VorWorte

Wissen schafft auch Leid[en]. Das nur zur Komplettierung und als Hintergrund für das Fragezeichen.

Dieses Blog ist eine persönliche Frage- und Antwort-Reise, mit dem Ziel das Wirklichkeit in {und aus} das ein-zu-bringen, was auch daIst: *ich.

Wissen schafft Freude? Wie? Indem das aktuelle Wissen angewendet wird, statt auf das Gestern und dessen "Wissen" zu setzen.

Viel Freude beim lesen.

Dienstag, 12. Dezember 2023

Das Tarnung des Wirklichkeit

Poesie

Titel: Das Tarnung des Wirklichkeit, oder vom Vorhang des Bewusst-Seins

Oh weh! Wie oft bin ich mit meinen Einschätzungen der Wirklichkeit danebengelegen, und wie oft passiert mir das wohl noch? Was hätte ich alles Ergreifen können, und wie weit wäre ich in der Lebendigkeit schon gekommen, wenn, ja, wenn ich die Gelegenheiten überhaupt erst erfühlt und gespürt hätte, vom erkennen bin ich da ja noch ein Stück entfernt. Dann wäre ich heute vielleicht ein glücklicher Familienvater im schönen Häuschen, in einem sonnigen Ländchen, mit einem wonnigen Konntochen in der städtischen Bank, oder so.

Aber die Wirklichkeit ist so eine Sache. Sie ist zwar da, aber sie tarnt sich noch ganz gut, im und vor dem Inhalt, vor dem Selbst, das ES (die Wirklichkeit, wahlweise auch: die Realität) ja vielleicht auch ist, ja, warum nicht?; vielleicht ist ja auch das gesamte Universum so etwas wie eine Persönlichkeit, ein ES, wissen Wir es?
Nein. Also.

Die Wirklichkeit ist eine Tarnung, ist zumindest nicht so einfach zu erfassen oder gar zu erklären, also in Worte zu fassen. Davon handelt dieser Beitrag.

Die Wirklichkeit ist: dieser Beitrag ist lang, nicht sehr lang, aber lang. Nur so, dass das auch in Ihre Wirklichkeit einfliesst. Er ist gespickt mit Zitaten, erstens, weil ich vieles gar nicht anders oder besser benennen könnte, wie es die hier zitierten tun (übrigens nur Männer, aber ich habe keine Frau gefunden, zu diesem Thema, habe aber auch nicht lange danach gesucht, das nur zur Wirklichkeit) und zweitens, weil ich dem selbstgeschriebenen noch etwas misstraue, und ich vermute, dass Sie dieses Misstrauen auch spüren. Da das so ist, warte ich noch etwas, bis ich zu einer selbstvertrauten Sprache finde und zitiere so lange.

Es geht also um die Selbst- und Fremd-Einschätzung insbesondere des Lebewesens Mensch (die anderen kann ich kaum beurteilen, wie heisst es so treffend: "da stecke ich nicht drinn", also bleib ich beim Mensch) und um die teils haarsträubenden Fehlurteile und die manchmal absurden Einschätzungen der Realität in und um Uns, also der Wirklichkeit.

Bei den meisten Menschen sind die Bewertungen der Wirklichkeit glücklicher-"weise" in einem so fernen und abweichenden Bereich, der nicht zu Verletzungen, zu Unfällen oder gar zu Katastrophen führt, deshalb laufen Wir hier noch Alle mehr oder weniger fröhlich herum.

Dass es aber im Laufe der RaumZeit zu Katastrophen gekommen ist, kann, glaube ich, jedes von Ihnen inzwischen bezeugen. Gleich das erste Zitat berichtet aus einer Katastrophe der deutschen Geschichte, einer Aneinander-Reihung von katastrophalen Fehl-einschätzungen des allgemeinen Naturverlaufs (Evolution), der innermenschlichen Verhältnisse (das Mensch ist EINE Spezies, ohne Inner- oder Unter-Rassen!) und auch der menschlichen Natur (Ängste, Bedürfnisse, Wünsche u.s.w.) und des gesunden und gebotenen Umgangs im Miteinander, Sie ahnen bereits, aus welcher RaumZeit-Periode der erste Bericht kommt.

