VorWorte

Wissen schafft auch Leid[en]. Das nur zur Komplettierung und als Hintergrund für das Fragezeichen.

Dieses Blog ist eine persönliche Frage- und Antwort-Reise, mit dem Ziel das Wirklichkeit in {und aus} das ein-zu-bringen, was auch daIst: *ich.

Wissen schafft Freude? Wie? Indem das aktuelle Wissen angewendet wird, statt auf das Gestern und dessen "Wissen" zu setzen.

Viel Freude beim lesen.

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Samstag, 19. April 2025

Vom Urgrund des Entscheidens

Ein Beitrag zu einem entscheidenden Frage: wie "frei" ist - nicht bloss das menschliche - das Wollen / Wünschen / Tun? Ich weiss, das ist schon öfter hier behandelt worden, aber ist es schon irgendwo anerkannt, was dieses Frage als Antwort ergibt?

Ist das Antwort schon irgendwo - auch in *mir - begriffen? Das heisst, auch in Veränderungen des Jetzt und Hier, in verändertes Handeln und nicht-Handeln umgesetzt. Nein.

Deswegen stelle *ich hier ein weiteres Beleg, des "Freiheit", das wir bislang sind, das *ich im Netz gefunden habe, hier als erstes ein. Ein Vortrag von Gerhard Roth, den dieser NeuroBiologe am 27. Juni 2006 im Planetarium in Hamburg gehalten hat.

Der Vortrag ist zwar nur als Audio eingestellt, ist also ohne die darin erwähnten Bilder; *ich denke aber, auch ohne die Bilder wird deutlich, um was es Gerhard Roth geht.

Ein Vortrag, wichtig für jed-Es, des wissen möchte, warum -Es entscheidet, wie -Es entscheidet und dementsprechend handelt, wie -Es handelt, oder eben nicht.

Nach dem Selbst-Verdikt: Ich handle, also bin ich. Was kommt zuerst, handeln oder sein? Handeln.

Das Erkenntnis des Entwicklungs- und Neurobiologie lautet, dass alles Handeln und nicht-Handeln nicht spontan und aktuell entschieden ist und sein kann - ausser das Gefahren-Handeln, also das zurückzucken des Hand vom heissen Ofen, oder das Ducken bei einem Angriff -. Ist klar, was das bedeutet?

So hoch-komplexen Organismen und Lebendigkeit, wie den erdmondlichen LebeWesen ist spontanes, ganz aktuelles Entscheiden - ausser Angst-Handlungen (s.o.) - ohne Vor- und UmWelt-Bedingungen nicht möglich.

Gerhard Roth erklärt, wie das bereits in unserem Aufbau angelegt ist, insbesondere, als Neurobiologe, im Gehirn.

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Kurz geschrieben: [Fast (s.o.^)] Alles Entscheiden (handeln und nicht-handeln) ist Vergangenheit.

Und wie auch im erdmondlichen Fall, sind es fast immer Millionen, oder gar Milliarden Jahre, die dem aktuellen Entscheiden (Handeln und nicht-Handeln) voraus sind.

Hier also das Link zum Vortrag:

https://youtu.be/urmLMOFudQY?si=4YndgAIEGyqCHblI

Hier die finalen Sätze von Professor Dr. Dr. Gerhard Roth daraus:

"Ganz eindeutig sind diese Leute nicht schuldig. (Gerhard Roth spricht vorher von Verbrech-Es; die längeren Leses wissen, dass *ich uns Alle von Schuld "frei" spreche, von einem Schuld, das voraus setzt, dass gewusst wird, was ein-Es tut, warum -Es das tut oder nicht-tut und was für Folgen das hat) Natürlich müssen wir das Verallgemeinern, für uns Alle, die wir nicht vor Gericht stehen, und nicht schuldig gesprochen werden. Auch wir sind für unser Verhalten nicht schuldig, weil wir im Wesentlichen von den Motiven bestimmt werden, die weit in unsere Gene, in unsere frühkindliche Prägung zurückliegen, die unserem Unwussten unterliegen, und wir haben darauf keinerlei willentlichen Einfluss. 

Unsere Motive bestimmen uns, aber wir können unsere Motive selbst wieder nicht bestimmen. Das haben John Locke und David Hume schon gesagt. Das aber bedeutet, und diese Erkenntnis hat schon Franz von List vor über hundertdreissig Jahren gehabt und viele gegenwärtige Strafrechtstheoretiker, dass man nicht mehr von einer persönlich moralischen Schuld im Strafrecht spricht, sondern von einer Normen-Verletzung.

Dass man auf die Spezial- und Generalprävention abwägt, juristisch gesprochen. Das heisst, auch wenn der Mensch nichts dafür kann, was er getan hat, soll der Staat doch das Recht haben, Normen auf zu stellen, und die Übertretung von Normen zu bestrafen. Diese Strafe ist aber dann nicht mehr die Sühne, für die fehlgeleitete Willkür, sondern hat entweder den Gedanken der Abschreckung, der Besserung, der Therapie, oder des Fortsperrens. Das nennt man Generalspezialprävention. 

Man weiss heute, dass die Bestrafung aus dem Sühneprinzip völlig unwirksam ist. Die Rückfallquoten sind gigantisch, weil die meisten Leute, 90%, tun es einmal und nie wieder, aber die 10% sind der harte Kern der Verbrecher. Und die Rückfallquote ist enorm. Das heisst, der Therapie-Effekt, oder der Sühne-Effekt, nicht der Therapie-Effekt ist gleich 0. Gleichzeitig wird aber in den Vollzugsanstalten, der Therapie-Effekt gering entwickelt, sagen wir es mal vorsichtig. 

Das heisst, wir müssen aufgrund der Erkenntnisse der Psychologie und der Hirnforschung, die im Augenblick überborden; zum Beispiel machen wir Untersuchungen an Mördern und Schwerverbrechern und an pädophilen Schwerverbrechern, und finden immer, dass sie schwere physiologische oder anatomische Hirnschädigungen haben. Die Leute können nichts dafür. Und das ist das Paradoxon, dass man die Leute, die dann grässliche Dinge tun, eben für besonders Schuldig erklärt, obwohl jeder Rechts-Psychiater sagt, die wollen das ja auch gar nicht, sondern die werden dazu getrieben. Das müssten wir tatsächlich akzeptieren.

Wie kann man das alles zusammenfassen? Der Mensch, dass ist kein Zweifel, ist zu bewusstem, rationalen Handeln fähig. Aber diese Fähigkeit, so muss man einschränkend sagen, hat nur eine Berater Funktion. 

Was wir Menschen letztendlich tun, hängt von unseren Genen, unserer frühkindlichen Prägung, unserem lebenslang sich akkumulierenden - und weitestgehend unbewusst vorliegenden -, kognitiv-emotionalen Erfahrungs-Gedächtnis ab. Das treibt uns. Und unser rationaler Verstand sucht die Gründe und die Erklärungsweisen dafür, dass wir etwas Tun; wenn man es etwas zynisch sagt. 

Dieses Gedächtnis, dieses Erfahrungs-Gedächtnis, hat das erste Wort beim Entstehen von Wünschen und Vorstellungen, das letzte Wort bei der Entscheidung darüber, was jetzt und hier getan werden soll. Und dies garantiert, das habe ich schon gesagt, damit wir das tun, was im Lichte unserer vergangenen individuellen, sozialen Erfahrung am besten erscheint. Das ist der Sinn der ganzen Sache. So könnten wir rational vollkommen in die Irre gehen, was aber unsere überwiegend unbewusste Erfahrung uns sagt, dem folgen wir. Und alle grossen Entscheider und alle Menschenkenner tun das.

