das nennen Ökonomen Externalitäten!? Das ist verrückt!".
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Und was sagt ein Ökonom dazu, sogar einer der Vordenker und Leiter der Wirtschaftslehre in Deutschland? 
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Titel: "Mitverantwortung, eine vergessene Kategorie

Die Mitglieder einer Gesellschaft benötigen einen gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse, schreibt IW-Direktor Michael Hüther in der Süddeutschen Zeitung, vom Freitag, dem 20.07.2012.

Der Kapitalismus ist in Verruf geraten, mit ihm die Wirtschaftsordnung der sozialen Marktwirtschaft. Krisen, Funktionsstörungen und nicht eingelöste Leistungsversprechen sind für viele hinreichende Gründe, sich von ihr abzuwenden und nach Neuem zu suchen. Kritik und Zweifel beschränken sich diesmal nicht auf die üblichen Verdächtigen, sondern haben weite Kreise des Bürgertums erfasst.

Es lässt sich viel gegen diese Sichtweise anführen - wie der Hinweis auf eine zu lange überbordende Staatstätigkeit, auf falsche Regulierungen oder auf eine unverantwortliche Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed - und ebenso kann argumentiert werden, dass die geradezu messianischen Hoffnungen auf eine Finanztransaktionssteuer, welche die Kapitalismuskritiker eint, illusionär sind, weil sich die ökonomische Logik nicht aushebeln lässt. Doch mit Fakten und Argumenten kommt man in einer emotional getragenen Debatte nicht weit. Und es verkennt, dass die ökonomische Theorie ihren Anteil an den Problemen hat.
So didaktisch wertvoll und analytisch reizvoll unsere Standardmodelle (unter anderem der Neo-Klassik) auch sind, sie verstellen uns allzu leicht und auf verzerrende Weise den Blick auf die Realität: auf die historischen, kulturellen, regionalen, institutionellen und individuellen Bedingungen und Voraussetzungen für die Funktionsfähigkeit eines über Märkte - damit letztlich über dezentrale Entscheidungen unter Restriktionen - gesteuerten Systems. Uns ist dabei etwas verloren gegangen, was sowohl den Denkern der ökonomischen Klassik als auch den Ordoliberalen stets bewusst war: die Bedeutung der Mitverantwortung als Steuerungsressource offener Gesellschaften wie offener Märkte. Man muss sich nur auf die schottischen Moralphilosophen und Ökonomen Adam Smith, John Millar, David Hume und Adam Ferguson besinnen. David Hume hat mit seiner Formulierung eines 'common sense of interest' in seinem 'Treatise of Human Nature' (1739/40) wohl am trefflichsten auf den Punkt gebracht, worum es einer vom Individuum her gedachten und legitimierten Gesellschaften gehen muss: Ihre Mitglieder benötigen einen 'gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse'.

Diese gemeinsame und gegenseitige Interessenbekundung lebt von der Erfahrung, dass die Kooperation, das Einlassen auf Konventionen und die Akzeptanz von Verfahrensregeln den Einzelnen besser stellt und so in seinem ureigenen Interesse liegt. Gesellschaften beruhen auf der Bereitschaft zur Kooperation, sie geben Sicherheit und schaffen Raum für Entwicklung, sie stabilisieren Beziehungen und bündeln Kräfte. Da die dafür glaubwürdig begründende Erfahrung mit zunehmender Größe und Anonymität der Gesellschaft immer weniger wirkt, benötigen wir den Staat als Agenten der Rechtssetzung und Sanktionierung. Doch der Staat kann seine Aufgabe nicht einmal ansatzweise erfüllen, wenn nicht ein 'common sense of interest' wirksam ist, wenn die Mitglieder der Gesellschaft nicht auch zu Bürgern des Staates werden, wenn neben die Kooperationsforderung nicht auch die Tugend des Einzelnen tritt.

Die Befürchtung, moderne, komplexe und differenzierte Gesellschaften könnten mangels Gemeinsinn zerfallen, ist hoch aktuell. Für die USA ist jüngst spannenderweise sowohl aus neokonservativer Sicht wie aus kommunitaristischer Perspektive so argumentiert worden. Charles Murray thematisiert in 'Coming Apart. The State of White America 1960 - 2010' (2012) den Niedergang der weißen Mittelschicht im Sog eines seit den 1960er Jahren laufenden kulturellen Werteverfalls. Michael Sandel argumentiert in 'What Money Can"t Buy: The Moral Limits of Markets' (2012), dass funktionsfähige demokratische Gesellschaften eines gemeinsamen Erfahrungsraums für ihre Mitglieder bedürfen. Stattdessen beobachten wir, wie Plätze und Institutionen gemeinsamen Argumentierens, Handelns, Verständigens verloren gingen, wie der öffentliche Raum als Ort des Gemeinsinns schrumpft.