Er stammt von einem, für mich, herausragenden Beobachter und Literaten, also, wenn es nicht so fürchterlich gewesen wäre, genau der passende Beobachter aus dem Innenraum einer grauenvollen deutschen Engstelle.
-
Kurze Vorbemerkungen: die Zitate habe ich sämtlich in Blau eingefärbt, meine Worte bleiben also schwarz. Unter die Bilder, in die Namen, habe ich die Links zu WikiPedia oder zu den Instituten der jeweiligen Personen gelegt.
-
.
.
Der folgende Auszug ist aus:
»Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuch eines Überwältigten«, erschienen bei Klett-Cotta, fünfte Ausgabe, 2004, Seite 28 - 33.
-
Jean Améry: "In Auschwitz aber musste der isolierte Einzelne noch dem letzten SS-Mann die gesamte deutsche Kultur samt Dürer und Reger, Gryphius und Trakl überlassen.
Doch selbst wo es gelang, sich die naive und diskutable Illusion aufzubauen, vom »guten« und »bösen« Deutschland, vom miserablen Thorak {Anm. des Blog-Autors: Josef Thorak, 1889 - 1952, ein östereichischer Bildhauer, galt nach Arno Breker als populärster Bildhauer im Dritten Reich}, der dem Hitler gehören mochte, und dem grossen Tilman Riemenschneider {um 1460 - 1531, bedeutender Bildhauer der Spätgotik und Frührenaissance}, dem man seine Solidarität aufdrängte - selbst dort musste unweigerlich am Ende der Geist vor der Wirklichkeit versagen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, und es ist schwer, sie erst einmal auseinander zuhalten und dann zur Synthese zu bringen, wie es geboten wäre. Absehen will ich von den bar physischen, wiewohl ich eigentlich nicht weiss, ob das statthaft ist, denn jeder Lagerhäftling stand ja schliesslich unter dem Gesetz seiner mehr oder minder grossen körperlichen Widerstandskraft. Klar ist jedenfalls, dass die ganze Frage der Wirkung des Geistes dort nicht mehr gestellt werden kann, wo das Subjekt, unmittelbar vor dem Hunger- oder Erschöpfungstod stehend, nicht nur entgeistet, sondern im eigentlichen Wortsinn entmenscht ist. Der sogenannte »Muselmann«, wie die Lagersprache den sich aufgebenden und von den Kameraden aufgegebenen Häftling nannte, hatte keinen Bewusstseinsraum mehr, in dem Gut und Böse, Edel oder Gemein, Geistig oder Ungeistig sich gegenüberstehen konnten. Er war ein wankender Leichnam, ein Bündel physischer Funktionen in den letzten Zuckungen. Er muss, so schwer es uns fallen möge, aus unseren Erwägungen ausgeschlossen werden. Ich kann nur ausgehen von meiner eigenen Lage, der Lage eines Häftlings, der hungerte, aber nicht verhungerte, der geprügelt, aber nicht zusammengeschlagen wurde, der Wunden hatte, aber keine tödlichen, der also objektiv noch jenes Substrat besass, auf dem der Geist prinzipiell stehen und bestehen kann. Er stand aber allemal auf schwachen Füssen, und er bestand schlecht, das ist die traurige Wahrheit. Vom Versagen, beziehungsweise dem wirkungslosen Verpuffen ästhetischer Vorstellungsreihen und Reminiszenzen habe ich bereits andeutend gesprochen. Sie waren in den meisten Fällen keine Tröstung, gelegentlich erschienen sie als Schmerz oder Hohn; am häufigsten versickerten sie in einem Gefühl vollkommener Indifferenz.
Da gab es freilich Ausnahmen, und zwar in gewissen Rauschzuständen. Ich denke daran, wie mir einmal ein Pfleger des Krankenhauses einen Teller mit gesüsstem Griessbrei schenkte, den ich gierig verschlang, wobei ich in den Zustand einer ausserordentlichen geistigen Euphorie geriet. Mit tiefer Ergriffenheit dachte ich zunächst an das Phänomen der menschlichen Güte. Daran kettete sich die Vorstellung des wackeren Joachim Ziemssen aus dem »Zauberberg« Thomas Manns. Und plötzlich war mein Bewusstsein randvoll und chaotisch angefüllt mit Bücherinhalten, Bruchstücken gehörter Musik, eigenen, wie mir durchaus scheinen wollte, philosophischen Gedanken. Ein wildes Geistverlangen ergriff Besitz von mir, das begleitet war von durchdringendem Selbstmitleid und das mir Tränen in die Augen trieb. Dabei war ich mir aber in einer klar gebliebenen Bewusstseinsschicht des Pseudocharakters dieser nur Minuten währenden geistigen Erhebung voll bewusst. Es war ein echter, durch physische Einwirkung hervorgerufener Trunkenheitszustand. Nachträgliche Gespräche mit Kameraden erlauben mir den Schluss, dass ich keineswegs der einzige war, dem unter solchen Umständen eine kurzfristige geistige Aufrichtung gelang. Derlei Rauschgefühle stellten sich häufig auch bei Schicksalsgenossen ein, sei es beim Essen, sei es beim Genuss einer ungewohnt gewordenen Zigarette. Wie alle Räusche liessen sie ein ödes, katzenjammerhaftes Gefühl der Leere und Scham zurück. Sie waren zutiefst unecht, der Wert des Geistes erhärtete nur schlecht an ihnen. Doch erfüllt ja die ästhetische Vorstellung und alles, was in ihrem Gefolge daherkommen möge, nur einen begrenzten und gar nicht den wichtigsten Raum im Haushalt des geistigen Menschen. Wesentlicher ist das analytische Denken: von ihm dürften wir erwarten, dass es angesichts des Grauens zugleich Stütze und Wegweiser sei.
Auch hier aber komme und kam ich zu enttäuschenden Bilanzen. Das rational-analytische Denken war im Lager und speziell in Auschwitz nicht nur keine Hilfe, sondern führte geradewegs in eine tragische Dialektik der Selbstzerstörung. Was ich damit meine, ist leicht verdeutlicht. Zunächst einmal nahm der geistige Mensch die unvorstellbaren Zustände nicht so einfach als gegeben zur Kenntnis wie der ungeistige Mensch. Ein langes Training, die Erscheinungen der Alltagswirklichkeit in Frage zu stellen, verbot ihm das schlichte Eingehen auf die Lagerrealität, denn diese stand in allzu schroffem Gegensatz zu allem, was er bisher als möglich und dem Menschen zumutbar angesehen hatte. Er hatte in der Freiheit stets nur mit Leuten Umgang gehabt, die der human-vernünftigen Argumentation zugänglich waren, und durchaus wollte er nicht begreifen, was nun wahrhaftig gar nicht kompliziert war, nämlich: dass ihm, dem Häftling gegenüberdie SS eine Logik der Vernichtung gebrauchte, die in sich ebenso folgerichtig operierte wie draussen die Logik der Lebenserhaltung. Man musste stets sauber rasiert sein, aber strengstens war verboten, Rasierzeug zu besitzen{Bei der inneren Vorstellung dieser Lagerrealität und der völlig absurden Logik darin, musste *ich gleichzeitig schrill auflachen und bitterlich weinen. Entsetzlich!} und zum Barbier kam man nur einmal in vierzehn Tagen. Es durfte am Zebragewand bei Strafe kein Knopf fehlen, wenn man aber bei der Arbeit einen verlor, was unvermeidlich war, dann gab es praktisch kaum eine Möglichkeit, ihn zu ersetzen. Man musste kräftig sein, aber man wurde systematisch geschwächt. Es war einem beim Eintritt ins Lager alles genommen worden, aber dann wurde man von den Plünderern verhöhnt, weil man nichts besass. Der geistig nicht weiter geübte Lagerhäftling nahm diese Umstände zu Kenntnis, in demselben Gleichmut, der sich draussen bewährt hatte bei Feststellungen wie »Es muss Arme und Reiche geben« oder »Kriege werden immer sein«. Er nahm sie zur Kenntnis, stellte sich auf sie ein, und in günstigen Fällen triumphierte er über sie. Der Intellektuelle aber revoltierte dagegen in der Ohnmacht des Gedankens. Für ihn galt im Anfang die rebellische Narrenweisheit, dass nicht sein könne, was doch gewiss nicht sein darf. Allerdings nur im Anfang.
Der Refus {= abschlägige Antwort, Ablehnung} der SS-Logik, die Revolte nach innen, das Vorsichhinmurmeln von Beschwörungsformeln, wie »aber das ist doch nicht möglich«, währte nicht lange. Unweigerlich stellte sich nach einer gewissen Zeit etwas ein, das mehr war als nur Resignation und das wir als Akzeptierung nicht nur der SS-Logik, sondern auch des SS-Wertesystems bezeichnen dürfen. Und wiederum hatte es der intellektuelle Häftling schwerer als der ungeistige. Für diesen hatte es niemals eine generelle humane Logik gegeben, sondern nur ein folgerichtiges System der Selbsterhaltung. Ja, er hatte draussen gesagt: »Es muss Arme und Reiche geben«, aber innerhalb dieser Erkenntnis hatte er den Kampf des Armen gegen den Reichen geführt und ihn gar nicht als Widerspruch empfunden. Für ihn war die Lagerlogik nur die graduelle Verschärfung der Wirtschaftslogik, und der Verschärfung begegnet man mit einer brauchbaren Mischung von Resignation und Abwehrbereitschaft {Wie weit ist diese Beschreibung der Zustände in einem Vernichtungslager der 1940er Jahre und auch ausserhalb davon, vom Jahr 2024 entfernt? - Gönnen Sie *mir doch eine kleine Provokation.}Der Intellektuelle aber, der nach dem Zusammenbrechen des ersten inneren Widerstandes erkannt hatte, dass sehr wohl sein könne, was nicht sein darf, der die SS-Logik als stündlich sich erweisende Wirklichkeit erfuhr, ging nun im Denken ein paar verhängnisvolle Schritte weiter. Hatten jene, die ihn zu vernichten sich anschickten, nicht vielleicht recht gegen ihn, auf Grund des unbestreitbaren Faktums, dass sie die Stärkeren waren? Die grundsätzliche geistige Toleranz und der methodische Zweifel des Intellektuellen wurden so zu Faktoren der Autodestruktion. Ja, die SS konnte es treiben, wie sie es tat: Es gibt kein Naturrecht und die moralischen Kategorien entstehen und vergehen wie die Moden. Ein Deutschland war da, das Juden und politische Gegner in den Tod trieb, da es sich nur auf diese Weise glaubte verwirklichen zu können. Und was weiter? Es war die griechische Zivilisation aufgebaut auf Sklaverei, und ein athenisches Heer hatte auf Melos gehaust, wie die SS in der Ukraine. Menschenopfer unerhört waren gefallen, soweit das Licht der Geschichte in die Tiefe reicht, und der ewige Menschheitsfortschritt war ohnedies nur eine Naivität aus dem 19. Jahrhundert. »Links, zwei, drei, vier« war ein Ritual wie jedes andere auch. Es war nicht viel vorzubringen gegen die Greuel. Die Via Appia war gesäumt von gekreuzigten Sklaven, und drüben in Birkenau verbreitete sich der Gestank verbrannter Menschenleiber. Hier war man nicht Cassus, sondern Spartacus, das war alles. »Dämmt den Rhein mit ihren Leichen; Lasst, gestäuft von ihrem Bein, Schäumend um die Pfalz ihn weichen«: so hatte Heinrich von Kleist den Rhein angedichtet, und wer weiss, er hätte seine Kadaverphantasie verwirklicht, wäre ihm die Macht zugefallen. Ein General von Kleist kommandierte irgendwo an der russischen Front und stäufte vielleicht die Leichen von Juden und Politkommissaren. So war die Geschichte, und so ist sie. Man war unter ihr Rad geraten und riss die Mütze ab, wenn ein Henkersknecht daherkam. Der geistige Mensch, nach Erschlaffen des ersten Widerstandes, hatte den Vernichtern mit all seinen Kenntnissen, Analysen weniger entgegenzusetzen als der ungeistige: Dieser nahm zwar vor ihnen straffere Haltung ein und gefiel ihnen darum auch besser, im übrigen aber bekämpfte er sie viel spontaner und wirkungsvoller als sein nachdenklicher Kamerad mit systematischer Drückebergerei und wohlgelungenen Diebstählen.
Mehr als den ungeistigen Kameraden lähmte den Intellektuellen im Lager auch sein historisch und soziologisch erklärbarer tiefer Respekt vor der Macht; tatsächlich hat der geistige Mensch sich immer und überall in völliger Abhängigkeit von der Macht befunden. Er war und ist es gewohnt sie geistig anzuzweifeln, sie seiner kritischen Analyse zu unterwerfen - und doch im selben intellektuellen Arbeitsgang vor ihr zu kapitulieren. Die Kapitulation wurde dort vollends unvermeidbar, wo der feindlichen Macht nichts Sichtbares gegenüberstand. Es mochten draussen riesige Armeen den Vernichter bekämpfen, aber im Lager hörte man davon nur von fernher und wollte nicht mehr recht daran glauben. Ungeheuerlich und unüberwindlich türmte sich die Machtgestalt des SS-Staates vor dem Häftling auf, eine Wirklichkeit, die nicht umgangen werden konnte und die darum am Ende als vernünftig erschien."