Und Menschen fühlen sich frei, der Mensch fühlt sich frei, wenn er im Einklang mit diesen Erfahrungen handelt. Wenn ich das bewusst will, was mein Unbewusstes sozusagen auch will.

Und das ist eigentlich das Positive an der ganzen Sache. Dass ich, dass wir, im Wesentlichen dafür sorgen müssen, dass Menschen sich frei fühlen können. Dass sie auch Handlungsoptionen haben, dass sie aus sich heraus, nicht aus äusserem Zwang handeln können. Diese Gesellschaft müssen wir schaffen, dass ist schwierig genug. Wir müssen uns von dem Gedanken, Menschen tun etwas absichtlich, und das muss gesühnt werden, befreien, weil ... (es so nicht zutrifft)."

Zitat Ende. 

Das Vortrag bricht nach dem "weil" ab, das Klammer habe *ich hinzu gefügt. Ich denke, nach den Vor-Sätzen, geht das so in Ordnung.

Dazu noch ein Zitat, von Gerhard Roth, das *ich in einem Beitrag vom 17. März 2025 bereits verwendet habe:

"Leider gibt es eine ganz schwer wiegende Einsicht der Hirnforschung, der letzten 20 Jahre. Was man aber immer schon geahnt und befürchtet hat, dass diese limbischen Areale, die ganz tief in unserem Gehirn sitzen, sehr starken Einfluss auf unser Denken, auf unsere Ratio, unser Bewusstsein haben, aber umgekehrt, diese Zentren (zeigt auf den präfrontalen Bereich des Gehirns) fast überhaupt keinen direkten Zugriff dazu haben. Das heisst, die Bahnen von hier nach da sind stark (zeigt vom limbischen System hin zum präfrontalen Kortex), aber umgekehrt ist fast nichts. Das ist das, was seit dem Altertum bekannt ist. Dass unser Verstand, unsere Vernunft, nur selten in der Lage ist, obwohl er das sollte, unsere Antriebe zu zügeln, ... "

Zitat Ende

Zwei Erkenntnisse sind darin also enthalten! Einmal, dass wir als Spezies (Menschheit) unser Handeln und ebenso nicht-Handeln nicht zu verantworten haben; das ist uns in Millionen, wenn nicht Milliarden Jahren, auch unserem Entwicklung antrainiert {Eingeprägt / Anerzogen} worden. Zweimal, auch ganz individuell, als einzeln-Es tragen und vertragen wir kein Schuld für das, was wir als einzeln-Es tun und nicht-tun.

Das Allermeiste soSein (Verhalten), wird durch die Gene, also das Natur-Prägung und Vor-Erleben und -Erleiden des Spezies und des UmFelds (Landschaft, Klima, Nahrung Gross-Gruppe) und Familie vorgegeben; somit ohne jeden Einfluss des Selbst {ich}. Was dann noch als ich-Prägendes übrig bleibt, wird während dem Zeugung, im Uterus der Mutter und den ersten beiden Dezennien des persönlichen daSein ermittelt und - meist vollkommen unbewusst und ohne Einfluss des Selbst -  darin eingeprägt.

Kein LebeWesen hatte je ein Wahl, was es ist, wo es hin gezeugt wird, zu welchen / wem und wie es dann als soSein (Verhalten) ist. Das Natur ist ein wahl-loses Veranstaltung. Bis Jetzt treibt das Ganze so dahin. Wo dahin, weiss auch das Natur höchstwahrscheinlich nicht.

Was ist das Konklusion dieser Erkenntnisse? Verständnis.

Verständnis dafür, dass wir nix dafür können, was und wie wir sind, was wir getan haben und tun, und welche Folgen das für / gegen uns und das UmWelt hat.

Raus aus dem Schulden-Falle, den Selbst-Vorwürfen und dem Bestürzung und Angst, das so viele befallen hat. Wir sind vollkommen entlastet, ent-schuldigt. Uns droht weder ein Scherben-Gericht, noch ein Gottes- oder Götter-Urteil. Aber dieses Erkenntnis und Freispruch entbindet uns nicht von den Tatsachen, dem Jetzt und dem Zustand um diesen endlichen Planeten herum. Zu handeln, und zwar im Sinne von Verbesserung des Zustands und dem Gesundung von uns und dem Biosphäre, ist absolut notwendig.

Und das erfordert endlich vergangeheits-befreites wirklich aktuelles Entscheiden.

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Frage: Worin ist das Entscheiden eingebettet?

Dass das Natur ein Prozess ohne Ziel und Richtung ist, zumindest ohne ein vorteilhaftes oder gar freudvolles Ziel und Richtung, wird an dem klar, was das Natur / Evolution in uns LebeWesen also festhält und verstetigt hat.

Verstetigt und festhält an unpersönlichem (teils Millionen Jahre her) und an Selbst-Erlebtem, an meist weit zurück liegendem Selbst-Erlebten, vor allem an Erleiden; festhält an fernem Vergangenheit in jedem aktuellen Körpes, und was es an Leiden verstetigt in jedem aktuellen Körpes.

Festhält an Leiden und Angst. Krankheiten und Traumata. Das Menschheit leidet und ist verängstigt, und darf Angst und Leid nicht mal registrieren, darf dessen nicht bewusst sein, weil es sonst dem Zwang zum Vermehren nicht folgen würde. Dem Natur ist fast nur das wichtig: Massen zu produzieren, egal in welchem Zustand und vollkommen egal für was.

Oder ist Sinn oder Ziel auch unseres radikalen Vermehrens, zu einem Anzahl, die das Planet schon aktuell überfordert und dessen aktuelle Biosphäre bald völlig vermüllt hat, genau das, Zerstörung und somit auch Selbst-Zerstörung? Es könnte allerdings auch sein, dass genau dieses soSein (Verhalten) von uns, die "künstlichen Systeme", die ja dieses Biosphäre nicht brauchen, als Vorbereitung brauchen?

Dieses Planet ist eines, nur eines von fast unendlichen Beweisen - Hyper-Milliarden Galaxien und noch viel mehr Sonnen und Hyper-Billionen Planeten -, dass es dem DaSein nur um Vermehrung von Irgendwas geht. Es gibt ein paar Grund-Partikel und ein paar Grund-Kräfte und Regeln und mit denen wird ohne jeden Sinn und Ziel gespielt.

Ich bin ziemlich sicher, wir sind nicht das Ergebnis von einem Idee oder Wunsch. Ich vermute, wir sind das Ergebnis von blossen Möglichkeiten der Grundlagen des DaSein, von dessen Partikeln / Energieknötchen, deren Launen (Amplitude), Angst (Frequenz) und Lust (Ladung), und den Regeln (Kräfte, RaumZeit, Vergänglichkeit), die das multidimensionale Netz, in dem diese Partikel sind und sich bewegen zulässt.

Ein Vermutung als Basis für ein Diskussion.

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Von Heute

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Ich glaube das immer noch nicht!

Dass "Freiheit", als Inhalt voll von unbewussten Vorgaben und weitgehend unpersönlichem Vergangenheit ist?

Ja.

Zu g/Glauben ist das ja längst nicht mehr. Es ist Wissen. Ein so unwissendes LebeWesen, wie auch wir Menschen noch fast Alle sind; und dazu ein LebeWesen, das so hoch kompliziert im Aufbau und inneren und äusseren Notwendigkeiten ist, muss quasi fern-gesteuert werden. Das "fern" meint, dass das Handeln und nicht-Handeln in Millionen, vielleicht Milliarden Jahren von Versuch und Irrtum dem Körpes antrainiert und eingeprägt wurde. Kein erdmondliches LebeWesen kann blank, ohne Vorgaben und Zwänge, ohne vorgeprägte Triebe / Zwänge (Angst und Lust) und Emotionen (Gefühls-Grundlagen) überleben.