Modernen Großgesellschaften gelingt es offenkundiger immer weniger, den öffentlichen Raum durch 'einen gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse' zu bewirtschaften. Der Ruf nach Regeln schürt die Illusion, es sei alles und jedes zu regeln, so dass der einzelne aus seiner Verantwortung im Alltäglichen entlassen sei, wenn er sich nur daran halte.

Doch dies greift zu kurz. In der Wirtschaftsethik wurde das Konzept der Spielregeln durch das des Spielverständnisses ergänzt, um so deutlich zu machen, dass es unterhalb der Regelebene gleichwohl einen Raum für gesellschaftliche Verantwortungsübernahme gibt. Daran schließt sich die Frage an, wie dieser gefüllt werden kann. Denn solche Form der Verantwortung trifft den Einzelnen nicht als kodifizierte, sondern als bürgerliche Pflicht, die - so widersprüchlich das klingt - freiwillig ist und erst dadurch ihre Würde gewinnt.

Die Antwort liegt nicht in Staatsbürgerkunde, sondern in der Erkenntnis, dass das Erleben von fairen Kooperationsbedingungen am ehesten im gewünschten Sinne wirkt. Wenn die Regeln frei von Privilegien sind und neutral zur Anwendung kommen, wenn die Akteure erfahren, dass die Suche nach individuellem Vorteil unter Wettbewerbsbedingungen und bei unabdingbarer Haftung sich ertragreich vollzieht, und dies unter den Bedingungen der Chancengerechtigkeit, dann ist dies die beste Schule der Mitverantwortung. Staatliche Systeme jenseits des Wettbewerbs, die dazu einladen, möglichst dauerhafte Rentenpositionen zu erringen, bewirken hingegen das Gegenteil. Es bedarf verlässlicher Institutionen, Regeln und Verfahren, um dem Einzelnen im Alltag das Vertrauen in die eigenen Kräfte wirksam zu ermöglichen, das erst die Selbstsorge und die Mitverantwortung trägt. Wir müssen deshalb auf die Glaubwürdigkeit der Institutionen achten, und wir müssen Regeln und Verfahren im Zeitraum ihrer Geltung ernst nehmen."
Ende Michael Hüther.
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Und? Haben Sie ein Wort über das Ambiente gelesen, in das Wir Menschen eingebettet sind? Nö. Ein Ökonom kreist zusammen mit seiner "Wissenschaft" nur in der menschlichen Haut und den menschlichen Gesellschaften herum, dem Markt den diese bilden, schon einen Zentimeter ausserhalb sind weitgehend unbekannte Externalitäten. Die im Titel genannte "Mitverantwortung" gilt dabei auch nur den Nächsten und auch nur innerhalb der Haut der MenschHeit, die Umwelt ist bestenfalls eine "Ressource". Und der Markt kennt keine Gefühle und kein Einzelnes Wesen, er(!?) handelt Mathematisch, und dass auch der Mathematik die sichere Grundlage fehlt, habe *ich bereits beschrieben.

Also auch *ich vermute, dass eine Wirtschaftslehre, die unsere Lebensgrundlage (UmWelt / Biosphäre) wie eine lässliche Nebensächlichkeit behandelt, stete Krisen und Katastrophen herausfordert und verursacht, so teilweise erfolgreich sie für einige RaumZeit und ein paar Menschen auch ist, für das Ganze ist sie schädlich und auf Dauer wahrscheinlich sogar zerstörerisch?

Aber die Ökonomen und die, die sie schützen und bewahren wollen, erfahren stets wachsende Kritik und werden angerempelt, um endlich auch mal das {innerhalb der Haut (Gefühle?) und das} Drummherum wahrzunehmen und die Armut und die Verwüstungen, die bei dieser Betriebsblindheit entstehen.
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Eine Kritik kommt auch aus der Occupy-Bewegung, was sagt einer deren bekanntesten Menschen, Kalle Lasn, zur Ökonomie?

