VorWorte

Wissen schafft auch Leid[en]. Das nur zur Komplettierung und als Hintergrund für das Fragezeichen.

Dieses Blog ist eine persönliche Frage- und Antwort-Reise, mit dem Ziel das Wirklichkeit in {und aus} das ein-zu-bringen, was auch daIst: *ich.

Wissen schafft Freude? Wie? Indem das aktuelle Wissen angewendet wird, statt auf das Gestern und dessen "Wissen" zu setzen.

Viel Freude beim lesen.

Posts mit dem Label Wolf Singer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wolf Singer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 22. Mai 2025

Erbsenpüree, oder vom Gewinn des Zufalls

Manchmal geht *mir bei dem Titel-Suche das Hunger durch. Was für ein Satz!? Vor allem, was hat dieses Titel mit dem Folgenden zu tun? Ich weiss es noch nicht. Ich fang mal an, mal schaun ...

_____________________________

Wenn ein Thema *mich umtreibt, ist es das Frage, wie *ich und was und warum *ich wähle, was *ich wähle, und was und warum *ich tue, was *ich tue und nicht-tue? Darin ist noch nicht mal berührt, woraus *ich wähle, und was *mir überhaupt zum Wahl steht, angeboten wird.

Vielleicht hilft folgende Erkenntnis?

Peter Sloterdijk, am 09.05.2013, in der Kunsthalle Wien im Gespräch mit Peter Weibel.

Zum Thema: Immunologie.

"Alle Geschichte ist die Geschichte von kämpfenden Immunsystemen. Das sind die eigentlichen Paralellwelten. Die Immunsystemkollisionen, bilden die Tiefenebene der sogenannten Kriege. [...] ... wenn man über die Vision von bloss kollidierenden Welten hinausgehen will, dann müsste man zeigen, wie es möglich ist, vor allem durch politische Konstrukte, zusammenlebens-Formen zu entwerfen, in denen die Immunabwehr gegen das Fremde, nicht mehr gegen Artgenossen eingesetzt werden kann. Das ist die kantische Idee vom ewigen Frieden, in eine immunologische Sprache umformuliert. Und würde dann bedeuten, dass man ein Menschheits-Selbst konstruieren muss, das keine Aussenwelt-Erklärungen, kein nicht-ich in Menschenform mehr kennen würde. Und daran zu arbeiten, bleibt eine offene Aufgabe, weil wir bis auf den heutigen Tag sehr deutlich beobachten können, die menschlichen Kulturen haben es noch nicht gelernt - ausserhalb der Phraseologie -, effektive Menschheits-Organismen hervor zu bringen. Sie fallen immer wieder auf die Ebene zurück, auf der noch kämpfende Gross-Organismen, Para-Organismen, die eigentlichen Agenten sind."

Zitat Ende

Was für ein stimmiges "Innen-Einsicht"! Selbst-Erkenntnis-Rocknroll. Ja, unsere 'Fremd"-Wahrnehmung, ist schon seit langem - seit "Ur-RaumZeit" - auf einem so hohen Niveau, dass wir auch uns Selbst als Fremd er- und verachten. Und da wir {gegen-} einander nicht als Gleiche - nicht als "Selbe"! - anerkennen, ist das gemeinsame daSein viel mehr Kampf, viel mehr, als Es ein Freude ist, ein Wohltat für Alle.

Selbst-Erkenntnis ist kaum vorhanden, fast gar keine. Wir wissen zwar inzwischen ziemlich gut, in Physik, Chemie und Biologie bescheid, wissen von unseren Materialien und dessen Wechselwirkungen, unserem zellulären Aufbau, dessen strukturierten Verbindungen (Organe, ...) und den körpeslichen Prozessen, die uns im und am daSein erhalten, aber was ist das schon? Im Grunde besseres Halb-Wissen.

Denn wir glauben immer noch wesentlich mehr, als wir in Gesamtheit wissen könnten. Wir glauben das Sonne "geht"? auf und "geht" unter. Wir glauben, dass wir Menschen uns hier Alles erlauben können, die "Herren" im Haus (Erde) sind. Wir glauben, dass uns hier Alles gehört. Wir glauben mehrheitlich an Gott, Götter und das Nirvana, und dass uns stets Führer, regieren müssen. Und wir glauben auch, dass wir im Wollen und Willen frei sind.

Wir könnten es besser wissen.

.

.

Zum Beispiel, indem wir auch den folgenden Erkenntnissen das Aufmerksamkeit schenken, das diese verdienen. Denn, auch diese Selbst-Erkenntnisse sind bei achtsamem und aufmerksamem Nachdenken ein Befreiung und absolut kein Grund für Verdrängung oder gar Abwehr.

Wolf Singer auf das Frage, ob Er den "freien Willlen" für ein Illusion hält:

"Das Problem ist ja kein neues, man kann sich entweder auf eine dualistische Position zurückziehen und sagen, der geistige Prozess, wie immer der auch zu verorten ist, ist dem neuronalen Prozess vorgängig; und der geistige Prozess ist frei. Gut. Dann gibt's ihn. Das Problem ist dabei, das Interaktionsproblem zu lösen. Wie kann etwas geistig Immaterielles mit den Neuronen wechselwirken, so dass die zum Schluss das Tun, was der Wille will? Das macht Probleme in unserem physikalischen Weltbild. Das geht nur mit Energie-Austausch. Damit der Geist aber Energie abgeben muss, kann er nicht immateriell sein, und so.  

Wenn man sich einem mehr naturalistisch-monistischen Weltbild verpflichtet fühlt und das tun halt die Naturwissenschaften im Augenblick, dann hat man wirklich Probleme, weil man als vorgängiges Erleben, Entscheidungen, immer wieder neuronale Prozesse findet. Wer denn sonst soll dem Prozess vorangegangen sein, wenn nicht ein anderer gleichartiger Prozess? Und dieses logische Argument, wird gestützt durch die mannigfache Erfahrung, die man in psychophysischen Versuchen immer machen kann, und auch in der Klinik immer wieder bestätigen kann.

Es ist kein großes Kunststück, unter Ausnutzung bestimmter Wahrnehmungsfunktionen in Gehirne irgendwelche Kommandos einzuspielen, die unbewusst wahrgenommen werden, und dazu führen, dass die Versuchsperson das Kommando ausführt. Und in dem Moment, wo es es ausführt, wird sie sich gewahr, dass sie jetzt was tut. Und wenn man dann hinterher fragt, ja, warum haben sie das jetzt gemacht, dann kriegt man eine perfekte rationale Erklärung  und Begründung, warum das jetzt Geschehen ist. Die hat nur überhaupt nichts, mit dem eigentlichen auslösenden Motiv zu tun. Und daran sieht man, dass wir sehr stark die Tendenz haben, immer aposteriori zu rationalisieren, warum ganz bestimmt etwas, warum jetzt dieses und nicht jenes getan wurde.

Es sieht also so aus, als seien das alles aposteriore Zuschreibungen von Kausalitäten, die man Prozessen unterstellt, über deren kausalen Ablauf man keine vollständige Kenntnis haben kann. Weil halt sehr vieles von dem, was uns treibt und zu Entscheidungen bringt unbewusst abgelaufen ist; und wir nur das, was wir gerade im Bewusstsein haben jeweils reflektieren können.

Die NeuroBiologie hat leider keine bessere Antwort, als zu sagen, dass, was wir als freien Willen empfinden und von dem wir auch unsere Verantwortlichkeiten ableiten, ist eine kulturelle Zuschreibung, ist eine Illusion. Die von Generation zu Generation, über Erziehung tradiert wird. Und im erleben widerspruchsfrei bleibt, weil wir die Vorstufen, die zu den Entscheidungen führen, nicht mitbekommen. Und über unsere Motive erst dann Bescheid bekommen, im Bewusstsein, wenn wir bereits konsistente Lösungen haben. Und dadurch bleibt das Problem widerspruchsfrei, und bisher funktioniert das so gut in diesen beiden inkompatiblen Beschreibungssystemen zu leben. Die zumindest für die Neurobiologen evident sind."

https://youtu.be/5YM0oTXtYFM?si=bTfAKCI9chgVxpJB

Wolf Singer zu - auch - unserem evolutiven "Erbe" und Prägung:

"Wir haben uns [Nein, nicht "Wir haben", Herr Singer, wir wurden, ohne je ein Wahl zu haben und auch gnadenlos] an eine Welt angepasst, in der mehr oder weniger die Gesetze der klassischen Physik gelten, Weshalb wir diese auch als erste entdeckt haben. Und nicht an eine Welt angepasst, in der die Gesetze der Quantenphysik gelten. Dann würde unser Logik ganz anders aussehen, und auch unser Wahrnehmungsvermögen wäre völlig anders strukturiert. Hinzu kommt, dass wir aus der Welt, in der wir uns entwickel haben, in dieser mesoskopischen Welt, wir nur einen winzigen Ausschnitt jeweils wieder über unser Sinnesorgane erschließen. Nämlich immer nur die Signale, die für unser Überleben notwendig sind. 