Ich mag das nicht!

Kann *ich nachempfinden. Ich brauchte auch lange, bis dieses natürliche Einbildung / Illusion, dass *ich, in jedem Augenblick, in dem *ich nicht etwas tun oder lassen muss, also irgendwelchen Vorgaben oder Verpflichtungen folgen muss, durch gesellschaftliche Vorgaben, Arbeitgeber, Familie und Freunde, frei bin, ganz autonom entscheiden kann, was *ich tun und lassen will. Nur *ich. Zu erfahren, dass dem nicht so ist, ist erschreckend.

Und Sie sind davon inzwischen befreit? ... Oje, "befreit"? Ist das Wort überhaupt noch so zu benutzen? Egal! Sind Sie noch erschrocken, dass von der Freiheit nur Folgsamkeit übrig ist?

Nicht ganz. Genauso, wie auch unser Handeln und nicht-Handeln nicht zu 100% determiniert / festgelegt ist. Wie Gerhard Roth in dem Vortrag auch erwähnt, ist in das Natur auch das Zufall "eingebaut". Das Natur ist kein nur lineares Prozess, kein vollkommen berechenbares Geschehen. Es ist zum grossen Teil vorhersagbar, was geschehen wird, aber nie ohne spontane Veränderungen.

Soll mich das jetzt beruhigen, dass mir ein paar Promille an Handlungs- und Entscheidungs-Freiheit bleibt, die jedoch auch wieder dem unbewussten Zufall unterliegen, was bedeutet, dass noch weniger an wirklichem Freiheit übrig bleibt?

Ich denke, es bleibt nicht anderes übrig, als das zu akzeptieren. Es ist nun mal so, dass das Natur auch in und mit uns, ein LebeWesen geschaffen hat, das ohne all diese Vorgaben, Vor-Prägungen, diese Zwänge und steuernden Lüste und Ängste, nicht überlebt hätte und auch jetzt nicht überleben würde. Was wissen wir schon, von dem, aus was wir sind, was in uns vorgehen muss, dass wir am Leben bleiben, und was zu tun ist, dass wir in so grossen Gruppen zusammmen arbeiten können? 

Sie meinen, dass ich, dass wir, uns damit abfinden müssen, dass wir fast komplett fern-gesteuert handeln?

Ja. Wir haben so und damit überlebt. Wir haben so und damit riesige Organisationen / Gesellschaften gebildet und wenigstens einigermassen friedlich gestaltet. Wir haben damit enorm elaborierte Technik geschaffen und ebenso enorme Erfolge in allen Forschungs-Gebieten gewonnen. Mit anderem dieses Ergebnis, zu wissen, dass wir kaum, bis gar nicht, frei sind, nicht im ganz Persönlichen und nicht im Sozialen. Darauf können wir nun aufbauen.

Sie denken, dass die Erkenntnis, das vorgabenloses und unabhängiges Entscheiden und Handeln, also wirkliche, echte Freiheit, die Erkenntnis der Un-Freiheit braucht?

Ja. Das Nicht, eröffnet das kann, wie das Können, das nicht-Können aufklärt.

Zusammen mit der verdammt guten Technik und dem vielen Wissen, das einige von uns inzwischen angehäuft haben, können wir also uns und das Natur ändern?

Ja. Technik und Wissen können dazu genutzt werden, uns von Vergangenheit und dessen Zwängen und Vorgaben zu entlasten. Und es sind inzwischen nur noch Belastungen, wie das UmWelt und unsere MitLebeWesen uns inzwischen immer deutlicher mitteilen und spiegeln. Unser natürliches soSein (Verhalten) ist längst zerstörerisch und nicht mehr nützlich. Nicht für uns und nicht für unser UmFeld.

Stimmt leider. Und dabei wird auch klar, dass wir dadurch auch noch den sowieso schon minimalen Anteil an Freiheit, noch weiter einschränken. Übrig bleibt dann bloss noch grunz-tierisches, verängstigt triebhaftes Verhalten. Was ja, wie Sie auch immer wieder schreiben, überall deutlich zu spüren ist und "um sich greift".

Ja, wir spüren, das zunehmende Enge, um diesen endlichen Planeten, wir spüren das Gefahr, das wir auch durch unser natürliches soSein (Verhalten) provozieren, und reagieren darauf, wie alle LebeWesen. Angst, Enge und Aggressivität steigen an, da bleiben Achtung, Wissen, Respekt, Offenheit und Vernunft unbenutzt.

Leider ja. Die werden sogar beleidigt und aktiv bekämpft.  Das ist überall zu spüren. Zu hören, zu sehen, zu schmecken und zu riechen. Gibt es einen Ausweg?

Ich denke, es beginnt damit, dass wir das anerkennen, dass es so ist. Das unser natürliches Handeln und nicht-Handeln kaum Freiheit enthält, und wir uns und dem UmWelt damit schaden. Aber auch erkennen, dass wir dieses natürliche soSein (Verhalten) überwinden, verändern können, und erst dadurch Freiheit entsteht.

Niemand wir ihnen zuhören. Sie werden ja kaum gelesen oder verstanden. Es wird weiter so gehen, wie gehabt.

Ich gehe da nicht von *mir aus, *ich weiss, dass *ich kein Beachtung finde. Ich weiss aber, dass es viele Menschen gibt, die das ebenfalls wissen und deren Standing und Reichweite ein ganz anderes ist, als *ich bin. 

Sie hoffen, das andere Menschen mehr erreichen, als Sie?

Wie *ich schrieb, *ich bin kein Reichweite, *ich bin bloss nah und fern von jeglichem Aufmerksamkeit. Andere sind da weitaus besser aufgestellt und sowohl sicht- und hörbarer.

Und das wollen Sie auch bleiben?

Ich wüsste nicht, wie das zu ändern ist. Ausserdem bin *ich kein Lautsprecher, *ich bleibe lieber in Deckung, habe lieber meine Ruhe.

Und schauen in dieser Deckung dabei in Ruhe zu, wie das Ganze hier den Bach runter geht.

Gute Nacht.

Na, wenn Sie wollen? Respekt flösst mir das nicht ein, das ist Ihnen klar.

Ja.

Na gut, dann eben auf wieder sehen, oder auch nicht.

🫣

Montag, 17. März 2025

Verdient das Natur ein Nobel-Preis?

Dies ist vielleicht ein ziemlich ernüchterndes Beitrag? Für längere Leses wahrscheinlich nicht, aber was weiss *ich schon? Vorab zwei für das Danach wichtige Zitate von zwei herausragenden Forschern auf dem Gebiet der Neurologie.

Zuerst etwas ganz grundsätzliches:

Wolf Singer:

"Wir haben uns an eine Welt angepasst, in der mehr oder weniger die Gesetze der klassischen Physik gelten, Weshalb wir diese auch als erste entdeckt haben. Und nicht an eine Welt angepasst, in der die Gesetze der Quantenphysik gelten. Dann würde unsere Logik ganz anders aussehen und auch unser Wahrnehmungsvermögen wäre völlig anders strukturiert. Hinzu kommt, dass wir in der Welt, in der wir uns entwickelt haben, in dieser mesoskopischen Welt, wir nur einen winzigen Ausschnitt jeweils wieder über unsere Sinnesorgane erschließen. Nämlich immer nur die Signale, die für unser Überleben notwendig sind.

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Es kam der Evolution nur darauf an Organismen zu erzeugen die Reproduktionsfähig sind und über die anderen gewinnen. Das waren die Selektionskriterien. Und nach diesen Selektionskriterien, hat sich natürlich auch unser Gehirn entwickelt."