Ende Auszug.
-
Dieser Text ist Anfang der 1960er Jahre geschrieben worden und ist, bis auf den Untergang des "Dritten Reichs", in seinen Analysen und Schlussfolgerungen bis Heute gültig, die Überspitzung, Verkrampfung und Grausamkeit ist wegggefallen, das Verfahren und das Gebahren ist abgedämmt, also gewaltloser, aber ist bis Heute gültig, so empfinde ich das.

Das gefährliche aber ist, das SS-System mit dem kapitalistischen System zu vergleichen, das SS-System also als "totale" Entgleisung und Perversion des Kapitalismus und der darunterliegenden "Natürlichkeit" wahrzunehmen und beide mit einem menschlich-natürlichen Urzustand zu begründen. Menschliche Wirklichkeits-Interpretation und auch -Handhabung war schon immer irreal und somit logisch gar nicht zu ergreiffen.

Warum? Mit Anderem, weil sie stets die Anderen und erst recht die Umwelt ausschloss, weil sie von Anfang an ein Recht des Stärkeren aufbaute (Hierarchien) und damit die Schwachen, die schon immer in der Mehrheit waren domestizierte. Die Rechtfertigung der Stärkeren zur Ausbeutung und Vorenthaltung können dabei nur jeder Logik oder allgemeinen Moral Hohn sprechen. Sie werden jedoch bis Jetzt eben angewendet und von der Mehrheit geglaubt, zumindest gibt es nur von einer kleinsten Minderzahl Widerspruch und der findet kaum Gehör.
-
Zum Beispiel:
.
.
Aus einer arte-Doku mit dem Titel: "Endstation Fortschritt?", von Mathieu Roy und Harold Crooks. Mehr dazu finden Sie auch hier:
-
David Suzuki: "Die Wirtschaftslehre ist losgelöst von der realen Welt, sie ist destruktiv. In einem VWL-Grundkurs erhalten sie als erstes einen Überblick über die Wirtschaft. Das macht Eindruck: Rohstoffe, Förderung, Verarbeitung, Produktion, Gross- und Einzelhandel, mit Pfeilen in alle Richtungen. Es soll sie beeindrucken, dabei wissen die Professoren ganz genau, dass die Wirtschaft keine Wissenschaft ist und doch wollen sie uns das weismachen. Die Wirtschaftslehre stellt ökonomische Werte in mathematische Gleichungen und das soll dann Wissenschaft sein? Aber fragen sie mal einen Ökonomen, wo kommt in ihren Gleichungen die Ozonschicht vor, oder das fossile Grundwasser, wo die Humusschicht und die BioDiversität? Dann wird er antworten: Oh, das sind (nur) Externalitäten.

(Falls Sie wollen:

Wir könnten genauso gut auf dem Mars sein, so weit wegg ist die Wirtschaftslehre von der Wirklichkeit. Es sind lebende Organismen, die das Wasser in seinem Kreislauf filtern. Mikroorganismen im Boden machen ihn fruchtbar. All diese Dienste der Natur, wie auch das Bestäuben der Pflanzen durch die Insekten sind ausschlaggebend für das Leben auf diesem Planeten. Das nennen Ökonomen Externalitäten!? Das ist verrückt!".
-
Und was sagt ein Ökonom dazu, sogar einer der Vordenker und Leiter der Wirtschaftslehre in Deutschland? 
-
.
. 
Titel: "Mitverantwortung, eine vergessene Kategorie

Die Mitglieder einer Gesellschaft benötigen einen gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse, schreibt IW-Direktor Michael Hüther in der Süddeutschen Zeitung, vom Freitag, dem 20.07.2012.

Der Kapitalismus ist in Verruf geraten, mit ihm die Wirtschaftsordnung der sozialen Marktwirtschaft. Krisen, Funktionsstörungen und nicht eingelöste Leistungsversprechen sind für viele hinreichende Gründe, sich von ihr abzuwenden und nach Neuem zu suchen. Kritik und Zweifel beschränken sich diesmal nicht auf die üblichen Verdächtigen, sondern haben weite Kreise des Bürgertums erfasst.

Es lässt sich viel gegen diese Sichtweise anführen - wie der Hinweis auf eine zu lange überbordende Staatstätigkeit, auf falsche Regulierungen oder auf eine unverantwortliche Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed - und ebenso kann argumentiert werden, dass die geradezu messianischen Hoffnungen auf eine Finanztransaktionssteuer, welche die Kapitalismuskritiker eint, illusionär sind, weil sich die ökonomische Logik nicht aushebeln lässt. Doch mit Fakten und Argumenten kommt man in einer emotional getragenen Debatte nicht weit. Und es verkennt, dass die ökonomische Theorie ihren Anteil an den Problemen hat.
So didaktisch wertvoll und analytisch reizvoll unsere Standardmodelle (unter anderem der Neo-Klassik) auch sind, sie verstellen uns allzu leicht und auf verzerrende Weise den Blick auf die Realität: auf die historischen, kulturellen, regionalen, institutionellen und individuellen Bedingungen und Voraussetzungen für die Funktionsfähigkeit eines über Märkte - damit letztlich über dezentrale Entscheidungen unter Restriktionen - gesteuerten Systems. Uns ist dabei etwas verloren gegangen, was sowohl den Denkern der ökonomischen Klassik als auch den Ordoliberalen stets bewusst war: die Bedeutung der Mitverantwortung als Steuerungsressource offener Gesellschaften wie offener Märkte. Man muss sich nur auf die schottischen Moralphilosophen und Ökonomen Adam Smith, John Millar, David Hume und Adam Ferguson besinnen. David Hume hat mit seiner Formulierung eines 'common sense of interest' in seinem 'Treatise of Human Nature' (1739/40) wohl am trefflichsten auf den Punkt gebracht, worum es einer vom Individuum her gedachten und legitimierten Gesellschaften gehen muss: Ihre Mitglieder benötigen einen 'gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse'.