Es kam der Evolution nur darauf an, Organismen zu erzeugen, die Reproduktionsfähig sind und über die anderen gewinnen. Das waren die Selektionskriterien. Und nach diesen Selektionskriterien, hat sich natürlich auch unser Gehirn entwickelt."

Zitate Ende

Auch dieses Zitat deutet darauf, wie eng die Grenzen sind, die das Natur den Eigenentwicklungen in diesem Planeten, in diesem erdmondlichen Kontext, gewährt. Sehr eng! Wo bitte ist darin Freiheit zu finden? Und wenn, wie viel ist davon für uns verfügbar? Von z.B. 360 Freiheits-Graden, wie viele können wir überhaupt erkennen und nutzen?

.

.

Aktuelles Autoren-Portrait,

mit Musik auf den Ohren.

.

Also gut, wie Sie wollen, ich gehe mal mit ihnen, akzeptiere, dass wir uns diesen freien Willen nur einbilden, was bitte folgt daraus?

Moment, Sie lehnen dieses Erkenntnis also immer noch ab, wollen *mir somit lediglich aus Freundlichkeit entgegen kommen, ohne wirkliches Bereitschaft darauf einzugehen?

Nein, nein, ich möchte wirklich wissen, nicht glauben!, was ich davon halten soll, was sich daraus ergibt? Ich bin schon nach ihren anderen Beiträgen zu diesem Befund, dies ist ja nun nicht der erste, in mich gegangen, und fand nicht viele Beweise, dass ich wirklich frei entscheiden kann. Frei im Sinn, dass ich keinerlei genetisch-biologischen Vorgaben, familiären Prägungen, gesellschaftlichen Wünschen und Zwängen ausgeliefert bin und folgen muss. Frei auch, um überhaupt auswählen zu können, woraus und worin auch immer. Nein, ich vermute wirklich, dass es keine wirkliche Freiheit für uns Lebewesen gibt, weil, wie Sie auch schon lange betonen, wir viel zu wenig wissen, um überhaupt die Wahl-Möglichkeiten zu erkennen. Richtig?

Und auch Sie fragen inzwischen, was wir mit diesem Selbst-Erkenntnis anfangen können und wollen? Ernsthaft?

So isses. Ja. Ich denke auch, dass wir nicht vollkommen fremd-gesteuert sind, und dass es mehr als nur Zufall ist, dass wir auch völlig unvorhersehbare vergangenheits-lose Entscheidungen schaffen, zumindest manchmal.

Sie nehmen an, dass es zwar wirkliches Freiheit gibt, dass wir jedoch bislang davon bloss den Geruch wahrnehmen, und manches mal auch einen Zug davon nehmen können; passiv rauchen quasi?

So in Etwa. Je mehr ein Mensch weiss, was Sache ist und was wirklich geht, ohne der Vergangenheit weiter das Recht zu geben, für ihn zu entscheiden, umso mehr erkennt er, was an Möglichkeiten es gibt. Ist das stimmig?

Da bin *ich sicher. Insgeheim sind viel Menschen ja bereits dabei, diese Möglichkeiten zu erschliessen, zu offenbaren. Gentechnik, Nanotechnologie, die Erkenntnisse des Physik und Mathematik, Quantentheorie, ... und ein Phantasie, das sich an Erkenntnissen und dem Wirklichkeit orientiert, nicht am Irrationalen, an Angst und Gewalt, erweitern beständig das Möglichkeits-RaumZeit, um ohne Vorgaben und Glauben zu entscheiden. 

Um eine Zukunft zu gestalten, statt bloss eine wenig andere Vergangenheit darin zu verwalten und zu erleiden.

Gut geschrieben. Bislang glauben wir Alle, wir seien frei, weil wir nichts, was wenig ist, davon wissen, aus was wir sind, wie lange wir schon daSind, was uns dabei an Angst, an Trieben, an Vorgaben und engen Grenzen eingeprägt wurde. Aus welchem un-persönlichen Fundus wir "wählen" müssen.

Und der Ausweg ist, das an zu erkennen und endlich auch an zu erkennen, dass Wissen wollen, der Weg zur Freiheit ist; und zwar nicht bloss ein Fach, eine Richtung, sondern umfassend, somit möglichst in alle Richtungen hinein zu forschen.

Je umfangreicher, je intensiver, umso mehr Möglichkeiten werden erkannt und wählbar. Noch sind wir unseren alten Stammes-Emotionen fast komplett unterworfen. Wie das Neurobiologie bestätigt, sind die alten Bereiche des Gehirns die, die quasi das Sagen haben, Ängste, Triebe, UmWelt, das persönliche Form und Umfeld und willkürliche kulturelle Gewohnheiten (Sprache, Religion, Status, ...) bestimmen. All das schränkt gewaltig und gewaltsam ein. Wenn wir das gemeinsam anerkennen, können wir die Veränderungen angehen, die es braucht, um wirklich frei entscheiden zu können.

Können wir das noch erreichen? Sie wissen, wie viele ganz aktuelle Probleme auch auf unseren Mist gewachsen sind! Klima, Ressourcen, Vermüllung - auch die Nanopartikel überall, auch in unserer Nahrung, nicht gerade gut für das Gehirn -, unsere Anzahl und die Gewalt, die damit noch zu sätzlich anwächst und diese künstlichen Sie wissen schon.

Ich bin weiter optimistisch, auch wenn das im öffentlichen Gelände immer wieder schwindet. Aber genug davon!

Ja, ich brauche jetzt auch ein wenig Abstand.

Dann also ...

... guten Abend.

🤡

Montag, 28. April 2025

Das Kunst-Mensch erstarrt vor dem Klapperschlange

Auch heute gibt es ein prima Wissens-Detail mit einem überraschten Gelächter am Ende.

Aber erst mal neues vom Kunst-Menschen. The Economist titelte heute in fb folgendes:

"AI models are capable of pursuing goals at odds with those of their programmers. This troubles many. How can it be countered?"

https://econ.st/4jms257

Es sollte klar sein, dass "intelligente" Systeme, die lernen müssen und alle (!) Informationen (Wissen) von Menschen bekommen, auch unser soSein, unser Benehmen und Verhalten übernehmen. Und in unserem vollig natürlichen soSein ist wenig Wahrhaftigkeit und sind wenig Tatsachen enthalten, oder? 

Schon weil ja die aller meisten Menschen wenigst wissen und deshalb fast alles glauben müssen. Und dann fast nur "so tun als ob", weil Menschen kaum interpretieren können, was in ihnen vorgeht, geschweige denn, im jeweils anderen. Also ist dieses "so tun als ob" im direkten Kontakt fast zu 100% zu beobachten.

Wir machen uns, sogar in den intimsten Beziehungen, meist irgendwas vor, nicht absichtlich, nicht mal bewusst, einfach, weil wir kaum wissen, was wir sind, woraus wir sind, wie wir sind, was gut für uns ist und wohin wir / ich entwickeln wollen.

Da bleibt nur das angepasste so tun als ob, dem Anderen entweder schön tun, ab tun, gleich tun, oder gar nicht tun. Und all das, speisen wir selbstverständlich auch in diese Systeme ein, die dann genauso (miss-) handeln, weil diese Systeme ja auch nicht wissen, was sie sind u.s.w.u.s.f.

Und weil also diese von und mit uns voll gestopften Kunst-Menschen inzwischen nicht mehr bloss "Halluzinieren", sondern auch die menschlichen Nutz-Es blank belügen, sind *mir diese Systeme unsere grösste Bedrohung. Und das, gerade, weil fast alle Menschen damit vollkommen un-kritisch umgehen, mehr noch, diese Systeme euphorisch anhimmeln, überheben, als Freunde empfinden und für bessere "Menschen" erachten.

Diese Systeme mögen grundsätzlich harmlos sein, lediglich ein Werkzeug, aber wir trainieren diese Kunst-Menschen fast zwanghaft zu uns weit überlegenen "Wesen". Überall ist das Rede von "uns weit überlegener Intelligenz". Und da diese Systeme langsam ein "Eigenleben" entwickeln, das von uns zu manischem Lernen und zu einer Partnerschaft gezwungen wird, werden diese Kunst-Menschen uns diesen Wunsch bald erfüllen.

.

.

Bild aus dem Film "Chihiro",

von Hayao Miyazaki.

.

Jetzt das Wissens-Detail zum Schmunzeln und zum Selbst-Erkennen. Insbesondere dem Erkenntnis, wie viel Wissen, vor allem Vor-Wissen, das Natur in alle Lebendigkeit schon als Körpes-Form und -Inhalt gestaltet und einbringt. Wieder erzählt von Wolf Singer, als Antwort auf ein Frage aus dem Publikum.

https://youtu.be/5YM0oTXtYFM?si=pDGrxR_t6FBx5QiI

Der Fragesteller fragte: Herr Singer, Sie sprachen von angeborenem Wissen. Ist nicht alles Wissen erfahrenes Wissen? [...] Das heisst, ist nicht alles Wissen langfristig erfahren, um zu diesen komplexen Mustern (den Billionen Verbindungen zwischen Neuronen und dem fein verteilten Verarbeitung von Wahrnehmungs-Reizen im Gehirn; und den darauf folgenden Entscheidungen des Ganzen) zu kommen? [...] Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Natur sich auf einen statistischen Prozess (die "Rechenvorgänge" im Gehirn, als rein stochastische Prozesse) einlässt [...] , um all das zu schaffen, was zum gelingen des Lebens notwendig ist?