Hier das Link:

https://youtu.be/b6LrCUHXYuY?si=NfKbmLhiMARM6PYR

Und jetzt etwas ganz wichtiges für das, was das Handeln des Menschen bestimmt und uns Richtung gibt.

Gerhard Roth:

"Ja, hier gibt es eine Ebene, auf die sie sicherlich seit langem warten, die uns scheinbar zu Menschen macht, die Sprache und die Kognition. Und die hat natürlich auch einen Ort, nämlich hier oben (zeigt auf dem Schaubild des Gehirns (s.u.) auf den Bereich vorne über den Augen), alle Analysen entscheiden, dass das der sogenannte dorsolaterale präfrontale Kortex ist, auf den wir Alle stolz sind, denn da sitzt nämlich auch unsere Intelligenz. Und Menschen, mit denen ich zu tun hatte, hoch intelligente Menschen, haben hier, konnte man nachweisen, besonders schnelle Netzwerke hier oben. Und das ist der Sitz der Ratio des Verstandes. Wenn man sagt, nimm Vernunft an, lass deinen Verstand walten, dann ist das die Instanz im Gehirn, zu der man da spricht.

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Leider gibt es eine ganz schwer wiegende Einsicht der Hirnforschung, der letzten 20 Jahre. Was man aber immer schon geahnt und befürchtet hat, dass diese limbischen Areale, die ganz tief in unserem Gehirn sitzen, sehr starken Einfluss auf unser Denken, auf unsere Ratio, unser Bewusstsein haben, aber umgekehrt, diese Zentren (zeigt auf den präfrontalen Bereich des Gehirns, auf den orbitofrontalen und den dorsolateralen präfrontalen Kortex) fast überhaupt keinen direkten Zugriff dazu haben. Das heisst, die Bahnen von hier nach da sind stark (zeigt vom limbischen System hin zum präfrontalen Kortex), aber umgekehrt ist fast nichts. Das ist das, was seit dem Altertum bekannt ist. Dass unser Verstand, unsere Vernunft, nur selten in der Lage ist, obwohl es das sollte, unsere Antriebe zu zügeln, ... "

Hier das Link:

https://youtu.be/wqMIC2QSN10?si=bt80ZrUkX_JEExBw

Hier die Schaubilder aus Professor Gerhard Roths Vortrag:
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Was ist *mir dazu heute Morgen eingefallen:

Beim anhören von Wolf Singer und Gerhard Roth, ist *mir folgendes aufgefallen, dass das "Unterbewusste" und das Emotions- und Haupt-Handlungs-Zentrum des Menschen {Hypothalamus, Hypophyse, Amygdala, Hippocampus, Striatum, insgesamt alle Bereiche des limbischen Systems im Zwischenhirn), im Gehirn, zwar sehr starke Verbindungen in die Bereiche ist, die mit Gedanken, Vorstellungen und Entscheidungen (hauptsächlich wohl eher bloss mit deren nachträglichen Rechfertigungen und Selbst-Erklärungen) beschäftigt sind, aber nur, oder sogar kaum Verbindungen in diese Bereiche ist. Da stimmt das Wechselwirkung überhaupt nicht!

Es ist ein vollkommen überragendes Einfluss, auf das daSein, das Entscheiden, Träumen, auf das Handeln und nicht-Handeln eines Selbst, des soSein (Verhalten) eines LebeWesens (Prof. Wolf Singer betont, dass das auf alle LebeWesen zutrifft), von Genen und Epi-Genen, also von Natur- und Kultur-Vorgaben {im Un-Bewussten}, die teils weit vor dem erzeugen des daSein und den davon geprägten Körpes-Bereichen, erlebt und geprägt wurden, aber kaum ein Einflussnahme durch das Logik und das Wissen des jeweiligen daSein (z.B. Mensch) auf diese so zentralen Bereiche der Selbst-Steuerung möglich ist. Das ist ein deutliches Un≠Gleichgewicht! Kurzum, das LebeWesen ist fast vollständig "Fremd-Bestimmt", das Einfluss auf sein soSein tendiert gegen 0.

Kein Wunder also, dass es in und zwischen dem Menschheit kaum Gerechtigkeit gibt, und teils riesige Un≠Gleichheit herrscht. Die Ursachen liegen wohl (auch?) genau in diesem inner-körpeslichen Un≠Gleichgewicht. Vielleicht ist jedoch auch dieses, ein Ergebnis des gesamt natürlichen Un≠Gleichgewichts? Das gesamte DaSein ist ein Un≠Gleichgewicht, von enormen Riesen und ebensolchen Zwergen. Wenn Riesen bersten, werden Zwerge in Massen mit vernichtet. Jetzt ist das Frage, ob in und zwischen uns das so bleiben muss? Denn, jedem einigermassen wachen und wissenden Menschen ist klar, dass dieses innere und äussere Un≠Gleichgewicht zum Selbst-Zerstörung neigt. Wir Menschen exekutieren und zelebrieren das ja gerade sehr deutlich, um diesen Planeten und auch zwischen uns.

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Das klingt ja schauerlich!

Was genau?

Dass das Natur uns keine Freiheit lässt, dass Es fast nur aus Vorgaben und engen Grenzen besteht, zumindest, was uns Lebewesen angeht. Was empfinden Sie dabei?

Ich empfinde dieses völlige inner-körpesliche, dieses leider ganz natürliche Selbst-Un≠Gleichgewicht, als Fremd-Beherrschung. Ich verstehe dessen Ursachen, bin aber deswegen nicht weniger unzufrieden und unglücklich. Dieses Erkenntnis macht *mich erst mal ratlos. 

Ursachen?

Welches Wissen sind denn alle LebeWesen, welches Wissen ist denn das Natur, welches Wissen sind wir Menschen? Da ist doch kaum etwas vorhanden, was zum wirklich freien Selbst-Entscheiden und -Steuern taugt. Das Natur hat ein daSein erschaffen und es nach und nach, durch Versuch und Irrtum, durch Förderung - gute Bedingungen - und Katastrophen hindurch zumindest dazu geprägt, dass es sich einigermassen orientieren kann, Nahrung findet, sich bei Bedarf oder Not mit seines-Gleichen organisieren und sich vermehren kann. Dazu war und ist bis jetzt allermeist kein sich selbst wirklich bewusstes, einigermassen "frei" handelndes daSein nötig. Das Natur-Prägung, -Vorgaben, die in vielen Milliarden und Millionen Jahren des Werdens und Vergehens erlebt und erlitten wurden, reichen bis Heute aus. Das Produktion von Vielfalt und Verschiedenheit ist dem Natur / DaSein fast Alles. Es sorgt für dessen oft sehr kurzen Erhalt und Dauer, im Wechsel-"Spiel" mit dem jeweiligen Umgebung, aber oft und sehr bald auch wieder für dessen Zerstörung. Um für RaumZeit zu sorgen, um Platz zu schaffen für weitere Vielfalt, weitere Experimente. Weiter so!

Ich verstehe. ... Furchterregend! ... Grauenvoll! Ich bin wütend!

Ich bin eher ernüchtert und enttäuscht. Und das, wie Sie wissen, obwohl *ich das schon länger ahne und davon schon länger schreibe. Es aber so deutlich, von dem Forschung vorgelegt zu bekommen, ist schon ein neues Qualität.

Zu wissen, dass auch diese Enttäuschung und Wut, auch nur Reaktionen sind, die mir aufgezwungen wurden, von mir aus auch eingeprägt, wie Sie es wohl formulieren, ist keine Erleichterung. Was soll ich nur machen!?

Einfach weiter leben, gut schlafen, gut essen, gut bewegen, für Gesundheit und etwas Freude sorgen. Davon zu wissen, kann auch erleichtern und vielleicht sogar etwas befreien.