Die Süddeutsche Zeitung hat interessanterweise das Gespräch, aus dem *ich nun kurz zitiere, über den Artikel von Michael Hüther auf die selbe Seite gestellt, war also ein leichtes für *mich die beiden Herren zusammen zu führen.
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Auszug aus einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, veröffentlicht am Freitag, den 20.07.2012, auf Seite 21.
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"SZ: Wird Occupy irgendwann ein Programm haben?
Kalle Lasn: Im Moment geht es erst einmal darum, einfach die Party zu stören. An der Harvard-Universität haben Studenten Vorlesungen unterbrochen, weil sie nicht mehr akzeptieren wollen, dass ihnen die alte Ökonomie beigebracht wird.

SZ: Was ist eigentlich falsch an der Standard-Wirtschaftswissenschaft, die sie "neoklassisch" nennen? Sie hat sich doch seit langen bewährt.

Kalle Lasn: Wie können Sie das fragen? In einer Welt mit Klimawandel und immer grösserer Ungleichheit, wo die einen hungern, während die anderen Mercedes fahren.

SZ: Die Ökonomen haben diese Probleme doch nicht verursacht, sie analysieren sie. Man kann doch auch Geologen nicht dafür verantwortlich machen, dass es Erdbeben gibt.

Kalle LasnDie Ökonomen predigen seit über 100 Jahren ein falsches Menschenbild, das der Physik entlehnt ist. Und das hat viele der Probleme verursacht. Vielleicht bedeutet "Occupy Wall Street" das Ende der neoklassischen Ökonomie."

Ende Auszug Gespräch
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Ein bisschen mager in der Argumentation, wie *ich finde, aber gut, was weiss *ich schon von den Bedingungen des Gesprächs?
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Und was sagt, noch immer aus der selben Süddeutschen Zeitung, vom 20.07.2011, am Ende des Wirtschaftsteils, ein ehemaliger Börsenhändler zur Handlungsweise von Menschen, die als Händler unterwegs sind, als Händler in Banken und Börsen arbeiten?
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John Coates (hat noch keinen Wiki-Eintrag)
Aber hier können Sie ihn sehen und hören:
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"SZ: Sie forschen über das andere: Über das Verhalten von Börsenhändlern, die immer wieder riesige Verluste verursachen.

John Coates: Ich habe damals als Börsenhändler selbst erlebt, was zur Jahrtausendwende in der Dotcom-Blase passierte. Da war die ganze Gesellschaft vom Spekulieren mit Technologieaktien infiziert wie letztmals in den 1920er Jahren. Und die Akteure verhielten sich ganz anders als im ökonomischen Standard-Modell, wonach wir stets rational und vernünftig sind. Als ich hohe Handelsgewinne machte, fühlte ich anders. Ich bewegte mich anders. Ich war ein anderer Mensch.

SZ: Wieviel gewannen Sie?

John Coates: Am Anfang Hunderttausende, später mehrere zehn Millionen. Und dann handeln sie eben nicht mehr wie das rationale Wesen der ökonomischen Theorie. Dieses Modell klammert die ganze Biologie aus. Die Aufregung, die Adrenalinschübe. Wenn sie viel gewonnen haben, fühlen sie sich wie ein "Meister des Universums" aus Tom Wolfes "Fegefeuer der Eitelkeiten". Sie fühlen sich unfehlbar. Und so handeln Sie auch. Die sind wie auf Drogen. Diese Beobachtung hat mich nicht mehr losgelassen.

SZ: Haben Sie deshalb 2002 nach 15 Jahren die Börse verlassen?

John Coates: Ich wollte dieses Verhalten erforschen. Ich wollte einfach wissen, was da passiert. Es gab keine Wissenschaft darüber, wie die Händler mit Risiken umgehen. Dabei arbeiten sie doch auf einer so sensiblen Position des Finanzsystems, Ihr Verhalten hat potentiell dramatische Konsequenzen.

SZ: Was fanden Sie heraus?

John Coates: Die Biologie des menschlichen Körpers reagiert über. Es ist wie bei Haien: Wenn die Chancen zu gross sind, wenn zu viel Beute im Wasser ist, werden sie verrückt. wir beobachten einen Effekt aus dem Tierreich: Wenn ein Tier einen Kampf mit einem Rivalen gewinnt, steigt sein Testosteron-Spiegel, beim Verlierer sinkt er. jeder Sieg erhöht also die Wahrscheinlichkeit, beim nächsten mal zu siegen. Das ist wie Selbst-Doping.