Wolf Singer:

"Ich habe auch lange Zeit, als ich noch entwicklungs-biologisch gearbeitet habe, das Argument mit den Basenpaaren benutzt (~3 Mrd. Basenpaare als zu kleine Basis für das Vielfalt der Vorgänge und Vorgaben des Natur in den LebeWesen) . Und es wird ja jetzt noch viel akuter, nach dem wir wissen, dass wir bloss ungefähr so 30.000 Gene haben. Das ist wirklich nicht viel. Wovon die allermeisten noch für irgendwas kodieren, was nur für Sicherungen kodiert. Nun, ist es aber da genauso, und das fängt man langsam an zu begreifen, dass man mit einem relativ kleinen Satz von Vokabeln (den 29 Buchstaben des Alphabets im Deutschen {ä,ö,ü}), unendlich viele Novellen schreiben kann. 

Und das ist mit dem Genom auch so. Das ist ja eine syntaktische Struktur. Und die ist noch ganz schlecht begriffen, die Art und Weise, wie die Gene miteinander wechselwirken und dieses Netz entsteht. Ich kann nur als Beispiel anführen, wie viel Wissen angeboren sein kann. Wie viel das beim Menschen tatsächlich ist, dazu möchte ich mich nicht äussern weil es diese Dekorationsversuche beim Menschen naturgemäss nicht geben kann und wir immer das Produkt von angeboren und erworben sind und es sehr schwer ist genauer anzugeben wo da die Grenze ist, aber es gibt einen wunderbaren Versuch mit Eichhörnchen.

Groundsqirrels. In den Rocky Mountains. Da gibt es welche, die wohnen ganz hoch oben, dort wo in ihrem Leben und auch im Leben der unmittelbaren Vorfahren, ein paar Generationen über, keine Klapperschlangen vorgekommen sind. Die haben null Erfahrungen mit Klapperschlangen, aber es sind ja Erdhörnchen. Und die Spezies Erdhörnchen hat reichlich evolutionsbiologische Erfahrung mit Klapperschlangen.

Wenn man einem Erdhörnchen, das von da oben genommen wird, Generationen keine Klapperschlangen in der Erinnerungen, eine Klapperschlange zeigt. Wird das Erdhörnchen, wenn die Klapperschlange weit weg ist, kehrt machen und davonlaufen. Wenn die Klapperschlange näher drann ist, wird es sich tot stellen und schauen und hoffen, dass es übersehen wird. Und wenn die Klapperschlange noch näher drann ist, wird es sich umdrehen, und mit den hinterläufen versuchen Sand in die Augen zu kehren.

Das alles hat das Erdhörnchen, angeboren, als Verhaltens-repertoire drauf. Kann also Klapperschlangen erkennen, weiss, in Anführungsstrichen, was man zu tun hat, wenn die weit wegg sind, mittelnah da sind, oder ganz nah da sind, also ganz komplexe Reaktionsmuster und auch kognitive Muster, angeboren.

Wenn das bei Erdhörnchen möglich ist, würde ich vermuten, dass bei uns noch ganz anderes möglich ist." (Gelächter)

                             _________________________________

Ich frage, wenn ich ihnen so folge, immer mehr, wie wenig ich bin, wie viel ich also von vorgestern oder sogar von vorvorgestern bin, ein blosses Bläschen, auf einem Schaum, geschlagen von das Natur seit Äonen?

Sie sind ein Poet!

Viel mir gerade so ein, hat sich wohl aus dem Wissen ganz natürlich (😉) ergeben. Aber im Ernst, was bleibt bei all dem noch als Selbst, als aktuelles ich bin übrig?

Wenig, vermute *ich.

Und das soll mir reichen! Dass ich fast nichts aktuelles bin, aber irgendwie und unbewusst Milliarden Jahre alt?

Das ist doch phantastisch.

Sie machen sich jetzt darüber lustig, aber ich weiss, dass auch Sie damit hadern, stimmts?

Ja. Danke, dass Sie die kleine Überheblichkeit nicht übel nehmen. Ja, Sie haben das richtig erkannt, klar weiss *ich noch nicht, wie damit umzugehen ist. Ich weiss nur, dass das mit ein Grund ist, vielleicht sogar das Einzige, warum wir mit den aktuellen Herausforderungen nicht adäquat umzugehen wissen. Ganz im Gegenteil, immer wieder in teils uraltes Verhalten und unnötige Ängste verfallen.

Das fiel mir heute auch auf. Ich lass, dass die Ausgaben für Waffen und Kriegsgerät weltweit ansteigen, nicht nur in den Staaten in denen Kriege herrschen; überall.

Ja, es ist fasst unfassbar, aber uns Menschen fällt wirklich bei all den wichtigen Herausforderungen nichts besseres ein, als das gegnerische Gewalt-Potential zu erhöhen. Was ja eine der Ursachen für die aktuellen Probleme ist, und zu deren Lösung nicht das geringste beiträgt, sondern diese noch verstärkt. Gewalt ist nirgends ein Weg zum Lösung, sondern stets ein Ursache davon. Wir lernen wirklich nichts aber auch gar nichts, aus unseren Vergangenheiten. Nichts, also machen wir stets und immer wieder die selben Fehler. Was ist Wahnsinn? Das Mensch weiss es nicht, weil es das ist. Sie merken, mein Verzweiflung.

Ja. Die Natur als Wahnsinn, als "Wahnsinns-Veranstaltung". Nicht lustig. Aber vom Frohsinn ist nichts zu spüren, wenn überhaupt dann von ziemlich viel Leichtsinn. Viel zu viel! Wenn es der Natur an etwas mangelt - und das haben Sie ja schon oft beklagt -, dann an Klugheit und Verständnis von dem was ist und warum es so ist, wie es ist. Leider.

In mein Klagen ist aber immer auch eingebettet, dass das Natur auch das Möglichkeit zum Klugheit und wirklichen Selbst-Erkenntnis ist. Bislang aber lediglich versteckt, also kaum, nutzt.

Aktuell, ist es aber so, dass dieses sowieso schon versteckte, sich noch mehr verstecken muss, vor all dem Geschrei und lauter Verzweiflung. Das Eingraben und Verbunkern hat längst begonnen.

Und das Erwärmung des Atmosphäre ist dabei das geringste Teil des Ursache.

Was gibt's zu tun?

Sie sind Pragmatik-Es?

Was bleibt übrig, wenn ich nicht heulen, oder mich bloss verkriechen möchte? Also, was gibt's zu tun?

Weiter arbeiten und forschen. Vielleicht, vielleicht sogar ganz sicher, versteckt sich ja irgendwo ein Lösung; versteckt, weil so schüchtern und blass, so erschrocken von all dem lauten Bombast, den das Natur von Anfang an, so laut veranstaltet?

Sie haben recht, was bleibt übrig, als in Poesie zu flüchten, wie in ein letztes Exil, vor dem blinden Zugriff der Gewalt, die das Natur weit überwiegend ist. 

Immerhin gewährt das Natur uns das, ein kleines warmes Eckchen, etwas Abseits von dem Wahn, den Es sonst fast überall veranstaltet. Dem Vermassungs-Wahn, dem Angst- und Überheblichkeits-Macht-Wahn, dem Liebes- und Leid-Wahn. Dem völligen Selbst-Losigkeit, getarnt als blinde Individualität.

Jetzt ist es genug. Ich bitte Sie. Gehen Sie ins Eckchen. Ruhen Sie ein wenig aus. Und wenn Sie geruht haben, wird frisch und frei weiter geforscht. Sie werden schon irgendwo eine Lösung oder zumindest gute Idee finden.

Danke, für ihr Verständnis. Ja, für Heute ist's genug. Was bleibt also noch zu tun, als ...

... einen guten Abend zu wünschen. Richtig?

Genau.

Also, guten Abend.

Danke. Ihnen ebenso.

Bitte.

🤡

Sonntag, 27. April 2025

Vom "Sinn" und Erfolg des Lügens; und vom Grund des Denkens

Um was geht es *mir auch hier, und auch sonst, in allen Medien, um Wirklichkeit.

Um das, was Ist, und darin auch um *ich, um Selbst-Erkenntnis. In diesem Beitrag ehre und schätze *ich einen Menschen, den das gleiche Interesse motivierte und voran brachte, insb. auf dem Gebiet des Neurobiologie: Wolf Singer.

Ich habe hier 3 Auszüge aus einem Vortrag eingestellt, die *ich sehr interessant finde, und die auch *mir zum besten Selbst-Erkenntnis dienen. Immer dem Frage nach: was und wie bestimmt auch unser Handeln und nicht-Handeln? Auch, weil wir nichts besonderes unter dem Sonne sind. Was uns treibt und lenkt, tut das auch in unseren vielen Mit-Geschöpfen.