Das ist also ihr Rezept, ihre Reaktion?

Erst mal, ja. Ich werde weiter daran arbeiten, dem Natur "auf die Sprünge zu helfen". Dem Natur beim aneignen von Selbst, von Wissen vons ICH zu helfen. Um ES davon zu erlösen nur auf Zwang und Notwendigkeiten zu reagieren.

Klingt etwas grossspurig; Sie sind doch fast Nichts; und das Natur Alles und soooo Riesig, so enorm Gewaltig.

Klar, bin *ich im Vergleich mit dem Grösse und Macht des Natur ein Nichts, was, wie Sie wissen aber auch stets Etwas ist, aber *ich bin eben auch zu 99,99... Prozent Natur. Und wenn *ich es schaffe, dieses Vorbestimmung, dieses nicht-Freiheit auch nur etwas aufzuheben, dann ist das damit ein Teil, ein Erfolg des Natur. Ein ganz winziges, das sich aber genauso ausbreiten kann, wie das Natur auch.

Sie sind ein Optimist; und ich dachte, Sie seien Pessimist. Seit Jahren beschreiben Sie Miss-Stände, Angst, Gewalt und Fehl-Entwicklungen in, zwischen uns und um uns herum, und doch sind Sie ein Optimist. Oder sind Sie es gerade erst geworden?

Ich bin es schon lange; durch all die langen Phasen von Depression und daSein-Enttäuschung hindurch, habe *ich das kleine Leuchten des Optimismus nie verloren. Wissen ist wie das bekannte Licht am Ende des Dunkelheit. Zu wissen, warum und wie enorm stark wir Fremd-Bestimmt sind, ist im ersten Erkennen nieder schmetternd, aber kurz darauf gewährt es auch das Aussicht, dieses ernüchternde Tatsache und das Wissen, dass das nie fix ist, weil das Natur ein Entwicklungs-Geschehen ist, als Anlass zu nehmen, dieses enge Korsett zu erweitern.

Ja, Sie sind ein Optimist. Ich bin es im Moment nicht. Ich bin noch nicht mal ganz ernüchtert. Aber ich nehme ihren Rat gerne an, einfach erst mal weiter zu machen, hilft ja nix, sich jetzt zu ärgern oder zu verkriechen. Also werde ich jetzt erst mal Schluss machen und was essen und dann schlafen gehen, hoffentlich erholsam, um daraufhin ernüchtert aufzuwachen. Oder?

Gute Vorsätze. Ich werde dem auch folgen. Dann also ...

... guten Abend.

🤡

Sonntag, 12. Mai 2024

Vespa Taillen umfahren blonde Kurven mühelos. Oder? 🤔

Ein Beitrag von 2018, das sich mühelos aktuell (jung?) erhalten hat.

Braucht das Sprache Veränderung?

Antwort: Ja, dringend

Vorwegg eine Bemerkung und schöne Herleitung des natürlichen Wissensdurstes und der Entdeckerlust, als gemeinsame (auch!) menschliche Eigenheit.

»Schon das Kind sehnt sich über die Hügel, die Gebirge, die Seen, die Meere hinaus, die seine enge Heimath umschliessen, und sich dann gleich wieder pflanzenartig zurück, wie das überhaupt das Rührende und Schöne im Menschen ist, dass Sehnsucht nach Erwünschtem und nach Verlorenem ihn immer bewahrt, ausschliesslich am Augenblicke zu haften. So, festgewurzelt in der innersten Natur des Menschen, und zugleich geboten durch seine höchsten Bestrebungen, ist jene wohlwollend menschliche Verbindung des ganzen Geschlechts eine der grossen leitenden Ideen in der Geschichte der Menschheit.«

Wilhelm von Humboldt, 1828, aus "Über die Verschiedenheiten des menschlichen Sprachbaues".

Das Sprache braucht Veränderung.

Es braucht Veränderung ebenso, wie ALLES Andere ebenso in Veränderung ist.

Eine platte "Weisheit": DaSein ist stetes AndersSein. Was ich eben war, bin ich Jetzt nicht mehr, oder wie Franz Beckenbauer mal gesagt hat (und er hat es auch nur übernommen): "Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern". Klar, die / das Sprache ist in Veränderung, Heute gibt es Wörter und Wortzusammenstellungen, die vor / in ? Jahren kaum ein-Es verstehen würde, aber ... Es gibt immer ein Aber.

Aber, ist das die richtige Richtung?

Immer mehr Bedeutungen und Farben in ein und dasSelbe Wort zu packen (siehe dazu auch den Beitrag: "Die Freiheit der Liebe", vom 02. März 2012, in diesem Blog)? Und somit, wie *ich meine, die Worte zu entsozialisieren.

Ein Wort wie: Wahrheit, hat bald keinen allgemein verständlichen Sinn und Inhalt. Jed-Es verwendet das Wort mit einem anderen Inhalt, einer anderen Aussage und einer anderen Färbung, wenn es dann beim ander-Es ankommt, füllt Jen-Es wiederum eine ganz eigene Bedeutung ein und somit sprechen und schreiben Zwei dasSelbe Wort, meinen aber jeweils etwas fast völlig verschiedenes.

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Ort der Sprachen und des Denkens

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Heute las *ich beim Spaziergang durch die Berliner Glinkastrasse folgendes Schild an einem Zaun:

"Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea".

Nun, was bedeutet zumindest für die Nord-Koreaner das Wort: Demokratie?:

»EinFamilienDynastie«. Für Nordkorea ist in dem Wort "Demokratie" nur die Familie Kim enthalten und viel Militär, Hunger und unerschütterliche Folgsamkeit.

Was bedeutet den Leses das Wort "Demokratie"?

Ich denke, Wir sind von der ursprünglichen Bedeutung der Demokratie, nämlich, dass Alle Bürger / MitGlieder einer Gesellschaft gemeinsam entscheiden und abstimmen, was in und mit der Gesellschaft passiert, noch ein gutes Stück entfernt.

Das waren auch die Griechen, die dieses Wort gebildet hatten. Dort galten nur Männer und nur aus wenigen Familien als die Gesellschaft (Volk), der Rest der Menschen sollte Schweigen und Folgen, also eher das heutige Nord-Koreanische Modell.

Vielleicht geht es also bei der Weiterentwicklung der Sprache eher um Entschlackung, um Reduzierung, um Verdeutlichung von Begriffen, die mehr oder weniger Alles um einen kleinen Kern herum bedeuten können. So, wie in dem Begriff Demokratie auch die EinFamilienHerrschaft steckt, als sei das Volk nur eine Familie und der Rest sind "Sklaven" und "Frauen", also nicht-stimmberechtigte Menschen.

Dass die Beschäftigung mit der Genauigkeit und dem Inhalt von Sprache, schon mit dem Aufflammen der Sprache begonnen hat, zeigt mit anderem der Platonische Dialog "Kratylos" (weiteres dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kratylos); *ich möchte aber eine neuere Auseinandersetzung damit wieder vor Sie und m*ich hinstellen, eine von zweien meiner Vorbilder.