Diese gemeinsame und gegenseitige Interessenbekundung lebt von der Erfahrung, dass die Kooperation, das Einlassen auf Konventionen und die Akzeptanz von Verfahrensregeln den Einzelnen besser stellt und so in seinem ureigenen Interesse liegt. Gesellschaften beruhen auf der Bereitschaft zur Kooperation, sie geben Sicherheit und schaffen Raum für Entwicklung, sie stabilisieren Beziehungen und bündeln Kräfte. Da die dafür glaubwürdig begründende Erfahrung mit zunehmender Größe und Anonymität der Gesellschaft immer weniger wirkt, benötigen wir den Staat als Agenten der Rechtssetzung und Sanktionierung. Doch der Staat kann seine Aufgabe nicht einmal ansatzweise erfüllen, wenn nicht ein 'common sense of interest' wirksam ist, wenn die Mitglieder der Gesellschaft nicht auch zu Bürgern des Staates werden, wenn neben die Kooperationsforderung nicht auch die Tugend des Einzelnen tritt.

Die Befürchtung, moderne, komplexe und differenzierte Gesellschaften könnten mangels Gemeinsinn zerfallen, ist hoch aktuell. Für die USA ist jüngst spannenderweise sowohl aus neokonservativer Sicht wie aus kommunitaristischer Perspektive so argumentiert worden. Charles Murray thematisiert in 'Coming Apart. The State of White America 1960 - 2010' (2012) den Niedergang der weißen Mittelschicht im Sog eines seit den 1960er Jahren laufenden kulturellen Werteverfalls. Michael Sandel argumentiert in 'What Money Can"t Buy: The Moral Limits of Markets' (2012), dass funktionsfähige demokratische Gesellschaften eines gemeinsamen Erfahrungsraums für ihre Mitglieder bedürfen. Stattdessen beobachten wir, wie Plätze und Institutionen gemeinsamen Argumentierens, Handelns, Verständigens verloren gingen, wie der öffentliche Raum als Ort des Gemeinsinns schrumpft.

Modernen Großgesellschaften gelingt es offenkundiger immer weniger, den öffentlichen Raum durch 'einen gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse' zu bewirtschaften. Der Ruf nach Regeln schürt die Illusion, es sei alles und jedes zu regeln, so dass der einzelne aus seiner Verantwortung im Alltäglichen entlassen sei, wenn er sich nur daran halte.

Doch dies greift zu kurz. In der Wirtschaftsethik wurde das Konzept der Spielregeln durch das des Spielverständnisses ergänzt, um so deutlich zu machen, dass es unterhalb der Regelebene gleichwohl einen Raum für gesellschaftliche Verantwortungsübernahme gibt. Daran schließt sich die Frage an, wie dieser gefüllt werden kann. Denn solche Form der Verantwortung trifft den Einzelnen nicht als kodifizierte, sondern als bürgerliche Pflicht, die - so widersprüchlich das klingt - freiwillig ist und erst dadurch ihre Würde gewinnt.

Die Antwort liegt nicht in Staatsbürgerkunde, sondern in der Erkenntnis, dass das Erleben von fairen Kooperationsbedingungen am ehesten im gewünschten Sinne wirkt. Wenn die Regeln frei von Privilegien sind und neutral zur Anwendung kommen, wenn die Akteure erfahren, dass die Suche nach individuellem Vorteil unter Wettbewerbsbedingungen und bei unabdingbarer Haftung sich ertragreich vollzieht, und dies unter den Bedingungen der Chancengerechtigkeit, dann ist dies die beste Schule der Mitverantwortung. Staatliche Systeme jenseits des Wettbewerbs, die dazu einladen, möglichst dauerhafte Rentenpositionen zu erringen, bewirken hingegen das Gegenteil. Es bedarf verlässlicher Institutionen, Regeln und Verfahren, um dem Einzelnen im Alltag das Vertrauen in die eigenen Kräfte wirksam zu ermöglichen, das erst die Selbstsorge und die Mitverantwortung trägt. Wir müssen deshalb auf die Glaubwürdigkeit der Institutionen achten, und wir müssen Regeln und Verfahren im Zeitraum ihrer Geltung ernst nehmen."
Ende Michael Hüther.
-
Und? Haben Sie ein Wort über das Ambiente gelesen, in das Wir Menschen eingebettet sind? Nö. Ein Ökonom kreist zusammen mit seiner "Wissenschaft" nur in der menschlichen Haut und den menschlichen Gesellschaften herum, dem Markt den diese bilden, schon einen Zentimeter ausserhalb sind weitgehend unbekannte Externalitäten. Die im Titel genannte "Mitverantwortung" gilt dabei auch nur den Nächsten und auch nur innerhalb der Haut der MenschHeit, die Umwelt ist bestenfalls eine "Ressource". Und der Markt kennt keine Gefühle und kein Einzelnes Wesen, er(!?) handelt Mathematisch, und dass auch der Mathematik die sichere Grundlage fehlt, habe *ich bereits beschrieben.

Also auch *ich vermute, dass eine Wirtschaftslehre, die unsere Lebensgrundlage (UmWelt / Biosphäre) wie eine lässliche Nebensächlichkeit behandelt, stete Krisen und Katastrophen herausfordert und verursacht, so teilweise erfolgreich sie für einige RaumZeit und ein paar Menschen auch ist, für das Ganze ist sie schädlich und auf Dauer wahrscheinlich sogar zerstörerisch?

Aber die Ökonomen und die, die sie schützen und bewahren wollen, erfahren stets wachsende Kritik und werden angerempelt, um endlich auch mal das {innerhalb der Haut (Gefühle?) und das} Drummherum wahrzunehmen und die Armut und die Verwüstungen, die bei dieser Betriebsblindheit entstehen.
-
Eine Kritik kommt auch aus der Occupy-Bewegung, was sagt einer deren bekanntesten Menschen, Kalle Lasn, zur Ökonomie?

Die Süddeutsche Zeitung hat interessanterweise das Gespräch, aus dem *ich nun kurz zitiere, über den Artikel von Michael Hüther auf die selbe Seite gestellt, war also ein leichtes für *mich die beiden Herren zusammen zu führen.
.
.
Auszug aus einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, veröffentlicht am Freitag, den 20.07.2012, auf Seite 21.
-
"SZ: Wird Occupy irgendwann ein Programm haben?
Kalle Lasn: Im Moment geht es erst einmal darum, einfach die Party zu stören. An der Harvard-Universität haben Studenten Vorlesungen unterbrochen, weil sie nicht mehr akzeptieren wollen, dass ihnen die alte Ökonomie beigebracht wird.

SZ: Was ist eigentlich falsch an der Standard-Wirtschaftswissenschaft, die sie "neoklassisch" nennen? Sie hat sich doch seit langen bewährt.

Kalle Lasn: Wie können Sie das fragen? In einer Welt mit Klimawandel und immer grösserer Ungleichheit, wo die einen hungern, während die anderen Mercedes fahren.

SZ: Die Ökonomen haben diese Probleme doch nicht verursacht, sie analysieren sie. Man kann doch auch Geologen nicht dafür verantwortlich machen, dass es Erdbeben gibt.