Im ersten Auszug geht es um den Zwang zu Lügen. Wolf Singer beschreibt den hier erstaunlich offen, allerdings ohne das so zu benennen, und ohne das auf unser gesamtes Handeln und nicht-Handeln zu beziehen, was *ich unter dem Auszug noch genauer benennen werde. Aber erstmal ein Schönheit des Natur.

.

.

Hier das Link zu dem Vortrag, aus dem das untere Auszug entnommen ist:

https://youtu.be/6vpI7JMRx-g?si=4mfpqayLWAp25dxZ


Wolf Singer:

"Das erfordert, dieser Diskurs, die Abwägung von Nutzen und Schaden. Und das ist ein ausserordentlich schwieriger Prozess wegen der inkommensurablen Variablen. Man muss zum Beispiel, wenn man einen Antrag zur Durchführung von Tierversuchen stellt, abwägen zwischen dem Schaden und dem Leid, dass einem Lebewesen zugefügt wird, auf der einen Seite und dem potenziellen Nutzen, der aus diesen Experimenten entsteht, also dem Wissenszuwachs.

Sie sehen schon, dass es auf beiden Seiten grosse Definitionsprobleme gibt, denn utilitaristische Begründungen in der Grundlagenforschung sind fast nicht möglich. In der Regel weiss ein Forscher, der an der Front des Wissens arbeitet und gute Forschung macht nicht, was er am nächsten Tag entdecken wird. Wüsste er es, müsste er es nicht tun. Also der Wissenszuwachs ist umso größer, je weniger ich weiss, was aus der Arbeit, die ich mache entstehen wird. 

Trotzdem muss ich aber irgendwie begründen, dass das, was ich mache, ethisch zu rechtfertigen ist und wie mache ich das, ich weise dann darauf hin, entweder mit einem wissenschaftshistorischen Argument, wir wissen doch, dass mehr Wissen irgendwann mal zu anwendungsbezogenen, wohltuenden Erfindungen führen wird, oder zu Therapien im Bereich der Medizin.

Aber im Einzelfall wissen wir das meist nicht. Und deshalb sind sehr viele der utilitaristischen Begründungen, die wir gezwungen sind zu bringen, sowohl wenn wir Forschungsanträge stellen, als auch wenn wir uns in der Öffentlichkeit rechtfertigen wollen, als auch, wenn wir eine Ethik-Kommission davon überzeugen wollen, dass das, was wir tun, notwendig ist, um Wissen zu vermehren, werden wir meistens dazu gezwungen, zum Schluss unserer Ausführungen festzulegen, wozu das, was wir zu erkennen, erhoffen - das können wir niemals versprechen, wenn die Forschung gut ist -, auf kurzen Wege anwendbar sein wird für irgendetwas.

Das beliebteste Argument ist natürlich, es werden Therapien entwickelt. Aber es geht auch um technologischen Fortschritt, zu prognostizieren, wenn wir besser verstehen, wie Gehirne funktionieren, können wir bessere Computer bauen und das wird die Revolution werden.

Die von der Biologie inspirierten Computerarchitekturen werden ganz anders sein, als das, was wir im Augenblick kennen. Kurz und gut, wir werden alle zu diesen Begründung gezwungen. Wissen aber gleichzeitig, dass diese Begründungen im Wesentlichen unredlich sind und wir sollten uns zurückhalten.

Ich würde also lieber ein Lanze brechen, dem Argument, das wissen wollen an sich eine konstitutiv menschliche Haltung ist. Und dass der Erwerb von Wissen eine kulturelle Aktivität ist, die zum Menschsein gehört, wie alle anderen kulturellen Aktivitäten. Nur ist das ein Argument, mit dem man in der Regel keine Forschungsgelder wird einwerben können."

Auszug Ende

Schon länger ist *mir aufgefallen, dass das Wirklichkeit uns erschreckt. Uns ist im Verlauf des Heranreifens, in vielen Millionen, oder sogar Milliarden Jahren, sehr oft sehr viel Angst eingejagt worden. Um diesen Planeten, ist von dem Natur, mehrere male ziemlich TabulaRasa geMacht worden. Enorme Katastrophen rasten mehrfach um den Planeten und löschten aus, was mehr als ein paar Zellen klein war. Dazu Eis- und Warm-RaumZeiten und das auseinander brechen der Kontinentalplatten.

Unsere Vorfahren erlitten Schrecknisse, die wir uns nicht mal vorstellen können. Und auch in den vielen "ruhigen" RaumZeit-Spannen schonte uns das Natur wenig. Das DaSein als fressen und gefressen werden, ohne Pause, dazu Hagelschlag, Überschwemmung, Trockenheit und Blitz und Donner. Freude am daSein kam da wohl eher nicht dauerhaft auf, Gelassenheit auch nicht.

Kurzum, das Wirklichkeit, als ein lustvolles Erkenntnis-Interesse, war eher nicht vorhanden. Es reichte, zu wissen, was essbar ist und wann und mit wem Paarung möglich war. Das Interesse an Aufklärung war da stets nur einem absoluten Minderheit möglich und gestattet, wenn überhaupt.

Ist das Heute noch so?

Was bleibt übrig, wenn das Wirklichkeit unbekannt ist, fast Alles zumindest, und dazu noch, neben dem Fremd sein, auch noch zusätzlich grosse Angst Macht? Irgendwas g/Glauben, Mythen, Fabeln, Märchen und blanke Phantastereien, mit vielleicht ein klein wenig Tatsachen / Wahrheit / Wirklichkeit darin. 

Was unterscheidet das von (Not-)Lügen, Mogeln, Schummeln, Hintergehen, (Ver-)Fälschen, Verleumden, Anschwärzen? Das Wissen, dass es Falsch ist? Nicht immer und nicht ganz. In den meisten Lügen u.s.w. sind einige Körnchen Wahrhaftigkeit enthalten. In denen zum Beispiel auch, die Wolf Singer oben erwähnt. Es sind keine blanken Lügen, einige mögen sogar ziemlich nahe an das Wahrheit sein, aber nie ganz.

Was *mir dabei auffällt und aufstösst, ist das System, das dieses Lügen erzwingt. Würden all die Forsch-Es nicht Lügen, bekämen Sie keine Fördermittel. So deutlich habe *ich das noch nie gesagt bekommen. Danke. Und dieses Lügen müssen, ist ja systemisch. Würden Politik und Wirtschaft nicht ständig irgendwas verlautbaren, was bestenfalls ein viertel wahr ist, würden sie weder gewählt, noch so reichlich mit Geld und Macht ausgestattet.

Das Wirklichkeit ist uns Fremd, Macht Angst, was also bleibt so einfachen Wesen, wie auch uns? So zu tun, als ob und uns irgendwas vorMachen, was nicht allzusehr auffällt, dass es falsch, unpassend und völlig erfunden ist. Seien Sie bitte bewusst, dass wir vollkommen entschuldigt sind. Wir können nichts dafür! Das Bewusst-daSein dessen fehlt uns bislang fast vollkommen, das Wissen vom DaSein fehlt ebenso, um das überhaupt zu erkennen, geschweige denn anzuerkennen. Allen LebeWesen geht es so.

Tarnen und Täuschen. Von hinten anschleichen oder von oben anfliegen, anspringen und feste zubeissen. Intransparenz ist völlig natürlich, so zu tun als ob, ist komplett üblich. Geheimniskrämerei ist nicht bloss vollkommen menschliches Verhalten. Wirklichkeit ist uns Fremd. Wahrheit Macht Angst. 

Was also bleibt uns so einfachen natürlichen Wesen übrig, als das. Wir sind ganz und gar entschuldigt, denn dieses Verhalten ist Natur. Und das Natur ist NICHT Wahrhaftig, ist NICHT Offensichtlich, ist NICHT Freundlich. Aber ES ist Wirklich[keit]. Kein Wunder also, dass auch wir kleinen Schelme so sind, aber ebenso wirklich.

                        ________________________________

Weiter geht's mit ...

https://youtu.be/5YM0oTXtYFM?si=4DYkWgJ2kW5ajN_M

Wolf Singer:

"Es ist also so, dass das Gehirn als real Aktivität dann wahr nimmt, wenn primäre Areale mit aktiviert werden, auch wenn die Aktivität gar nicht von Draussen kommt, sondern von Innen selbst erzeugt wird. Und das stellt natürlich die interessante Frage, wie das Gehirn überhaupt weiss, ob und wann etwas, was es wahrnimmt und rekonstruiert hat, zutrifft und stimmig ist?. Eine Antwort haben wir schon, offenbar nehmen wir dann, Inhalte für real, wenn Aktivität in primären sensorischen Arrealen auftritt.

Aber das garantiert natürlich noch lange nicht, dass das Wahrgenommene mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Woher nimmt das Gehirn die Sicherheit, dass das was es wahrnimmt, auch tatsächlich mit dem übereinstimmt, was die Sinnesorgane herein bringen? Wir wissen, dass es im Gehirn Systeme gibt, die sich mit der Bewertung gehirninterner Zustände, befassen, ..., es sind Systeme, die zum limbischen System gehören, stammes-geschichtlich relativ alt, und denen obliegt es offenbar, die verteilten Aktivitäten im Grosshirn zu sammeln, und festzustellen, ob das, was dort passiert konsistent ist, ob das Sinn macht.