Zitat: »Die Hauptelemente der Sprache, die Wörter, sind es vorzüglich, die von Nation zu Nation überwandern. Den grammatischen Formen wird dies schwerer, da sie, von feinerer intellektueller Natur, mehr in dem Verstände ihren Sitz haben, als materiell und sich selbst erklärend an den Lauten haften. Zwischen den ewig wechselnden Geschlechtern der Menschen und der Welt der darzustellenden Objekte stehen daher eine unendliche Anzahl von Wörtern, die man, wenn sie auch ursprünglich nach Gesetzen der Freiheit erzeugt sind, und immerfort auf diese Weise gebraucht werden, eben sowohl, als die Menschen und Objekte, als selbständige, nur geschichtlich erklärbare, nach und nach durch die vereinte Kraft der Natur, der Menschen und Ereignisse entstandene Wesen ansehen kann. Ihre Reihe erstreckt sich so weit in das Dunkel der Vorwelt hinaus, daß sich der Anfang nicht mehr bestimmen läßt; ihre Verzweigung umfaßt das ganze Menschengeschlecht, so weit je Verbindung unter demselben gewesen ist; ihr Fortwirken und ihre Forterzeugung könnte nur dann einen Endpunkt finden, wenn alle jetzt lebende Geschlechter vertilgt und alle Fäden der Überlieferung auf einmal abgeschritten würden. Indem nun die Nationen sich dieser schon vor ihnen vorhandenen Sprachelemente bedienen, indem diese ihre Natur der Darstellung der Objekte beimischen, ist der Ausdruck nicht gleichgültig und der Begriff nicht von der Sprache unabhängig. Der durch die Sprache bedingte Mensch wirkt aber wieder auf sie zurück, und jede besondere ist daher das Resultat drei verschiedener zusammentreffender Wirkungen: der realen Natur der Objekte, insofern sie den Eindruck auf das Gemüt hervorbringt, der subjektiven der Nation, und der eigentümlichen der Sprache durch den fremden ihr beigemischten Grundstoff und durch die Kraft, mit der alles einmal in sie Übergegangene, wenn auch ursprünglich ganz frei geschaffen, nur in gewissen Grenzen der Analogie Fortbildung erlaubt. Durch die gegenseitige Abhängigkeit des Gedankens und des Wortes von einander leuchtet es klar ein, daß die Sprachen nicht eigentlich Mittel sind, die schon erkannte Wahrheit darzustellen, sondern weit mehr, die vorher unerkannte zu entdecken. Ihre Verschiedenheit ist nicht eine von Schällen und Zeichen, sondern eine Verschiedenheit der Weltansichten selbst. Hierin ist der Grund und der letzte Zweck aller Sprachuntersuchung enthalten. Die Summe des Erkennbaren liegt, als das von dem menschlichen Geiste zu bearbeitende Feld, zwischen allen Sprachen und unabhängig von ihnen in der Mitte; der Mensch kann sich diesem rein objektiven Gebiet nicht anders, als nach seiner Erkennungs- und Empfindungsweise, also auf einem subjektiven Wege, nähern. Gerade da, wo die Forschung die höchsten und tiefsten Punkte berührt, findet sich der von jeder besonderen Eigentümlichkeit am leichtesten zu trennende mechanische und logische Verstandesgebrauch am Ende seiner Wirksamkeit, und es tritt ein Verfahren der inneren Wahrnehmung und Schöpfung ein, von dem bloß so viel deutlich wird, daß die objektive Wahrheit aus der ganzen Kraft der subjektiven Individualität hervorgeht.«

Wilhelm von Humboldt in einem Vortrag, ca. 1830 gehalten, an der Universität Berlin, überliefert in 1927 von Hugo von Hofmannsthal, in einem Aufsatz mit dem Titel: "Wert und Ehre deutscher Sprache", in den Münchener Neuesten Nachrichten.

Signifikant: Das Bewusst-Sein spricht. Das Bewusst-Sein spricht in Worten. Sprache. Welch ein Wunder!? Einfach so entstanden? Ein so mächtiges Werkzeug! Das ist doch eine Frage wert. Seit Wir Menschen sprechen, ist die Entwicklungsgeschwindigkeit sowohl der gesellschaftlichen Verhältnisse, als auch der Technik exponentiell abgehoben. Abgeflogen, oder auch Aufgeflogen! Das Körper kommt dabei kaum mehr mit. Und bremmst.

Was verständlich ist. Denn, was versteht das Körper von Sprache? Nun, Es spricht und versteht Sprache, aber wie weit reicht das, in das Körper hinein? Lesen Sie der linken Hand, wahlweise auch dem linken Knie, das Sie auch sind, einmal folgende Zeilen vor:

"Also ist der Poet wahrhaftig ein Dieb des Feuers. Er ist beladen mit der ganzen Menschheit, sogar mit den Tieren. Er muss, was er erdichtet entdeckt, fühlbar machen, tastbar, hörbar, und wenn das, was er von da unten heraufholt, Form besitzt, so gibt er es als Form; ist es formlos, dann gibt er das Formlose. - Eine Sprache finden - und wenn schliesslich jedes Wort ein Gedanke ist, dann kommt auch die Zeit einer Universalsprache! Man muss schon Akademie-Mitglied sein - mehr tot als ein Fossil -, um ein Wörterbuch zu verfassen, in welcher Sprache auch immer. Wenn Schwächlinge anfangen, über den ersten Buchstaben des Alphabets nachzudenken, können sie ganz schnell dem Wahnsinn verfallen! Diese Sprache wird von der Seele kommen und zur Seele gehen und alles zusammenfassen: Düfte, Töne, Farben und den Gedanken, der dem Gedanken folgt und ihn weiterführt. Der Poet bestimmt dann das Ausmass des Unbekannten, das zu seiner Zeit in der Allseele erwacht: er gäbe mehr - als die Formel seines Gedankens, als die Aufzeichnung seines Weges zum Fortschritt! Indem er das Ungewöhnliche zum Gewöhnlichen macht und alle es aufnehmen in sich, würde er in der Tat zu einem Vervielfacher des Fortschritts!".

Arthur Rimbaud in einem Brief an Paul Demeny, vom 15. Mai 1871. 

Nun kommt ein ganz persönlicher "Shitstorm", eine Verzweiflungstat, die das Selbst genauso beklagt und das Andere anklagt, wie es hilflos ist, die passenden, weil verständnisvollen und hilfreichen Worte zu finden, aber es musste mal raus, egal, ob es *mir oder Ihnen gefällt:

Signifikat: Hat die Hand diese Gedanken ergriffen, hat sie sie gar begriffen, oder sind nur Regionen im Gehirn damit befeuert worden? Was weiss der Magen von der Welt, (von) ausser was Es isst? Wo bleibt da das Bewusst-Sein? DaDa! Das Mensch denkt, aber die Gedanken reichen meist wenig weit, nur nah und sind ebenso schnell oft genug vergessen. Den besten Wünschen mangelt es fast zu 100% an Übersetzung in Körperkraft. Was weiss das mehr zu würdigen? Das Leben oder mehr das Tod? Beide leuchtet das Sprache aus. Beide schätzen das bisher wenig. Der Funktionsraum (lat. "fungi" = 'verrichten, vollbringen') der Sprache, das Denken, wird an der sehr kurzen Leine gehalten.

Ein Klärungsversuch: "Unser Gehirn scheut das Denken, weil es eine wahnsinnig energieraubende Tätigkeit ist. Wer nachdenkt dessen Grosshirnrinde verbraucht ungeheuer viel Zucker und Sauerstoff. Deshalb versucht unser Hirn, möglichst wenig nachzudenken und alles Mögliche zu automatisieren. Das ist billiger."

Prof. Dr. Gerhard Roth, in 'Der Spiegel', 2/11 (Titel: "Die zerhackte Zeit").

Zitat: "Unser" Gehirn scheut {also} das Denken?"

Was sagt "Unser" Magen dazu?

Was "unsere" rechte Arschbacke?

"Unser" GeHirn unterliegt also der geringen Versuchung wenigstens zu denken, weil das eine wahnsinnig ungeheuer raubende Tätigkeit ist, das ist billiger. Geiz ist Geil. Weniger ist mehr. Jetzt ist alles klar, oder? Warum beschneiden Wir Menschen zuerst immer die Kunst- und Bildungsausgaben?