Kalle LasnDie Ökonomen predigen seit über 100 Jahren ein falsches Menschenbild, das der Physik entlehnt ist. Und das hat viele der Probleme verursacht. Vielleicht bedeutet "Occupy Wall Street" das Ende der neoklassischen Ökonomie."

Ende Auszug Gespräch
-
Ein bisschen mager in der Argumentation, wie *ich finde, aber gut, was weiss *ich schon von den Bedingungen des Gesprächs?
-
Und was sagt, noch immer aus der selben Süddeutschen Zeitung, vom 20.07.2011, am Ende des Wirtschaftsteils, ein ehemaliger Börsenhändler zur Handlungsweise von Menschen, die als Händler unterwegs sind, als Händler in Banken und Börsen arbeiten?
.
John Coates (hat noch keinen Wiki-Eintrag)
Aber hier können Sie ihn sehen und hören:
.
"SZ: Sie forschen über das andere: Über das Verhalten von Börsenhändlern, die immer wieder riesige Verluste verursachen.

John Coates: Ich habe damals als Börsenhändler selbst erlebt, was zur Jahrtausendwende in der Dotcom-Blase passierte. Da war die ganze Gesellschaft vom Spekulieren mit Technologieaktien infiziert wie letztmals in den 1920er Jahren. Und die Akteure verhielten sich ganz anders als im ökonomischen Standard-Modell, wonach wir stets rational und vernünftig sind. Als ich hohe Handelsgewinne machte, fühlte ich anders. Ich bewegte mich anders. Ich war ein anderer Mensch.

SZ: Wieviel gewannen Sie?

John Coates: Am Anfang Hunderttausende, später mehrere zehn Millionen. Und dann handeln sie eben nicht mehr wie das rationale Wesen der ökonomischen Theorie. Dieses Modell klammert die ganze Biologie aus. Die Aufregung, die Adrenalinschübe. Wenn sie viel gewonnen haben, fühlen sie sich wie ein "Meister des Universums" aus Tom Wolfes "Fegefeuer der Eitelkeiten". Sie fühlen sich unfehlbar. Und so handeln Sie auch. Die sind wie auf Drogen. Diese Beobachtung hat mich nicht mehr losgelassen.

SZ: Haben Sie deshalb 2002 nach 15 Jahren die Börse verlassen?

John Coates: Ich wollte dieses Verhalten erforschen. Ich wollte einfach wissen, was da passiert. Es gab keine Wissenschaft darüber, wie die Händler mit Risiken umgehen. Dabei arbeiten sie doch auf einer so sensiblen Position des Finanzsystems, Ihr Verhalten hat potentiell dramatische Konsequenzen.

SZ: Was fanden Sie heraus?

John Coates: Die Biologie des menschlichen Körpers reagiert über. Es ist wie bei Haien: Wenn die Chancen zu gross sind, wenn zu viel Beute im Wasser ist, werden sie verrückt. wir beobachten einen Effekt aus dem Tierreich: Wenn ein Tier einen Kampf mit einem Rivalen gewinnt, steigt sein Testosteron-Spiegel, beim Verlierer sinkt er. jeder Sieg erhöht also die Wahrscheinlichkeit, beim nächsten mal zu siegen. Das ist wie Selbst-Doping.

SZ: Und was ist daran schlimm?

John Coates: Nach zu vielen Siegen steigt das Testosteron zu hoch. Die Tiere vertrauen sich zu sehr, sie verlassen die Deckung, nehmen sich ein zu grosses Gebiet vor, Sie verlieren alles, oft sterben sie.

SZ: Was hat das mit Börsenhändlern zu tun?

John Coates: Da messen wir bei Probanden an der Londoner Börse diesselbe Steigerung des Testosterons. Wenn sie zu viel gewonnen haben, riskieren sie viel zu viel, verführt auch durch die hohen Boni. Und dann verlieren sie alles. Sie verlieren viel mehr, als sie vorher gewannen. Viele Fälle, bei denen es riesige Börsenverluste gegeben hat, folgen genau diesem Schema.

SZ: Für den Börsenhändler erweisen sich seine Hormone als Falle?

John Coates: Nicht unbedingt, und das ist ein Unterschied zur freien Wildbahn: Dort stirbt das Testosteron-Tier meist. Ein Börsenhändler dagegen ist durch seine Boni reich geworden. Und wenn Gras über seine Verluste gewachsen ist, findet er meist einen neuen Job.
...
SZ: Nach der Finanzkrise wollten die Geldhäuser doch alles besser machen?

John Coates: Nach meinem Eindruck ist da nicht viel passiert. Die ganzen Risikomodelle basieren darauf, dass die Händler ständig so rational agieren, wie es die ökonomische Theorie vorgibt. Aber das ist eben ein Irrtum. Es gibt eine lange philosophische Tradition aus der Antike, die eine Trennung von Körper und Geist postuliert, die aber nicht der Realität entspricht.
...
SZ: Und freiwillig auf die Gewinne verzichten, die die Alphatiere schaffen?

John Coates: Tja, unwahrscheinlich (lacht). Es gibt ja sogar die Theorie, dass es gut ist, wenn sich Männer an der Börse austoben. weil sie so ihre Testosteron-Schübe ausleben, statt sie in Gewalt gegen andere Menschen umzusetzen. John Maynard Keynes sagte: "It's better to terrorize your checkbook than your neighbor".

SZ: Keynes wusste nicht, wie schlimm die Finanzkrise 2008 ausfallen würde. Agieren weibliche Börsenhändler genauso wie die Männer?

John Coates: Nein, Frauen haben nur ein Zehntel so viel Testosteron wie Männer."

Ende Auszug Gespräch
-
Ich wüsste eine ganze Menge an Alternativen, wie Alle Männer dieser Welt ihre "Testosteron-Schübe" auf friedliche und fröhliche Weise vollkommen und bis zum Umfallen ausleben können, so oft JederMann möchte oder es auch braucht, ohne dass dabei ganze Wirtschaften oder Menschengruppen in den Ruin getrieben werden, nur weil ein paar Männern dieses "Ausleben" Spass macht und 'was bringt und der Rest muss zusehen, zahlen oder leiden.
-
Wenn es zum Sieg reizt oder gar zum Höhenflug führt, nimmt das (Säuge-) Tier Mensch gerne in Kauf auch als solches bezeichnet, wahrgenommen und verglichen zu werden, zumindest als AlphaTier, als Silberrücken, als Bär oder Hai; ansonsten sind wir nicht verwandt, wir sind geistige Wesen, wir handeln ohne unsere BioChemie, die Uns, jetzt schauen Sie bitte kurz wegg, aber manchmal auch zum reissenden Löwen, etwas kleiner, auch zum reissenden Wolf macht, und das auch die Kinder tötet, die der Vorgänger als AlphaTier gezeugt hat.