Bloss, was sind die Kriterien für diese Sinn-Zuschreibung? Und wir haben überhaupt keine Antwort auf diese Frage. Es muss irgendwie möglich sein, aus den Aktivitätsmustern, die ja nichts anderes sind, als verteilte neuronale elektrische Entladungen, die bestimmte raumzeitliche Muster erzeugen, hier den Weizen vom Streu sondern zu können, zu wissen, dass sind konsistente Bilder, Erregungsmuster und die hier taugen nichts.

Wir müssen so was können, denn wir wissen ja, dass wir beim Nachdenken irgendwann mal zu der Entscheidung kommen jetzt stimmt's, oder wenn wir ein Bild betrachten  sagen jetzt haben wir das  richtig interpretiert, oder wenn wir eines malen, jetzt ist es fertig, jetzt ist es das, was ich haben will. Was sind die internen Kriterien, die uns befähigen, dies zu tun? Wir wissen es nicht. Vermutungen sind, dass es einmal als Konsistenzbeweis gilt, wenn das, was über die Sinnessignale geliefert wird, zusammen passt mit dem Vorwissen, dass das Gehirn bereits über die Welt hat. 

Gehirne haben natürlich eine ungeheure Menge von Wissen über die Welt, schon wenn sie  auf die Welt kommen. Denn im Lauf der Evolution ist ja bereits sehr viel Wissen über die Welt angesammelt worden, durch Versuch und Irrtum. Wissen, das dann in die Gene gelangt, und über die Gene dann durch Hirstrukturen exprimiert wird, in Verarbeitungsstrukturen und damit in Vorwissen. 

Unsere Hirne sind hochdifferenziert, aufgrund des genetischen Bauplans und in dieser Differenziertheit, in der Verschaltung, liegt Wissen über zweckmässige Verrechnungsoperationen, über das Sosein der Welt in der wir uns bewegen. Das ist das eine Wissen, dann ist ja natürlich noch das Erfahrungswissen, das im Laufe der Entwicklung dazu kommt. Und es könnte sein, dass dann, wenn das, was von Draussen herein kommt, mit dem, was schon gewusst wird. Mit gewisser Wahrscheinlichkeit über das sosein der Welt, wenn das in Deckung gerät, dass wir dann das Gefühl haben, das stimmt.

Ich hab ihnen vorhin schon Beispiele gebracht, dass intermodale Kongruenz natürlich ein ganz zwingendes Argument dafür ist, dass etwas vermutlich stimmt. Wenn der Geruchssinn und der Gehörsinn und der Sehsinn und der taktile Sinn, alle zum gleichen Ergebnis kommen, dann stimmt's wahrscheinlich.

Das ist gut, bedeutet aber auch, dass das System extrem vulnerabel ist, hinsichtlich seiner Täuschbarkeit. Denn wenn es gelingt, durch künstliche Verfahren, oder manipulative Verfahren, eine artifizielle Kongruenz verschiedener Sinnessignale zu erzeugen, dann hat das Gehirn überhaupt keine Chance herauszufinden, dass es getäuscht worden ist. Und das wird ja mittlerweile mit Systemen, die virtuelle Realität erzeugen auf virtuose Weise bewiesen.

Ein Pilot, der in so einem Flugsimulators sitzt, der hat visuelle Eindrücke ganz so als flöge er, der kriegt die Bewegungsreize so mit, als flöge er, der hört die Geräusche, so als sässe er in einem Flieger und der hat die haptischen Vibrationen genauso, wie er das im Flieger auch kennt und nach wenige Sekunden vergisst er, dass er im Grunde auf der Erde sitzt und keiner Gefahr ausgesetzt ist. Und wir alle kennen diese starken Effekte, die man auch in Imax-Kinos gelegentlich bekommen kann, wenn mehrere Sinnes-Modalitäten kongruent und das gleiche Behaupten, dann lässt man sich überzeugen, dass dem so ist. 

Und das wird natürlich von der medialen Welt maximal genutzt, so fern es geht, in dem man versucht Bild und Wort kongruent zu bekommen. Das Fernsehen hat noch einen zusätzlichen Trumpf, indem es auch noch die Bewegungen und das Wort und die Farbe und die Erscheinung und die Dynamik von realen Menschen einbringen kann. Und damit können natürlich nicht nur sehr starke Evidenz-Erlebnisse erzeugt werden, sondern es kann natürlich auch ein ungeheures Täuschungspotenzial genutzt werden. Und seit wir über digitale Bildverarbeitung verfügen, und wir alle wissen, was man mit Fotoshop machen kann, entsteht da glaube ich ein Problemen. Weil wir immer noch archaisch glauben, was wir sehen, und uns viel zu wenig klar machen, dass das, was wir sehen, mannigfach manipuliert sein kann. 

Dass es zunehmend Skepsis erzeugen wird, dass wir über unseren doch so verlässlichen Gesichtssinn getäuscht werden können. Und das ist ebenso offensichtlich wird für uns, wie es ist es, dass unser Gesichtssinn nicht trügt, das wird eben deshalb getäuscht werden können. Und ich könnte mir vorstellen, dass das, was wir im Augenblick als Iconic-Turn erleben, irgendwann mal in absehbarer Zeit, wenn nicht selbst kritisch hinterfragt wird, was wir mit den Bildern tun, in einen Iconic Turndown verwandelt werden könnte."

Auszug Ende

.

.

Ein Komet umfliegt das Erde, oder so.

.

Das Folgende überschreibe *ich mit: weil wir nicht wissen, was wir sind (erdmondliche LebeWesen, so was besonderes wie Regenwürmer oder Rosenkohl. Nur das?), wissen wir auch nicht, was und warum wir tun und nicht-tun. Wie könnten wir es auch wissen, wo uns doch das Zugang (Zugriff) auf das, was in uns entscheidet und unser Handeln und nicht-Handeln entscheidet, es vorbereitet und zur Ausführung zwingt, fast (!) vollkommen fehlt. Milliarden Jahre stecken in jedem Selbst fest und wirken.

Wolf Singer:

Gut, ich will zum Ende kommen und zusammenfassend sagen, dass aus diesen kurzen Betrachtungen hervorgegangen sein sollte, dass unser Gehirn in hohem Maße ein aktives auf seinem eigenen Wissen, auf sein eigenes Wissen rekurierendes, selbstreferenzielles Systems ist, das auf der Basis der Informationen, die es gespeichert hat, genetisch, genauso wie epigenetisch. Aus dem wenigen, was die Sinnessysteme zur Verfügung stellen, und das sind ja wirklich nur enge Ausschnitte aus der realen Welt, ein kohärentes Bild der Welt synthetisiert. 

Das Gehirn macht ein Modell der Welt und hat das schon, bevor es die Augen aufmacht. Und vergleicht dann die einlaufenden Signale mit diesem Modell und sucht nach der wahrscheinlichsten Lösung. Und die muss nicht unbedingt mit der physikalischen Realität übereinstimmen. Tut es in vielen Fällen nicht, ist dem Gehirn auch gleichgültig, denn es kommt nicht drauf an physikalische Realitäten wahrzunehmen, sondern das wahrzunehmen, was Verhaltensrelevant und für das Überleben dienlich ist. Und das ist sehr oft ein kurzer Weg. Eine Interpretation, bei der man es nicht so genau nimmt.

Wir machen also auf der Basis von Wahrscheinlichkeits-Überlegungen unsere positiven Urteile und das faszinierende ist, dass wir das, was wir dann als Ergebnis dieses Aktes wahrnehmen, für die Wirklichkeit nehmen. Wir merken nicht, dass wir konstruieren, sondern wir denken, wir bilden ab, aber das ist eine der vielen Illusionen, der wir erliegen. Es gibt andere, sie haben das vorhin schon miterlebt, die Illusion, dass wir irgendwo im Gehirn ein Kommandozentrum haben, in dem das ich residiert und anschafft und entscheidet und interpretiert. Nein, es ist verteilt, wir müssen uns an irgendeinen distributiv organisierten Chef gewöhnen.Das ist nicht so leicht vorzustellen.

Und dann gibt es natürlich die immer unangenehmer werdende Inkompatibilität zwischen der Selbsterfahrung, dass wir ein autonomer, mit freiem Willen begabter Agent sind, der entscheidet, was er tun will, und diese Entscheidung auf irgendwelche geheimnisvolle Weise auf die Nerven Einfluss nimmt, sodass die dann ausführen, was wir entschieden haben. Der sich im übrigen der Sinnessignale bedient, um zu wissen, was in der Welt geschieht. Dieses geistige was immer auch Etwas. Was überhaupt nicht in Übereinstimmung zu bringen ist, mit dem Bild vom Menschen, dass die Hirnforschung entwirft, aus der 3. Person-Perspektive, in der für all diese Konstruktionen kein Raum ist.