SZ: Und was ist daran schlimm?

John Coates: Nach zu vielen Siegen steigt das Testosteron zu hoch. Die Tiere vertrauen sich zu sehr, sie verlassen die Deckung, nehmen sich ein zu grosses Gebiet vor, Sie verlieren alles, oft sterben sie.

SZ: Was hat das mit Börsenhändlern zu tun?

John Coates: Da messen wir bei Probanden an der Londoner Börse diesselbe Steigerung des Testosterons. Wenn sie zu viel gewonnen haben, riskieren sie viel zu viel, verführt auch durch die hohen Boni. Und dann verlieren sie alles. Sie verlieren viel mehr, als sie vorher gewannen. Viele Fälle, bei denen es riesige Börsenverluste gegeben hat, folgen genau diesem Schema.

SZ: Für den Börsenhändler erweisen sich seine Hormone als Falle?

John Coates: Nicht unbedingt, und das ist ein Unterschied zur freien Wildbahn: Dort stirbt das Testosteron-Tier meist. Ein Börsenhändler dagegen ist durch seine Boni reich geworden. Und wenn Gras über seine Verluste gewachsen ist, findet er meist einen neuen Job.
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SZ: Nach der Finanzkrise wollten die Geldhäuser doch alles besser machen?

John Coates: Nach meinem Eindruck ist da nicht viel passiert. Die ganzen Risikomodelle basieren darauf, dass die Händler ständig so rational agieren, wie es die ökonomische Theorie vorgibt. Aber das ist eben ein Irrtum. Es gibt eine lange philosophische Tradition aus der Antike, die eine Trennung von Körper und Geist postuliert, die aber nicht der Realität entspricht.
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SZ: Und freiwillig auf die Gewinne verzichten, die die Alphatiere schaffen?

John Coates: Tja, unwahrscheinlich (lacht). Es gibt ja sogar die Theorie, dass es gut ist, wenn sich Männer an der Börse austoben. weil sie so ihre Testosteron-Schübe ausleben, statt sie in Gewalt gegen andere Menschen umzusetzen. John Maynard Keynes sagte: "It's better to terrorize your checkbook than your neighbor".

SZ: Keynes wusste nicht, wie schlimm die Finanzkrise 2008 ausfallen würde. Agieren weibliche Börsenhändler genauso wie die Männer?

John Coates: Nein, Frauen haben nur ein Zehntel so viel Testosteron wie Männer."

Ende Auszug Gespräch
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Ich wüsste eine ganze Menge an Alternativen, wie Alle Männer dieser Welt ihre "Testosteron-Schübe" auf friedliche und fröhliche Weise vollkommen und bis zum Umfallen ausleben können, so oft JederMann möchte oder es auch braucht, ohne dass dabei ganze Wirtschaften oder Menschengruppen in den Ruin getrieben werden, nur weil ein paar Männern dieses "Ausleben" Spass macht und 'was bringt und der Rest muss zusehen, zahlen oder leiden.
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Wenn es zum Sieg reizt oder gar zum Höhenflug führt, nimmt das (Säuge-) Tier Mensch gerne in Kauf auch als solches bezeichnet, wahrgenommen und verglichen zu werden, zumindest als AlphaTier, als Silberrücken, als Bär oder Hai; ansonsten sind wir nicht verwandt, wir sind geistige Wesen, wir handeln ohne unsere BioChemie, die Uns, jetzt schauen Sie bitte kurz wegg, aber manchmal auch zum reissenden Löwen, etwas kleiner, auch zum reissenden Wolf macht, und das auch die Kinder tötet, die der Vorgänger als AlphaTier gezeugt hat.