Aber so sind Wir ja nicht, oder doch?; was meinen Sie?, oder was meinte Herr Améry dazu, oder ganz aktuell auch Herr Breivik?
-
Um Sie gleich wieder zu beruhigen, zum Abschluss noch ein paar Erwägungen zweier kluger Menschen.
.
.
Aufgezeichnet aus derselben arte-Doku, mit dem Titel "Endstation Fortschritt?", aus der auch die Aussagen von David Suzuki stammen. Der Text ist mir persönlich zu apokalyptisch gefärbt, schon der Anfang gibt diesen Ton vor, trotzdem enthält er, wie ich finde, wichtige Gedanken und einen guten Ausklang.
-
Robert Wright: "Das Beängstigende heutzutage ist, dass es erstmals nur ein System (Weltweit) gibt. Wenn das zusammenbricht, dann wird es nicht so sein wie in früheren Zeiten, als parallel zum Niedergang einer Zivilisation, bis die sich erholt hatte, andere weiter für Fortschritt gesorgt haben. Eine solche Gewährleistung von Fortschritt ist heute nicht mehr gegeben, denn in Zeiten der Globalisierung gibt es nur noch diesen einen Versuch. Das ist der unvermeidliche Schlusspunkt der Entwicklung seit der Steinzeit, mit Etappen, wie dem Römischen Reich. Doch nun sitzen immer mehr Menschen im selben Boot und entweder wir lösen die Probleme gemeinsam, oder wir müssen gemeinsam die katastrophalen Folgen tragen. 
Wir sehen nun so eine Art riesiges soziales Gehirn, ein planetarisches Gehirn. Physikalisch in der Form des Internet, ähnelt es sehr einem Nervensystem. Es gab immer viele kleine soziale Gehirne rund um den Planeten, die sind nun etwas zusammen gewachsen, haben Verbindungen hergestellt und Heute ist es ein (fast) vereintes soziales Gehirn.
Zwar zeichnet sich historisch eine Erweiterung des moralischen Horizonts ab, ein Streben nach mehr Humanität, aber die Gefahr eines Rückfalls bleibt. Das wäre katastrophal. Aus purem Eigeninteresse müssen Wir weitere moralische Fortschritte machen und immer mehr Menschen dazu bringen, auch die anderen Menschen als Menschen zu sehen. Sonst wird es für Viele böse enden.
Wenn Wir nicht so etwas wie die moralische Perspektive Gottes entwickeln, dann scheitern wir auch als gottgleiche Schöpfer. {Ja, das Gott! Das Gott, das ALLES und JEDES ist, sowohl das grauenvolle Böse, siehe ganz oben in diesem Beitrag, unter Auschwitz und auch ein aussergewöhnliches wundervolles Gönnes von Glück und Geselligkeit, von Wohllachen bis Hohn, Gott.} Denn die schöpferischen Lösungen setzen voraus, dass Wir die Dinge auch aus dem Blickwinkel Anderer sehen und darauf achten deren Lebensbedingungen nicht allzu sehr zu verschlechtern, sonst wird uns das verfolgen.
Zur Hälfte haben Wir Gott zu sein nun in der Hand. Die Frage ist, ob Wir auch die andere Hälfte meistern, die Moralische?
Die schlechte {dieser Mensch ist leider so pessimistisch-apokalyptisch, aber trifft trotzdem in vielem genau auf den Punkt?} Nachricht ist, dass uns die Erleuchtung nicht in den Schoss gelegt wird, schon aufgrund der menschlichen Natur. In uns sind die animalischen Instinkte, ausgelegt für eine ganz andere Umgebung, und im Umgang mit auftretenden Problemen. Deshalb führen zur Erleuchtung nur eine gute Bildung, viel Nachdenken und Selbst-Disziplin, das kommt nicht von allein."
-
In fast dieselben Worte, allerdings etwas nüchterner, fasst ein dritter Gesprächspartner der arte-Doku seine Schluss-Betrachtungen und damit auch das letzte Zitat dieses Beitrags.
-
.
Das Foto ist aus ebenjener arte-Doku
.
Ronald Wright"Ich glaube unser Widersacher ist die menschliche Natur. Wir müssen uns selbst umbilden, zu Etwas anderem, als dem animalischen Kern tief in Uns {Tief in Uns? Klingt so nach: Weit wegg!, oder verborgen. Aber genau das ist ja nun überhaupt nicht der Fall. Die Leses dieser Blogs wissen spätestens seit dem Beitrag: "Die Grösse des Bewusstseins" in der SprechLichtung, dass Wir von unseren animalischen Instinkten und vom Un-Bewussten (also den gruppen-familien-persönlichen Erfahrungen) gesteuert werden, bis in kleinste Details. Da ist also nichts irgendwo tief verborgen oder vergraben, sondern es ist in allem unserem Agieren und Reagieren offensichtlich und bestimmend. Aber Ronald Wright weiss das auch, deshalb: Wir}, müssen den Jäger der Eiszeit überwinden, der sich unter der dünnen Schicht von Zivilisation verbirgt.
Nun, Wir könnten an den Umweltproblemen zugrunde gehen? Wenn es dazu kommt, sagt uns damit die Natur: das Experiment Zivilisation ist eine gescheiterte Illusion. Affen intelligenter zu machen, ist eine Sackgasse. Es ist somit an Uns der Natur zu beweisen, dass Wir doch imstande sind, unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und so klug zu handeln, dass das Experiment Zivilisation weitergeht."
Ende Zitate.
-
Ihnen ist klar, das meine Worte völlig anders gewählt wären, aber die ZielRichtung bleibt. Auch ich bin für eine veränderte Bewertung und auch Setzung des DaSeins als Mensch: Wir brauchen weniger von unseren tierischen Voraussetzungen und des tierischen Verhaltens, also unter anderem des belohnten Strebens nach Macht über Andere und damit der Unterdrückung der MitLebeWesen.

Wir müssen ('müssen', kommt etymologisch von 'muezzen' = "eine Chance wahrnehmen"!) die Dämpfung unserer Wahrnehmung auflösen, sowohl für die Mit-Menschen als auch allgemein für die Mit-Welt in der Umwelt.

Mehr Einsatz für unser Gespür, für die AusBildung der Wahrnehmung UND für die EinBildung der Gefühle, die Wir Abseits der Triebe (der Instinkte) auch sind. Und damit für all die bewussten Fähigkeiten in Uns, die Förderung des »Gefühls der Logik«, also der Folgerichtigkeit von Handlungen in einer bekannten Umwelt, der Bewusst-Heit von der Verletzlichkeit und Vergänglichkeit ALLEN DaSeins und der Freude, die es Allen bereitet, einander dabei, bei diesem kurzen, befristeten DaSein, zu achten und zu schützen und dabei wechselseitig Freude zu bereiten, auch indem Wir aufeinander Achten und füreinander Aufmerksam sind, statt nur allein für das Selbst, das Jedes ist. Der erste Schritt dazu, ist, anzuerkennen, das GENUG für ALLE vorhanden ist, das es keine knappen Ressourcen gibt, ausser Einzelne von Uns oder Wir Alle verknappen sie.
Künstlich! Und die Leses dieser Blogs wissen, was in diesem Begriff steckt, und zwar als fast einzige Eigenschaft in dem Adjektiv: menschlich. Künstlich = Menschlich, Menschen-gemacht, wenn ich also das Wort "künstlich" irgendwo lese, überprüfe ich stets, ob meine Füllung für dieses Wörtchen stimmt. Und ich lag noch nie daneben. Inzwischen geh ich soweit zu vermuten, das der Begriff für die Handlungen des Menschen bald alle in dem kleinen Wort "Kunst" landen oder schon gelandet sind. Das, weil das Thema dieses Beitrags von der Tarnung der Wirklichkeit handelt, somit ist das Wörtchen "Kunst" eine Tarnung der Es (das Kunst) Verursachenden, des so handelnden Lebewesens: Mensch.

Kunst = Mensch. Da frage ich nur: Von Was gemacht? Und da Kunst meist noch einen guten Geschmack bei Den diese Kunst wahrnehmenden und vor allem kaufenden erregt, sowohl in deren Worten (Kritik), als auch der aktuellen Zahlungsbereitschaft, lautet eine weitere Frage: Ist Kunst auch schlecht? Sie wissen jetzt, Was in dieser Frage eigentlich drinnsteckt. Antwort: Ja.

Aber zurück zu dem DaSein, um das Mensch herum und dem was da künstlich verknappt wird, warum auch immer?