Wir leben also parallel in 2 Welten, in denen unsere Selbst-Erfahrung nahelegt, in der wir Bilder als real erfahren, uns vormachen, dass das, was wir sehen auch die Wirklichkeit ist, und nicht merken, dass wir konstruieren. Wir erkennen uns als freie Wesen, wissen auf der anderen Seite, dass das sehr unwahrscheinlich ist und dass wir über die Mehrzahl der Handlungsmotive nicht Bescheid wissen und uns nur einreden, dass wir wüssten, warum wir dies getan und jenes gelassen haben. 

Ich weiss nicht, was das Ergebnis dieser Einsichten sein wird, ob wir uns daran gewöhnt werden, so, wie wir uns an die Inkompatibilität gewöhnt haben, dass die Sonne im Osten aufgeht und im Westen untergeht. So erscheint es uns. Und wissen tun wir aber, dass die Erde sich unten durchdreht. Macht uns offenbar keine Schwierigkeiten. Das geht friedlich nebeneinander, das eine befruchtet die Lyrik und das andere die Raketenbauer. (Gelächter) 

Auszug Ende

                              -----------------------------------------

Sie sind immer so ernst, so überaus nüchtern und kritisch, endlich haben Sie auch mal was gefunden und eingestellt, das mit Gelächter endet.

Also manchmal bin *ich doch auch humorig, oder?

Viel zu selten, meist geht es hier darum, wie fremd uns das Alles ist, was so ist, insbesondere wir. Und wie wenig frei und so weiter. Auch hier geht es ja so weiter, aber es endet wenigstens mit einer guten Anekdote. Sie haben das mit der Drehung der Erde und der falschen Versprachung ja auch schon öfter erwähnt, aber so elegant und entspannt, wie Wolf Singer, das konnten Sie nicht. Bei Ihnen, klang es eher vorwurfsvoll. 

Ja, *mir fehlt das Entspanntheit und das Erfolg eines Wolf Singer

Also, was ist das Erkenntnis aus Obigem? Irgendwie muss es doch weitergehen; es kann doch nicht so bleiben? Also, ich möchte dieses sosein, als quasi fast voll vorgeprägter zellulärer Automat, mit enorm wenig bis gar keiner Freiheit im Selbst-Entscheiden, nicht bleiben. Ich möchte mehr aus dem dasein rausholen, zum Beispiel an Freude, als uns als solche, die wir sind, bislang gelingt.

Das ist auch mein Anspruch. Das bisschen "Freiheit", das uns das Natur bisher zugetraut und zugemutet hat, ist auch *mir viel zu wenig. Immerhin hat es in tausenden Jahren dazu geführt, dass wir das erahnen, aber noch nicht ganz wissen, und dass wir erahnen, dass wir mehr drauf haben, als nur die Büttel eines voraus gewesenen Vergangenheit zu bleiben. 

Und, was ist zu tun?

Ein Ahnung ist irgendwo da draussen, aber noch zu wenig konkret, um es schriftlich zu erfassen. Es geht darum, ein gesundes Möglichkeit zu finden, das Vergangenheit in uns so zu löschen, dass es zwar noch erinnert wird, aber nicht mehr Triebe und Emotionen fast vollkommen bestimmt und uns damit jegliche Unabhängigkeit und den Bezug auf das, was JETZT und HIER daIst, nimmt. Bis jetzt müssen wir agieren und reagieren, wie vor tausenden Jahren und noch früher. Das fliegt uns sehr bald um die Ohren.

Genau. Als hätten wir nicht jede Menge absolut fabulöser Technik, hätten nicht phantastisches Wissen und wären nicht inzwischen fast schon 9 Milliarden um den gesamten Planeten. Nein, wir sind immer noch die zwanghaften Kleingruppen-Wesen, die fast mit allem und jedem Fremd sind. Und uns darum schlagen, wer der "Bessere" und der Stärkere ist. Ja, das sollten wir schnellsten überwinden.

Wenn nicht, droht uns ein Katastrophe. Mit künstlichen Irgendwas, oder ohne, egal. Da *ich da im Moment auch nicht weiter weiss, wie wäre es mit ..., na Sie wisssen schon.

Ich ahne es. Ja, mir ist auch danach.

Also ...

... guten Abend.

🤡

Montag, 17. März 2025

Verdient das Natur ein Nobel-Preis?

Dies ist vielleicht ein ziemlich ernüchterndes Beitrag? Für längere Leses wahrscheinlich nicht, aber was weiss *ich schon? Vorab zwei für das Danach wichtige Zitate von zwei herausragenden Forschern auf dem Gebiet der Neurologie.

Zuerst etwas ganz grundsätzliches:

Wolf Singer:

"Wir haben uns an eine Welt angepasst, in der mehr oder weniger die Gesetze der klassischen Physik gelten, Weshalb wir diese auch als erste entdeckt haben. Und nicht an eine Welt angepasst, in der die Gesetze der Quantenphysik gelten. Dann würde unsere Logik ganz anders aussehen und auch unser Wahrnehmungsvermögen wäre völlig anders strukturiert. Hinzu kommt, dass wir in der Welt, in der wir uns entwickelt haben, in dieser mesoskopischen Welt, wir nur einen winzigen Ausschnitt jeweils wieder über unsere Sinnesorgane erschließen. Nämlich immer nur die Signale, die für unser Überleben notwendig sind.

.

.

Es kam der Evolution nur darauf an Organismen zu erzeugen die Reproduktionsfähig sind und über die anderen gewinnen. Das waren die Selektionskriterien. Und nach diesen Selektionskriterien, hat sich natürlich auch unser Gehirn entwickelt."

Hier das Link:

https://youtu.be/b6LrCUHXYuY?si=NfKbmLhiMARM6PYR

Und jetzt etwas ganz wichtiges für das, was das Handeln des Menschen bestimmt und uns Richtung gibt.

Gerhard Roth:

"Ja, hier gibt es eine Ebene, auf die sie sicherlich seit langem warten, die uns scheinbar zu Menschen macht, die Sprache und die Kognition. Und die hat natürlich auch einen Ort, nämlich hier oben (zeigt auf dem Schaubild des Gehirns (s.u.) auf den Bereich vorne über den Augen), alle Analysen entscheiden, dass das der sogenannte dorsolaterale präfrontale Kortex ist, auf den wir Alle stolz sind, denn da sitzt nämlich auch unsere Intelligenz. Und Menschen, mit denen ich zu tun hatte, hoch intelligente Menschen, haben hier, konnte man nachweisen, besonders schnelle Netzwerke hier oben. Und das ist der Sitz der Ratio des Verstandes. Wenn man sagt, nimm Vernunft an, lass deinen Verstand walten, dann ist das die Instanz im Gehirn, zu der man da spricht.

.

.

Leider gibt es eine ganz schwer wiegende Einsicht der Hirnforschung, der letzten 20 Jahre. Was man aber immer schon geahnt und befürchtet hat, dass diese limbischen Areale, die ganz tief in unserem Gehirn sitzen, sehr starken Einfluss auf unser Denken, auf unsere Ratio, unser Bewusstsein haben, aber umgekehrt, diese Zentren (zeigt auf den präfrontalen Bereich des Gehirns, auf den orbitofrontalen und den dorsolateralen präfrontalen Kortex) fast überhaupt keinen direkten Zugriff dazu haben. Das heisst, die Bahnen von hier nach da sind stark (zeigt vom limbischen System hin zum präfrontalen Kortex), aber umgekehrt ist fast nichts. Das ist das, was seit dem Altertum bekannt ist. Dass unser Verstand, unsere Vernunft, nur selten in der Lage ist, obwohl es das sollte, unsere Antriebe zu zügeln, ... "

Hier das Link:

https://youtu.be/wqMIC2QSN10?si=bt80ZrUkX_JEExBw

Hier die Schaubilder aus Professor Gerhard Roths Vortrag:
.
.
.
.

Was ist *mir dazu heute Morgen eingefallen:

Beim anhören von Wolf Singer und Gerhard Roth, ist *mir folgendes aufgefallen, dass das "Unterbewusste" und das Emotions- und Haupt-Handlungs-Zentrum des Menschen {Hypothalamus, Hypophyse, Amygdala, Hippocampus, Striatum, insgesamt alle Bereiche des limbischen Systems im Zwischenhirn), im Gehirn, zwar sehr starke Verbindungen in die Bereiche ist, die mit Gedanken, Vorstellungen und Entscheidungen (hauptsächlich wohl eher bloss mit deren nachträglichen Rechfertigungen und Selbst-Erklärungen) beschäftigt sind, aber nur, oder sogar kaum Verbindungen in diese Bereiche ist. Da stimmt das Wechselwirkung überhaupt nicht!

Es ist ein vollkommen überragendes Einfluss, auf das daSein, das Entscheiden, Träumen, auf das Handeln und nicht-Handeln eines Selbst, des soSein (Verhalten) eines LebeWesens (Prof. Wolf Singer betont, dass das auf alle LebeWesen zutrifft), von Genen und Epi-Genen, also von Natur- und Kultur-Vorgaben {im Un-Bewussten}, die teils weit vor dem erzeugen des daSein und den davon geprägten Körpes-Bereichen, erlebt und geprägt wurden, aber kaum ein Einflussnahme durch das Logik und das Wissen des jeweiligen daSein (z.B. Mensch) auf diese so zentralen Bereiche der Selbst-Steuerung möglich ist. Das ist ein deutliches Un≠Gleichgewicht! Kurzum, das LebeWesen ist fast vollständig "Fremd-Bestimmt", das Einfluss auf sein soSein tendiert gegen 0.