Es ist billiger.

Und es läuft einfach alles besser (voll-)automatisch. Die Wissenschaft hat also endlich bewiesen, was den Politikern und Potentaten schon lange Recht ist, oder? Nein. Keine Schelte der Po's, Wir Menschen sind Alle schnell dabei,

!Einschränkung!: fast Alle, schnell dabei, 

jegliche physischen Ausgaben für den Wissenserwerb, die Fremdenerfahrung, eine Erlebniseinordnung und die Verantwortungs-Erweiterung zu begrenzen oder zurück zunehmen, wenn gespart werden muss. Bisher kommt der Eigennutz weitgehend ohne das Fremde aus. Und gespart werden muss dauernd, oder?

Es lebe die Ignoranz!

Die Frage der Bewertung stellt sich dann gar nicht. Und die Huldigung der Intuition ist vergesslich, sie vergisst, dass die Intuition zwar im Augenblick des intuitiven Handelns ohne den Verstand auskommt, das Denken aber, in der Vorbereitung des "Handelns ohne Worte", sehr wohl braucht, ohne zu Vergessen, dass in der Intuition auch mehrere Millionen / Milliarden Jahre der Erfahrung stecken.

Intuition ohne Verstand schlägt (einfach) zu.

Und das ist noch Menschenweiter Normalzustand.

Samstag, 24. Februar 2018

Braucht das Sprache Veränderung?

Antwort: Ja, dringend

Vorwegg eine Bemerkung und schöne Herleitung des natürlichen Wissensdurstes und der Entdeckerlust, als gemeinsame (auch!) menschliche Eigenheit.

»Schon das Kind sehnt sich über die Hügel, die Gebirge, die Seen, die Meere hinaus, die seine enge Heimath umschliessen, und sich dann gleich wieder pflanzenartig zurück, wie das überhaupt das Rührende und Schöne im Menschen ist, dass Sehnsucht nach Erwünschtem und nach Verlorenem ihn immer bewahrt, ausschliesslich am Augenblicke zu haften. So, festgewurzelt in der innersten Natur des Menschen, und zugleich geboten durch seine höchsten Bestrebungen, ist jene wohlwollend menschliche Verbindung des ganzen Geschlechts eine der grossen leitenden Ideen in der Geschichte der Menschheit.«
Wilhelm von Humboldt, 1828, aus "Über die Verschiedenheiten des menschlichen Sprachbaues".

Das Sprache braucht Veränderung.
Es braucht Veränderung ebenso, wie ALLES Andere ebenso in Veränderung ist.
Eine platte "Weisheit": DaSein ist stetes AndersSein. Was ich eben war, bin ich Jetzt nicht mehr, oder wie Franz Beckenbauer mal gesagt hat (und er hat es auch nur übernommen): "Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern". Klar, die / das Sprache ist in Veränderung, Heute gibt es Wörter und Wortzusammenstellungen, die vor / in ? Jahren kaum ein-Es verstehen würde, aber ... Es gibt immer ein Aber.

Aber, ist das die richtige Richtung?
Immer mehr Bedeutungen und Farben in ein und dasSelbe Wort zu packen (siehe dazu auch den Beitrag: "Die Freiheit der Liebe", vom 02. März 2012, in diesem Blog)? Und somit, wie *ich meine, die Worte zu entsozialisieren.

Ein Wort wie: Wahrheit, hat bald keinen allgemein verständlichen Sinn und Inhalt. Jed-Es verwendet das Wort mit einem anderen Inhalt, einer anderen Aussage und einer anderen Färbung, wenn es dann beim ander-Es ankommt, füllt Jen-Es wiederum eine ganz eigene Bedeutung ein und somit sprechen und schreiben Zwei dasSelbe Wort, meinen aber jeweils etwas fast völlig verschiedenes.
.
Ort der Sprachen und des Denkens
.
Heute las *ich beim Spaziergang durch die Berliner Glinkastrasse folgendes Schild an einem Zaun:
"Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea".
Nun, was bedeutet zumindest für die Nord-Koreaner das Wort: Demokratie?:
»EinFamilienDynastie«. Für Nordkorea ist in dem Wort "Demokratie" nur die Familie Kim enthalten und viel Militär, Hunger und unerschütterliche Folgsamkeit.

Was bedeutet den Leses das Wort "Demokratie"?

Ich denke, Wir sind von der ursprünglichen Bedeutung der Demokratie, nämlich, dass Alle Bürger / MitGlieder einer Gesellschaft gemeinsam entscheiden und abstimmen, was in und mit der Gesellschaft passiert, noch ein gutes Stück entfernt.

Das waren auch die Griechen, die dieses Wort gebildet hatten. Dort galten nur Männer und nur aus wenigen Familien als die Gesellschaft (Volk), der Rest der Menschen sollte Schweigen und Folgen, also eher das heutige Nord-Koreanische Modell.

Vielleicht geht es also bei der Weiterentwicklung der Sprache eher um Entschlackung, um Reduzierung, um Verdeutlichung von Begriffen, die mehr oder weniger Alles um einen kleinen Kern herum bedeuten können. So, wie in dem Begriff Demokratie auch die EinFamilienHerrschaft steckt, als sei das Volk nur eine Familie und der Rest sind "Sklaven" und "Frauen", also nicht-stimmberechtigte Menschen.

Dass die Beschäftigung mit der Genauigkeit und dem Inhalt von Sprache, schon mit dem Aufflammen der Sprache begonnen hat, zeigt mit anderem der Platonische Dialog "Kratylos" (weiteres dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Kratylos); *ich möchte aber eine neuere Auseinandersetzung damit wieder vor Sie und m*ich hinstellen, eine von zweien meiner Vorbilder.

Zitat: »Die Hauptelemente der Sprache, die Wörter, sind es vorzüglich, die von Nation zu Nation überwandern. Den grammatischen Formen wird dies schwerer, da sie, von feinerer intellektueller Natur, mehr in dem Verstände ihren Sitz haben, als materiell und sich selbst erklärend an den Lauten haften. Zwischen den ewig wechselnden Geschlechtern der Menschen und der Welt der darzustellenden Objekte stehen daher eine unendliche Anzahl von Wörtern, die man, wenn sie auch ursprünglich nach Gesetzen der Freiheit erzeugt sind, und immerfort auf diese Weise gebraucht werden, eben sowohl, als die Menschen und Objekte, als selbständige, nur geschichtlich erklärbare, nach und nach durch die vereinte Kraft der Natur, der Menschen und Ereignisse entstandene Wesen ansehen kann. Ihre Reihe erstreckt sich so weit in das Dunkel der Vorwelt hinaus, daß sich der Anfang nicht mehr bestimmen läßt; ihre Verzweigung umfaßt das ganze Menschengeschlecht, so weit je Verbindung unter demselben gewesen ist; ihr Fortwirken und ihre Forterzeugung könnte nur dann einen Endpunkt finden, wenn alle jetzt lebende Geschlechter vertilgt und alle Fäden der Überlieferung auf einmal abgeschritten würden. Indem nun die Nationen sich dieser schon vor ihnen vorhandenen Sprachelemente bedienen, indem diese ihre Natur der Darstellung der Objekte beimischen, ist der Ausdruck nicht gleichgültig und der Begriff nicht von der Sprache unabhängig. Der durch die Sprache bedingte Mensch wirkt aber wieder auf sie zurück, und jede besondere ist daher das Resultat drei verschiedener zusammentreffender Wirkungen: der realen Natur der Objekte, insofern sie den Eindruck auf das Gemüt hervorbringt, der subjektiven der Nation, und der eigentümlichen der Sprache durch den fremden ihr beigemischten Grundstoff und durch die Kraft, mit der alles einmal in sie Übergegangene, wenn auch ursprünglich ganz frei geschaffen, nur in gewissen Grenzen der Analogie Fortbildung erlaubt. Durch die gegenseitige Abhängigkeit des Gedankens und des Wortes von einander leuchtet es klar ein, daß die Sprachen nicht eigentlich Mittel sind, die schon erkannte Wahrheit darzustellen, sondern weit mehr, die vorher unerkannte zu entdecken. Ihre Verschiedenheit ist nicht eine von Schällen und Zeichen, sondern eine Verschiedenheit der Weltansichten selbst. Hierin ist der Grund und der letzte Zweck aller Sprachuntersuchung enthalten. Die Summe des Erkennbaren liegt, als das von dem menschlichen Geiste zu bearbeitende Feld, zwischen allen Sprachen und unabhängig von ihnen in der Mitte; der Mensch kann sich diesem rein objektiven Gebiet nicht anders, als nach seiner Erkennungs- und Empfindungsweise, also auf einem subjektiven Wege, nähern. Gerade da, wo die Forschung die höchsten und tiefsten Punkte berührt, findet sich der von jeder besonderen Eigentümlichkeit am leichtesten zu trennende mechanische und logische Verstandesgebrauch am Ende seiner Wirksamkeit, und es tritt ein Verfahren der inneren Wahrnehmung und Schöpfung ein, von dem bloß so viel deutlich wird, daß die objektive Wahrheit aus der ganzen Kraft der subjektiven Individualität hervorgeht.«
Wilhelm von Humboldt in einem Vortrag, ca. 1830 gehalten, an der Universität Berlin, überliefert in 1927 von Hugo von Hofmannsthal, in einem Aufsatz mit dem Titel: "Wert und Ehre deutscher Sprache", in den Münchener Neuesten Nachrichten.