Alleine die Sonne versorgt diesen Planeten TÄGLICH mit mehr Energie, als Wir je im Jahr verbrauchen können, und nun kommt die Wirklichkeits-Erkenntnis: Was machen Wir aus dieser Energie? Ein knappes Gut. Das Jedes teuer zu bezahlen hat, obwohl die Sonne freiwillig und für ALLE scheint. Sie dürfen gerne Lachen und Weinen, es ist genau das, was mir zu dieser Realität und Unserem Umgang damit oft genug nur noch bleibt.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Ist das Mensch frei oder hat -Es frei?

Hat das Mensch ein freies Wollen, oder ist das Mensch frei? Haben oder sein. Könnte doch ein wichtiges Frage sein.


Das Folgende ist ein paar wenige Seiten Sprach- und Lesearbeit.

 

Es ist erstens die Arbeit,

die im Titel gestellte Frage,

sowohl nach der Herkunft,

als auch nach dem Inhalt,

der Worte zu befragen.

 .

Zweitens ist es die Arbeit und das Ergebnis,

nach der Frage eine Antwort zu entwerfen.

Eine Antwort, die Sinn und Richtung ist,

eine Antwort, die die Unruhe befriedet.

 

.

.

Ed Ruscha, "The Question", 1989

.

 

Und los gehts!


Vorwegg: Danke der Duden-Redaktion für die viele VorArbeit, die *ich dann auch hier nutzen durfte.


Das erste Wort ist "Hat"


"heben": Das gemeingermanische Verb althochdeutsch (ahd.) 'hevan, heffan', mittelhochdeutsch (mhd.) 'heben', gotisch (got.) 'hafjan', engl. 'to heave' -{davon abgeleitet: [etwas hoch]hieven} ...  geht auf die IndoEurop. Wurzel '*kap-' "fassen, packen" zurück, damit verwandt ist z.B. lat. 'capere' "fassen, ergreifen, nehmen; fangen; erwerben; begreifen, verstehen" -{Ursprung von 'kapieren'}.

Während sich in den beiden germanischen Wortgruppen von 'heben' und 'haben' die Bedeutungen gewandelt haben, sind sie in dem Vogelnamen 'Habicht' (Fänger, Räuber), dem Verb 'haschen' und den Sippen von 'Hafen' (eigentlich "Umfassung"), 'Haft' "Gewahrsam" und 'Heft' "Griff, Handhabe" noch erhalten.


"haben": Das gemeingermanische Verb ahd. 'habên', engl. 'to have' gehört zu der Wortgruppe von 'heben' und beruht auf einem Bedeutungswandel von "fassen, packen" zu "halten, besitzen, verfügen, bestehen aus". Ableitung: 'Habe' "Besitz, Eigentum", und Zusammensetzungen 'Handhabe' "Anlass, Mittel, Sachverhalt", und 'habhaft, Habenichts, Habgier, Habseligkeiten, Habsucht'.


Ist das Mensch ein freier Wille oder hat es Einen?


Sein oder Besitz? Mitgeschöpft, innewohnend, befähigt, mitgezeugt, mitgegeben, ausgestattet mit, oder doch eher später erfasst, gepackt, bekommen, gewährt worden, zugestanden, ausgeteilt und dann darüber verfügt? Ist also schon die Frage falsch gestellt? Warten Wir auf den freien Willen im Aussen, zum erfassen, anpacken, zum hochheben, zum Einnehmen, zum 'inBesitznehmen', zum haben? Oder ist der freie Wille längst in Jedem von Uns angelegt? Ist.


Sind Wir frei oder haben Wir frei?


"frei": Das Adjektiv ahd. 'frî', mhd. 'vrî', got. 'freis', engl. 'free' ... gehört mit verwandten Wörtern in anderen IndoEurop. Sprachen zu der IndoEurop. Wurzel '*prâi-' "schützen, schonen; gern haben, lieben", vgl. altind. 'priyâ-h' "lieb, erwünscht; Geliebte[r], Gatte", altslaw. 'prijati' "günstig sein, beistehen". Zu dieser Wurzel stellen sich im germ. Sprachbereich z.B. got. 'frijôn' "lieben" (davon abgeleitet 'freien' (heiraten) und 'Freund'), got. 'freidjan' "schonen" (eine Wurzel von "Friedhof") und ahd. 'fridu' "Schutz, Friede". ...

 

Aus der oben genannten Wurzel haben die Germanen 'frei' als Begriff der Rechtsordnung entwickelt; die Personen die man liebt und daher schützt, sind die eigenen Sippen- und Stammesgenossen, die "Freunde"; sie allein stehen 'frei', d.h. "vollberechtigt" in der Gemeinschaft, im Gegensatz zu den fremdbürtigen Unfreien (Unterworfenen, Kriegsgefangenen).

 

Dieser rechtlich-soziale Begriff wandelte sich im historischen Ablauf durch vielerlei ständische Umschichtungen. Aus ihm ergibt sich der Gedanke der äusseren politischen, wie der inneren geistig-seelischen Freiheit und weiter die allgemeine Anwendung des Adjektivs im Sinne von "nicht gebunden, unbelastet, unabhängig, nicht beengt oder bedeckt".


"...heit": Das gemeingerm. Substantiv ahd., mhd. 'heit' "Person; Stand, Rang; Wesen, Beschaffenheit, Art; Geschlecht", got. 'haidus' "Art und Weise", altengl. 'hâd' "Person; Stand, Rang; Würde, Amt; Wesen, Natur, Form, Art; Geschlecht, Familie", altisl. 'heidr' "Ehre; Rang; Lohn, Gabe", wurde im Westgermanischen schon früh zu einem Mittel der Abstraktbildung und ging dann als selbständiges Wort verloren. Beachte z.B. ahd. 'got[e]heit' "Gottheit", 'frîheit' "Freiheit", altsächsisch 'juguthhêd' "Jugend", altengl. 'cildhâd' (engl. 'childhood') "Kindheit".

 

Mit der Endung {Suffix} '...heit' werden vor allem Eigenschafts- und Zustandsbezeichnungen aus Adjektiven und Partizipien gebildet, z.B. "Schönheit, Bescheidenheit, Trunkenheit, Vergangenheit". In einigen Bildungen hat '...heit' kollektive Bedeutung, z.B. in "Christenheit" und "Menschheit". Eine Nebenform zu '...heit' ist '...keit', das sich aus der Ableitung der Adjektive auf '-ig' (mhd. '-ec') entwickelte und dann als selbständige Endung fruchtbar wurde, beachte z.B. mhd. 'êwecheit, êwekeit' "Ewigkeit", 'trûrecheit, trûrekeit' "Traurigkeit". 

 

Andererseits entwickelte sich aus dieser Ableitung auch '...igkeit' zu einem selbständigen Suffix, beachte z.B. "Feuchtigkeit, Müdigkeit, Süssigkeit". - Das germanische Substantiv, aus dem die Endung '...heit' hervorgegangen ist, geht mit verwandten Wörtern in anderen IndoEurop. Sprachen, z.B. altind. 'kêtu-h' "Lichterscheinung, Helle, Bild", auf die IndoEurop. Wurzel '*kâi-' "scheinen[d], leuchten[d]" zurück, zu der auch die Sippe von 'heiter' gehört.

 

 

Die Bedeutungen "Person, Stand, Zustand, Art, Wesen" haben sich demnach aus "Schein, Erscheinung" entwickelt.

 

Sonnen-Schein, Mond-Schein, Feuer-Schein, ein Licht-Schein.