Kein Wunder also, dass es in und zwischen dem Menschheit kaum Gerechtigkeit gibt, und teils riesige Un≠Gleichheit herrscht. Die Ursachen liegen wohl (auch?) genau in diesem inner-körpeslichen Un≠Gleichgewicht. Vielleicht ist jedoch auch dieses, ein Ergebnis des gesamt natürlichen Un≠Gleichgewichts? Das gesamte DaSein ist ein Un≠Gleichgewicht, von enormen Riesen und ebensolchen Zwergen. Wenn Riesen bersten, werden Zwerge in Massen mit vernichtet. Jetzt ist das Frage, ob in und zwischen uns das so bleiben muss? Denn, jedem einigermassen wachen und wissenden Menschen ist klar, dass dieses innere und äussere Un≠Gleichgewicht zum Selbst-Zerstörung neigt. Wir Menschen exekutieren und zelebrieren das ja gerade sehr deutlich, um diesen Planeten und auch zwischen uns.

                                  ------------------------------------

Das klingt ja schauerlich!

Was genau?

Dass das Natur uns keine Freiheit lässt, dass Es fast nur aus Vorgaben und engen Grenzen besteht, zumindest, was uns Lebewesen angeht. Was empfinden Sie dabei?

Ich empfinde dieses völlige inner-körpesliche, dieses leider ganz natürliche Selbst-Un≠Gleichgewicht, als Fremd-Beherrschung. Ich verstehe dessen Ursachen, bin aber deswegen nicht weniger unzufrieden und unglücklich. Dieses Erkenntnis macht *mich erst mal ratlos. 

Ursachen?

Welches Wissen sind denn alle LebeWesen, welches Wissen ist denn das Natur, welches Wissen sind wir Menschen? Da ist doch kaum etwas vorhanden, was zum wirklich freien Selbst-Entscheiden und -Steuern taugt. Das Natur hat ein daSein erschaffen und es nach und nach, durch Versuch und Irrtum, durch Förderung - gute Bedingungen - und Katastrophen hindurch zumindest dazu geprägt, dass es sich einigermassen orientieren kann, Nahrung findet, sich bei Bedarf oder Not mit seines-Gleichen organisieren und sich vermehren kann. Dazu war und ist bis jetzt allermeist kein sich selbst wirklich bewusstes, einigermassen "frei" handelndes daSein nötig. Das Natur-Prägung, -Vorgaben, die in vielen Milliarden und Millionen Jahren des Werdens und Vergehens erlebt und erlitten wurden, reichen bis Heute aus. Das Produktion von Vielfalt und Verschiedenheit ist dem Natur / DaSein fast Alles. Es sorgt für dessen oft sehr kurzen Erhalt und Dauer, im Wechsel-"Spiel" mit dem jeweiligen Umgebung, aber oft und sehr bald auch wieder für dessen Zerstörung. Um für RaumZeit zu sorgen, um Platz zu schaffen für weitere Vielfalt, weitere Experimente. Weiter so!

Ich verstehe. ... Furchterregend! ... Grauenvoll! Ich bin wütend!

Ich bin eher ernüchtert und enttäuscht. Und das, wie Sie wissen, obwohl *ich das schon länger ahne und davon schon länger schreibe. Es aber so deutlich, von dem Forschung vorgelegt zu bekommen, ist schon ein neues Qualität.

Zu wissen, dass auch diese Enttäuschung und Wut, auch nur Reaktionen sind, die mir aufgezwungen wurden, von mir aus auch eingeprägt, wie Sie es wohl formulieren, ist keine Erleichterung. Was soll ich nur machen!?

Einfach weiter leben, gut schlafen, gut essen, gut bewegen, für Gesundheit und etwas Freude sorgen. Davon zu wissen, kann auch erleichtern und vielleicht sogar etwas befreien.

Das ist also ihr Rezept, ihre Reaktion?

Erst mal, ja. Ich werde weiter daran arbeiten, dem Natur "auf die Sprünge zu helfen". Dem Natur beim aneignen von Selbst, von Wissen vons ICH zu helfen. Um ES davon zu erlösen nur auf Zwang und Notwendigkeiten zu reagieren.

Klingt etwas grossspurig; Sie sind doch fast Nichts; und das Natur Alles und soooo Riesig, so enorm Gewaltig.

Klar, bin *ich im Vergleich mit dem Grösse und Macht des Natur ein Nichts, was, wie Sie wissen aber auch stets Etwas ist, aber *ich bin eben auch zu 99,99... Prozent Natur. Und wenn *ich es schaffe, dieses Vorbestimmung, dieses nicht-Freiheit auch nur etwas aufzuheben, dann ist das damit ein Teil, ein Erfolg des Natur. Ein ganz winziges, das sich aber genauso ausbreiten kann, wie das Natur auch.

Sie sind ein Optimist; und ich dachte, Sie seien Pessimist. Seit Jahren beschreiben Sie Miss-Stände, Angst, Gewalt und Fehl-Entwicklungen in, zwischen uns und um uns herum, und doch sind Sie ein Optimist. Oder sind Sie es gerade erst geworden?

Ich bin es schon lange; durch all die langen Phasen von Depression und daSein-Enttäuschung hindurch, habe *ich das kleine Leuchten des Optimismus nie verloren. Wissen ist wie das bekannte Licht am Ende des Dunkelheit. Zu wissen, warum und wie enorm stark wir Fremd-Bestimmt sind, ist im ersten Erkennen nieder schmetternd, aber kurz darauf gewährt es auch das Aussicht, dieses ernüchternde Tatsache und das Wissen, dass das nie fix ist, weil das Natur ein Entwicklungs-Geschehen ist, als Anlass zu nehmen, dieses enge Korsett zu erweitern.

Ja, Sie sind ein Optimist. Ich bin es im Moment nicht. Ich bin noch nicht mal ganz ernüchtert. Aber ich nehme ihren Rat gerne an, einfach erst mal weiter zu machen, hilft ja nix, sich jetzt zu ärgern oder zu verkriechen. Also werde ich jetzt erst mal Schluss machen und was essen und dann schlafen gehen, hoffentlich erholsam, um daraufhin ernüchtert aufzuwachen. Oder?

Gute Vorsätze. Ich werde dem auch folgen. Dann also ...

... guten Abend.

🤡

Samstag, 15. März 2025

Intelligente Künstlichkeit und Wolf Singer

Zu Beginn noch ein kleines Fortsetzung, zu den vergangenen Beiträgen, in denen es ja immer auch um das Freiheit ging.

Hier also ein paar Sätze dazu, von einem der wohl profiliertesten und bekanntesten Neurophysiologen in D, Wolf Singer, der sich Jahrzehnte auch damit beschäftigt und geforscht hat, das Willens- und Wollens-Freiheit, und das ganz selbst entscheidende Ich im Gehirn zu finden. Wie er auch in dem Vortrag (Link ist unten) sagt, vergeblich.

Im auch menschlichen Gehirn ist kein Struktur zu finden, die das Geschehen dominiert oder orchestriert. Genauso wenig, wie es darin ein Bereich gibt, das nur und ausschliesslich für Entscheidungen zuständig ist, quasi ein Zweifelkern. Es entscheidet stets das Ganze; und das tut es aufgrund von Notwendigkeiten, genetischen Expressionen, im Lauf des Selbst-Entwicklung erlebter und erlittener - anerzogener - kultureller und familiärer Prägung, Umfeld-Vorgaben, aber auch -  selten - aus spontaner Zufälligkeit.

Hier das Link zu Vortrag

https://youtu.be/6vpI7JMRx-g?si=UxfXQBVgPafKcMsQ

Darin ist auch von den Voraussetzungen des Bewertens und Interpretierens der Sinne, des Wahrnehmung (z.B. genetische Prägung, also Gattungs-Vorwissen) und von Sinnestäuschungen die Rede.

Ein besonderer Satz darin: "Jeder Gedanke ist die Folge neuronaler Wechselwirkungen, nicht deren Ursache."

Nun zu den Sätzen vom "freien Willen":

Wolf Singer"Wo bleibt denn dann die Freiheit, wenn Wahrnehmung, Gedanken, Gefühle und natürlich auch Entscheidungen, auf so komplexen raumzeitlichen Erregungs-Mustern beruhen, auf solchen Ensembles? Und die Organisation solcher Ensembles den Naturgesetzen gehorcht, denn im Gehirn regieren die Naturgesetze. Es geht mit rechten Dingen zu. 

.

.

Hier das Bild zum Text unten.

.