Aber so sind Wir ja nicht, oder doch?; was meinen Sie?, oder was meinte Herr Améry dazu, oder ganz aktuell auch Herr Breivik?
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Um Sie gleich wieder zu beruhigen, zum Abschluss noch ein paar Erwägungen zweier kluger Menschen.
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Aufgezeichnet aus derselben arte-Doku, mit dem Titel "Endstation Fortschritt?", aus der auch die Aussagen von David Suzuki stammen. Der Text ist mir persönlich zu apokalyptisch gefärbt, schon der Anfang gibt diesen Ton vor, trotzdem enthält er, wie ich finde, wichtige Gedanken und einen guten Ausklang.
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Robert Wright: "Das Beängstigende heutzutage ist, dass es erstmals nur ein System (Weltweit) gibt. Wenn das zusammenbricht, dann wird es nicht so sein wie in früheren Zeiten, als parallel zum Niedergang einer Zivilisation, bis die sich erholt hatte, andere weiter für Fortschritt gesorgt haben. Eine solche Gewährleistung von Fortschritt ist heute nicht mehr gegeben, denn in Zeiten der Globalisierung gibt es nur noch diesen einen Versuch. Das ist der unvermeidliche Schlusspunkt der Entwicklung seit der Steinzeit, mit Etappen, wie dem Römischen Reich. Doch nun sitzen immer mehr Menschen im selben Boot und entweder wir lösen die Probleme gemeinsam, oder wir müssen gemeinsam die katastrophalen Folgen tragen. 
Wir sehen nun so eine Art riesiges soziales Gehirn, ein planetarisches Gehirn. Physikalisch in der Form des Internet, ähnelt es sehr einem Nervensystem. Es gab immer viele kleine soziale Gehirne rund um den Planeten, die sind nun etwas zusammen gewachsen, haben Verbindungen hergestellt und Heute ist es ein (fast) vereintes soziales Gehirn.
Zwar zeichnet sich historisch eine Erweiterung des moralischen Horizonts ab, ein Streben nach mehr Humanität, aber die Gefahr eines Rückfalls bleibt. Das wäre katastrophal. Aus purem Eigeninteresse müssen Wir weitere moralische Fortschritte machen und immer mehr Menschen dazu bringen, auch die anderen Menschen als Menschen zu sehen. Sonst wird es für Viele böse enden.
Wenn Wir nicht so etwas wie die moralische Perspektive Gottes entwickeln, dann scheitern wir auch als gottgleiche Schöpfer. {Ja, das Gott! Das Gott, das ALLES und JEDES ist, sowohl das grauenvolle Böse, siehe ganz oben in diesem Beitrag, unter Auschwitz und auch ein aussergewöhnliches wundervolles Gönnes von Glück und Geselligkeit, von Wohllachen bis Hohn, Gott.} Denn die schöpferischen Lösungen setzen voraus, dass Wir die Dinge auch aus dem Blickwinkel Anderer sehen und darauf achten deren Lebensbedingungen nicht allzu sehr zu verschlechtern, sonst wird uns das verfolgen.
Zur Hälfte haben Wir Gott zu sein nun in der Hand. Die Frage ist, ob Wir auch die andere Hälfte meistern, die Moralische?
Die schlechte {dieser Mensch ist leider so pessimistisch-apokalyptisch, aber trifft trotzdem in vielem genau auf den Punkt?} Nachricht ist, dass uns die Erleuchtung nicht in den Schoss gelegt wird, schon aufgrund der menschlichen Natur. In uns sind die animalischen Instinkte, ausgelegt für eine ganz andere Umgebung, und im Umgang mit auftretenden Problemen. Deshalb führen zur Erleuchtung nur eine gute Bildung, viel Nachdenken und Selbst-Disziplin, das kommt nicht von allein."
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In fast dieselben Worte, allerdings etwas nüchterner, fasst ein dritter Gesprächspartner der arte-Doku seine Schluss-Betrachtungen und damit auch das letzte Zitat dieses Beitrags.
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Das Foto ist aus ebenjener arte-Doku
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Ronald Wright"Ich glaube unser Widersacher ist die menschliche Natur. Wir müssen uns selbst umbilden, zu Etwas anderem, als dem animalischen Kern tief in Uns {Tief in Uns? Klingt so nach: Weit wegg!, oder verborgen. Aber genau das ist ja nun überhaupt nicht der Fall. Die Leses dieser Blogs wissen spätestens seit dem Beitrag: "Die Grösse des Bewusstseins" in der SprechLichtung, dass Wir von unseren animalischen Instinkten und vom Un-Bewussten (also den gruppen-familien-persönlichen Erfahrungen) gesteuert werden, bis in kleinste Details. Da ist also nichts irgendwo tief verborgen oder vergraben, sondern es ist in allem unserem Agieren und Reagieren offensichtlich und bestimmend. Aber Ronald Wright weiss das auch, deshalb: Wir}, müssen den Jäger der Eiszeit überwinden, der sich unter der dünnen Schicht von Zivilisation verbirgt.
Nun, Wir könnten an den Umweltproblemen zugrunde gehen? Wenn es dazu kommt, sagt uns damit die Natur: das Experiment Zivilisation ist eine gescheiterte Illusion. Affen intelligenter zu machen, ist eine Sackgasse. Es ist somit an Uns der Natur zu beweisen, dass Wir doch imstande sind, unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und so klug zu handeln, dass das Experiment Zivilisation weitergeht."
Ende Zitate.
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Ihnen ist klar, das meine Worte völlig anders gewählt wären, aber die ZielRichtung bleibt. Auch ich bin für eine veränderte Bewertung und auch Setzung des DaSeins als Mensch: Wir brauchen weniger von unseren tierischen Voraussetzungen und des tierischen Verhaltens, also unter anderem des belohnten Strebens nach Macht über Andere und damit der Unterdrückung der MitLebeWesen.