Signifikant: Das Bewusst-Sein spricht. Das Bewusst-Sein spricht in Worten. Sprache. Welch ein Wunder!? Einfach so entstanden? Ein so mächtiges Werkzeug! Das ist doch eine Frage wert. Seit Wir Menschen sprechen, ist die Entwicklungsgeschwindigkeit sowohl der gesellschaftlichen Verhältnisse, als auch der Technik exponentiell abgehoben. Abgeflogen, oder auch Aufgeflogen! Das Körper kommt dabei kaum mehr mit. Und bremmst.

Was verständlich ist. Denn, was versteht das Körper von Sprache? Nun, Es spricht und versteht Sprache, aber wie weit reicht das, in das Körper hinein? Lesen Sie der linken Hand, wahlweise auch dem linken Knie, das Sie auch sind, einmal folgende Zeilen vor:

"Also ist der Poet wahrhaftig ein Dieb des Feuers. Er ist beladen mit der ganzen Menschheit, sogar mit den Tieren. Er muss, was er erdichtet entdeckt, fühlbar machen, tastbar, hörbar, und wenn das, was er von da unten heraufholt, Form besitzt, so gibt er es als Form; ist es formlos, dann gibt er das Formlose. - Eine Sprache finden - und wenn schliesslich jedes Wort ein Gedanke ist, dann kommt auch die Zeit einer Universalsprache! Man muss schon Akademie-Mitglied sein - mehr tot als ein Fossil -, um ein Wörterbuch zu verfassen, in welcher Sprache auch immer. Wenn Schwächlinge anfangen, über den ersten Buchstaben des Alphabets nachzudenken, können sie ganz schnell dem Wahnsinn verfallen! Diese Sprache wird von der Seele kommen und zur Seele gehen und alles zusammenfassen: Düfte, Töne, Farben und den Gedanken, der dem Gedanken folgt und ihn weiterführt. Der Poet bestimmt dann das Ausmass des Unbekannten, das zu seiner Zeit in der Allseele erwacht: er gäbe mehr - als die Formel seines Gedankens, als die Aufzeichnung seines Weges zum Fortschritt! Indem er das Ungewöhnliche zum Gewöhnlichen macht und alle es aufnehmen in sich, würde er in der Tat zu einem Vervielfacher des Fortschritts!".
Arthur Rimbaud in einem Brief an Paul Demeny, vom 15.Mai 1871. 

Nun kommt ein ganz persönlicher "Shitstorm", eine Verzweiflungstat, die das Selbst genauso beklagt und das Andere anklagt, wie es hilflos ist, die passenden, weil verständnisvollen und hilfreichen Worte zu finden, aber es musste mal raus, egal, ob es *mir oder Ihnen gefällt:

Signifikat: Hat die Hand diese Gedanken ergriffen, hat sie sie gar begriffen, oder sind nur Regionen im Gehirn damit befeuert worden? Was weiss der Magen von der Welt, (von) ausser was Es isst? Wo bleibt da das Bewusst-Sein? DaDa! Das Mensch denkt, aber die Gedanken reichen meist wenig weit, nur nah und sind ebenso schnell oft genug vergessen. Den besten Wünschen mangelt es fast zu 100% an Übersetzung in Körperkraft. Was weiss das mehr zu würdigen? Das Leben oder mehr das Tod? Beide leuchtet das Sprache aus. Beide schätzen das bisher wenig. Der Funktionsraum (lat. "fungi" = 'verrichten, vollbringen') der Sprache, das Denken, wird an der sehr kurzen Leine gehalten.

Ein Klärungsversuch: "Unser Gehirn scheut das Denken, weil es eine wahnsinnig energieraubende Tätigkeit ist. Wer nachdenkt dessen Grosshirnrinde verbraucht ungeheuer viel Zucker und Sauerstoff. Deshalb versucht unser Hirn, möglichst wenig nachzudenken und alles Mögliche zu automatisieren. Das ist billiger."
Prof. Dr. Gerhard Roth, in 'Der Spiegel', 2/11 (Titel: "Die zerhackte Zeit").

Zitat: "Unser" Gehirn scheut {also} das Denken?"

Was sagt "Unser" Magen dazu?
Was "unsere" rechte Arschbacke?
"Unser" GeHirn unterliegt also der geringen Versuchung wenigstens zu denken, weil das eine wahnsinnig ungeheuer raubende Tätigkeit ist, das ist billiger. Geiz ist Geil. Weniger ist mehr. Jetzt ist alles klar, oder? Warum beschneiden Wir Menschen zuerst immer die Kunst- und Bildungsausgaben?
Es ist billiger.

Und es läuft einfach alles besser (voll-)automatisch. Die Wissenschaft hat also endlich bewiesen, was den Politikern und Potentaten schon lange Recht ist, oder? Nein. Keine Schelte der Po's, Wir Menschen sind Alle schnell dabei,
!Einschränkung!: fast Alle, schnell dabei, jegliche physischen Ausgaben für den Wissenserwerb, die Fremdenerfahrung, eine Erlebniseinordnung und die Verantwortungs-Erweiterung zu begrenzen oder zurückzunehmen, wenn gespart werden muss. Bisher kommt der Eigennutz weitgehend ohne das Fremde aus. Und gespart werden muss dauernd, oder?

Es lebe die Ignoranz!
Die Frage der Bewertung stellt sich dann gar nicht. Und die Huldigung der Intuition ist vergesslich, sie vergisst, dass die Intuition zwar im Augenblick des intuitiven Handelns ohne den Verstand auskommt, das Denken aber, in der Vorbereitung des "Handelns ohne Worte", sehr wohl braucht, ohne zu Vergessen, dass in der Intuition auch mehrere Millionen / Milliarden Jahre der Erfahrung stecken.

Intuition ohne Verstand schlägt (einfach) zu.

Und das ist noch Menschenweiter Normalzustand.