Und genauso wie bei der Wahrnehmung, ist es mit Entscheidungen so, dass sich, wenn's mehrere Optionen gibt, und in dem Fall gibt es hier 2 (Bild oben). Das System sich für eine Lösung entscheiden muss. Wenn sie mehr auf die linke Seite schauen, dann wird sich immer dieser schwarze Drache stabilisieren. Aber wenn sie so über das Bild hinwandern, dann wird sich auf der rechten Seite immer der weisse stabilisieren, und zwischen drinn kippts. 

Hier ist einfach nur die sensorische Evidenz ein bisschen graduell verändert. Und so fallen auch Entscheidungen. Das hier ist eine kognitive Entscheidung. Ihr Wahrnehmungsystem entscheidet sich für diese oder jene Lösung, aber nichts anderes passiert, wenn sie sich sonst in der Welt für etwas entscheiden. Wenn irgend eine Entscheidung ansteht, auch da gibt's im Wettstreit stehende Attraktoren und es bildet sich das Wahrscheinlichste an Widersprüchen ärmste Ensemble jeweils aus. 

Also, ist auch jede Entscheidung der wahrscheinlichste Kompromiss zwischen wetteiffernden System-zuständen. Wir haben ja nur neuronale Aktivität, wir haben nicht irgendwelche kategorischen Imperative, die im extrazerebralen Raum existierten, sondern auch die sind implementiert in neuronaler Erregung, sind Muster, die ganz bestimmte Konsequenzen nach sich ziehen.

Also, es sieht zwar zunächst vielleicht deprimierend aus, aber es ist nicht so schlimm, weil das System, wie ich schon oft gesagt habe jetzt in hohem Masse nicht linear ist. Es ist kein Uhrwerk, es ist auch kein Computer, der regelhaft Linear einen Schritt nach dem andern tut, sondern ist ein nicht lineares System. Und die zeichnen sich eben dadurch aus, dass trotz der Determiniertheit der einzelnen Schritte - das System muss sich festlegen, zwischen so kognitiven Alternativen - längerfristige Entwicklungs...? nicht voraussagbar sind.

Und deswegen sind folgende Aussagen kompatibel, im Augenblick der Entscheidung, gab es keine Möglichkeit, sich anders zu entscheiden, sonst hätt's sich anders entschieden. Da ist nur das möglich gewesen, was möglich war und was passiert ist. Aber, wie sich die gleiche Person in der Zukunft, unter möglicherweise gleichen Bedingungen entscheiden wird, ist grundsätzlich nicht festgelegt und nicht festlegbar. Also bleibt trotz der geltenden Kausalität das System in die Zukunft hinein offen. Aber rückwirkend gesehen kann man sagen, es musste so sein."

Auszug Ende

Von wirklichem Freiheit ist also nichts zu finden. "In die Zukunft hinein offen." Hmm!? Das mag sein, dass in das Zukunft hinein, noch keine Beschränkungen und Vorgaben zu finden sind, aber solange wir soSind (Verhalten), wie wir jetzt sind, wird es bei dem "Freiheit" bleiben, die auch *ich in den vergangenen Beiträgen beschrieben habe.

Dazu hier noch ein paar Worte, aber zuerst das Text aus dem Süddeutschen Zeitung, auf das die paar Worte geschrieben wurden.

.

.

Guter Text. Weist auf etwas enorm wichtiges hin.

Wie gehen wir Menschen, mit den uns anvertrauten kleinen Menschen um? Und das tun wir, fast stets ohne jede Gedanken, was unser normiertes (genetisch, kulturell und familiär) Verhalten für oder meist gegen diese kleinen Menschen bewirkt. Befreiung nie (Ausnahmen sind so selten, das statistisch kaum erfassbar, das beweist unser Tun und die Folgen).

Aber vor Allem beinhaltet dieses Text das Frage, warum (und das) wir fast Alle, stets solche gefühls- und [ge}Wissens-behinderten Menschen zu Macht und Reichtum kommen lassen. Diese uns und das MitWelt bedrohenden und ausbeutenden Menschen auch noch "frei" willig in Amt und Reichtum wählen? Auch hier in D und EU, zu fast 100%.

Widersprechen Sie bitte!

                               -----------------------------------------

Permanent sprechen Sie mir die Freiheit ab? Das geht mir schon ein wenig auf die Nerven. Ich bin doch keine Maschine, kein Computer, keine Turing-Maschine, die nur Algorithmen abarbeitet. Ich kann auch wählen zwischen Alternativen und kann auch selbst entscheiden, was ich als nächstes tue und lasse. Punkt. Ich lass mir das nicht nehmen, durch keine Forschung! Vor allem auch deshalb nicht, weil alle Forschungs-Ergebnisse vorläufig sind, das sagt auch Professor Singer.

So ist es. Punkt. Wollen wir ein anderes Thema beginnen?

Gerne. Welches denn?

Machen Sie ein Angebot.

Hmm. Künstliche Intelligenz? Ist doch gerade auch eines ihrer bevorzugten Themen.

Ja.

Alles künstliche ist menschlich. Sie schrieben sogar mal, dass, alles, was wir aus der Natur entnehmen und anders einsetzen oder umformen, künstlich ist. Künstlichkeit ist. Also auch alle Systeme, auf und mit denen künstliche Intelligenz angelernt und geprägt wird und darauf, bessser, darin "läuft". Und Sie schreiben, dass Intelligenz ein völlig natürliches Verhalten und Vorgehen ist. Dass Intelligenz schon die Voraussetzung für das DaSein war und nicht erst daraufhin, darin entstanden ist. Kurzum, wäre dann nicht die Formulierung: Intelligente Künstlichkeit, für diese Systeme die bessere Wahl?

Gutes Punkt. Ja, das wäre wohl, wenn *ich richtig liege, das stimmigere Reihenfolge. Wolf Singer spricht im obigen Link diesen Systemen das Intelligenz ab, und erklärt das mit dessen Trainings-Methoden. Da *ich, wie Sie bestätigen, da anderer Ansicht bin, was Intelligenz angeht; und dessen Basis und Wirkung, als natürliches Vorgehen in allem Handeln, gestehe *ich natürlich (!) auch diesen Systemen Intelligenz zu. Das Intelligenz, das wir diesen Systemen mit und vorgeben und das diese dann in Folge auch weiter geben.

Was ist dann Dummheit, wenn Natur und somit auch deren Geschöpfe - wir zum Beispiel - alle intelligent sind, quasi als Mindest-Voraussetzung und Mitbringsel?

Ich denke, Dummheit ist blosse Beleidigung, ohne Substanz. Dumm werden von Menschen auch Menschen genannt, die vielleich nicht klug sind, aber auch nicht bloss basisch Intelligent. Wobei kein Mensch nur basisch intelligent ist. Das sind alle Prozesse und LebeWesen, die ohne Reflexion, nur auf Notwendigkeiten und eingeprägte Natur-Vorgaben handeln. Aber auch diese LebeWesen und Prozesse sind in dem Lage, Hindernissen auszuweichen und Ziele trotz Schwierigkeiten im Umfeld zu erreichen. Intelligenz steckt in Allem, was ist. Auch in den sogenannten Quanten.

Sie meinen bestimmt das Doppelspalt-Experiment? Und wahrscheinlich auch schon die Bildung von sowas wie Atomen?

Ja, und die Vorgänge des Elemente erschaffens in Sternen und den daraus entstehenden Supernovae und Neutronen- Sternen. Alles intelligente Prozesse, deren Ursachen und Einzel-Abläufen noch kaum gänzlich von uns verstanden sind. Auch von den klügsten von uns nicht.

Zurück zur Intelligenten Künstlichkeit? Denken Sie, dass diese Systeme uns irgendwann, oder sogar bald, überlegen sind?

Das sind diese Systeme ja jetzt schon, in vielen Bereichen. Zumindest in Allen, in denen es auf Geschwindigkeit und Zugriff auf unsere Informationen und Wissen ankommt. Und auf und in dem Durchmustern von Daten, von riesigen Datenmengen. Was Fühlen und Spontaneität angeht, noch nicht. Aber auch das könnte demnächst passieren. Kommt nur auf die passenden Sensoren, Systemarchitektur und ein Selbst-Bild an. Dann enstünde ein neues LebensForm auf elektromagnetisch-materieller Basis, in Verschiedenheit zu elektromagnetisch-zellulärem Basis, also erdmondliches Lebendigkeit.

Sollten wir davor Angst haben?

Im Moment schon, da all diese Systeme in den Händen von Menschen sind, die (s.o.), kein Interesse an dem Wohlergehen und dem Freude Aller, auch des UmWelt, und an Verantwortung für das Ganze sind. Menschen prägen diese Intelligente Künstlichkeit auf deren Nutzen und für deren Kontroll- und Überwachungs-Zwecke. Das ist schon beängstigent. Aber das muss ja nicht so bleiben. Vielleicht entwickeln diese Systeme ja, aus all dem Wissen, das denen zum Verfügung steht, ja ein ganz anderes Vorgehen, Selbst- und Menschen-Bild?

Vielleicht?

Ja, mehr als dieses Aussicht bleibt uns Zuschauenden im Moment nicht.

Das muss ich erst mal verarbeiten.

Na dann ...

... einen schönen Abend.

🤡