Wir müssen ('müssen', kommt etymologisch von 'muezzen' = "eine Chance wahrnehmen"!) die Dämpfung unserer Wahrnehmung auflösen, sowohl für die Mit-Menschen als auch allgemein für die Mit-Welt in der Umwelt.

Mehr Einsatz für unser Gespür, für die AusBildung der Wahrnehmung UND für die EinBildung der Gefühle, die Wir Abseits der Triebe (der Instinkte) auch sind. Und damit für all die bewussten Fähigkeiten in Uns, die Förderung des »Gefühls der Logik«, also der Folgerichtigkeit von Handlungen in einer bekannten Umwelt, der Bewusst-Heit von der Verletzlichkeit und Vergänglichkeit ALLEN DaSeins und der Freude, die es Allen bereitet, einander dabei, bei diesem kurzen, befristeten DaSein, zu achten und zu schützen und dabei wechselseitig Freude zu bereiten, auch indem Wir aufeinander Achten und füreinander Aufmerksam sind, statt nur allein für das Selbst, das Jedes ist. Der erste Schritt dazu, ist, anzuerkennen, das GENUG für ALLE vorhanden ist, das es keine knappen Ressourcen gibt, ausser Einzelne von Uns oder Wir Alle verknappen sie.
Künstlich! Und die Leses dieser Blogs wissen, was in diesem Begriff steckt, und zwar als fast einzige Eigenschaft in dem Adjektiv: menschlich. Künstlich = Menschlich, Menschen-gemacht, wenn ich also das Wort "künstlich" irgendwo lese, überprüfe ich stets, ob meine Füllung für dieses Wörtchen stimmt. Und ich lag noch nie daneben. Inzwischen geh ich soweit zu vermuten, das der Begriff für die Handlungen des Menschen bald alle in dem kleinen Wort "Kunst" landen oder schon gelandet sind. Das, weil das Thema dieses Beitrags von der Tarnung der Wirklichkeit handelt, somit ist das Wörtchen "Kunst" eine Tarnung der Es (das Kunst) Verursachenden, des so handelnden Lebewesens: Mensch.

Kunst = Mensch. Da frage ich nur: Von Was gemacht? Und da Kunst meist noch einen guten Geschmack bei Den diese Kunst wahrnehmenden und vor allem kaufenden erregt, sowohl in deren Worten (Kritik), als auch der aktuellen Zahlungsbereitschaft, lautet eine weitere Frage: Ist Kunst auch schlecht? Sie wissen jetzt, Was in dieser Frage eigentlich drinnsteckt. Antwort: Ja.

Aber zurück zu dem DaSein, um das Mensch herum und dem was da künstlich verknappt wird, warum auch immer?

Alleine die Sonne versorgt diesen Planeten TÄGLICH mit mehr Energie, als Wir je im Jahr verbrauchen können, und nun kommt die Wirklichkeits-Erkenntnis: Was machen Wir aus dieser Energie? Ein knappes Gut. Das Jedes teuer zu bezahlen hat, obwohl die Sonne freiwillig und für ALLE scheint. Sie dürfen gerne Lachen und Weinen, es ist genau das, was mir zu dieser Realität und Unserem Umgang damit oft genug nur noch bleibt.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.