Ist das gut oder schlecht? Ist das Mensch ein Schein-Wesen oder auch ein-Es des Uneinsichtigkeit? Wo Wir doch sooo Viel Gefühl sind, aber das wird LEID-er allzuleicht übersehen! Schein ist "etwas" (ein wenig?) Gutes. Verwunderlich ist es nicht, wenn die Nächsten und / oder Gleichen Uns gut Scheinen, manchmal gar eine sehr dringende Erscheinung sind, wo Wir doch alleine, so ohne die Nächsten und Gleichen, bald tot sind.

 

Selbst ein schwacher Schein leuchtet Uns oft den Weg, macht Uns das Fürchten geringer. Adolf Hitler war so ein schwacher Schein, ohh, wie gross war die Furcht in Deutschland! Und damit k[aum]ein Platz für freundliche Gefühle. Und wie hoch das Misstrauen vor dem Verstand (in das Bewusst-Sein) und zu der sogenannten Elite im Volk vom Volk!

 

Ohh, Wir sind soooo sehr Schein-Wesen und noch sooo wenig Fühl-Wesen, obwohl Wir auch dazu fähig sind und das Gefühl in Zukunft zum Überleben brauchen!, aber noch sind Wir in Masse Schein-Wesen.


Was am Anfang von Sprache[n] wenig greifbare Erscheinung war, ist inzwischen sowohl ergreifbar, als auch längst angreifbar geworden, das zeigt auch die Entwicklung des Wortes '...heit', vom selbständigen Substantiv zu einem Anhängsel, immerhin zu einem Anhängsel, das dem Vorwort "Wesen, Bedeutung und Statur" verleiht.


Und was ist mit dem Menschheit?


Noch ist es fast in Gänze fremder Schein, das Uns erleuchtet, aber Wir sind fähig Selbst zu leuchten, Jedes von Uns. Was braucht es dazu? Woher kommt der Schein? Jeweils aus dem Inneren: Aus das Sonne, aus Lampen, also aus Vorgängen / Veränderungen im Inneren von Atomen. Jedes Lebewesen ist zu etwa 94% Innen (-Atome) und "nur" zu etwa 6% Haut, also an-schein-bare Oberfläche. Das Innen wartet auf Selbst-[er]leuchtende Veränderungen.


Einschalten bitte!


Aber zurück zur:


"Freiheit": Ahd. 'frîheit', mhd. 'vrîheit' "freier Sinn, verliehenes Vorrecht", mhd. auch "priviligierter Bezirk, gefreiter Ort", woraus nhd. 'Schloss-, Domfreiheit' in der Bedeutung "offener Platz vor einem Gebäude" wurde.


"wollen": Das gemeingerm. Verb ahd., mhd.  'wellen', got. 'wiljan', engl. 'will', ... gehört zu der IndoEurop. Wurzel '*uel-' "wollen, wählen". Vgl. aus anderen IndoEurop. Sprachen z.B. altind. 'vára-h' "Wunsch", lat. 'velle' "wollen" (Volontär) und russ. 'velet' "befehlen". Zu dieser Wurzel gehören auch die Wörter 'wählen' und 'wohl'. Eine Bildung zu 'wollen' ist "Wille".


Das Wille ist das Wohl zu wählen.


Zwang und Armut sind ohne Wohl und ohne Wahl.


Erst das Wohl erweckt den Wunsch und erst der Reichtum schafft Alternativen.


Mit Wohl und mit Wahl ist Wille, mathematisch: Wille = Wohl + Wahl.


Die SpannWeite ist dabei in Grenzen gross:

 

Wohl ist oft schon ein nachlassen und Wahl ist meist nur zwei.


Andere Ergebnisse sind: Befehl = Wohl - Wahl, sowie: Qual = Wahl - Wohl.


Das erste Ergebnis gilt / galt? besonders in Russland und Deutschland, wie das Russische schon früh erkannte, und wie im Deutschen die Phrase: "Ihr Wunsch ist mir Befehl!" belegt.

 

Das zweite ist oft genug nur eine kurzfristige Frage des Übergebens, also mehr eine des momentanen internen Fassungsvermögens, als eine des allgemeinen Gesamtzustandes.

 

Hat das Mensch also eine AusWahl; und wie frei ist die Gesellschaft in der -Es {das einzelne Mensch} lebt?


.

.

Jasper Johns, "Painting with two balls"

.

 

 

Freier Wille?


ZuErst eine allgemeine und ziemlich äusserliche Betrachtung.


Frei ist ein Lebewesen oder auch ein Objekt, mit der Möglichkeit der Entscheidung aus einer Auswahl. Freiheit braucht die Vielheit von Gleichen und deren Vielfalt. Braucht Beweglichkeit, also eine Menge von Zeit und einen offenen Raum.


Ein Solitär, ein Einzelwesen, eine Einzelheit braucht keine Freiheit, es ist Wahllos, Unterschiedlos, und Bezugslos, dadurch kennt es keinen Angebots-, Selbstveränderungs-, oder Beziehungs-Mangel und ist somit ohne Wunsch oder Notwendigkeit aus einer Vielheit, aus der Vielfalt und den Bezügen, die darin möglich sind, zu wählen.


Die oben erwähnten Nebenbedeutungen von Freiheit (nicht gebunden, unabhängig, ...) sind Bedingungen innerhalb einer Gesellschaft, sie gewährt sie oder entzieht sie wieder.


Frei und Freiheit sind Bewegungs- / Gestaltungs-Räume, Umstände und Verhältnisse innerhalb einer Gesellschaft; wie weit sie sind, ist ein Wechselspiel oder eine Verabredung zwischen dem Gesamten und den Mitgliedern. Einzelne oder Gruppen tasten dabei Grenzen ab und weiten sie aus oder werden eingeengt.

 

Freiheit ist somit ein flexibler Rahmen für die Entwicklungsrichtungen, deren Weite und Geschwindigkeiten, für die Farben und Formen, die innerhalb einer Gesellschaft erlaubt oder angenehm sind. Das Frei sein, ist durch natürliche / artspezifische Gesetze, Regeln, Vorschriften, also das Recht; ist durch Zäune, Mauern, Haut und Vermögen, also das Selbst; und ist durch Traditionen, Gebräuche, Geschmack oder auch Vorlieben Einzelner und Gruppen, also persönliche / familiäre / gesellschaftliche Kultur, begrenzt. "Du bist frei", heisst also: "Ich / Wir lieben dich, Ich / Wir schonen dich, Ich / Wir bieten dir Schutz und Frieden, du bist im Recht, du bist mit Uns, tue was Mir / Uns allen möglich und gegeben ist; handelst du gegen Mich / Uns, bist du Bestraft, des Kerkers, Ausgestossen oder gar des Friedhofs!".


"Vogelfrei": (15. Jh.) "völlig frei von Diensten, wie die Vögel"; in der heutigen Bedeutung "rechtlos, geächtet", eigentlich "den Vögeln [zum Frass] freigegeben, wie ein Gehenkter".


Klar ist, dass sowohl die Strukturen innerhalb des Rahmens, als auch die Ausdehnung der Grenzen immer veränderbar sind. Das sind sie von Natur aus, denn das Leben ist stete Veränderung, auch wenn das dem Beharrungs-Vermögen innerhalb des erLebens und damit auch den Menschen missfällt und deswegen oft und mit Gewalt Ewigkeiten beschworen werden.


Auch klar ist, dass das Beharrungs-Vermögen im Rahmen wichtig ist, sonst zerläuft das erLeben ohne Struktur und Form, aber von ewiger Haltbarkeit war innerhalb des erLebens von Anfang an nie die Rede.


Gesunde Veränderung, bedeutet eine zuneigende, offene und gebende Verhandlung mit dem Beharrungsvermögen auf Augenhöhe (und da gilt es für das Beharrungs-Vermögen oft einfach mal etwas in die Tiefe zu gehen, statt auf das Übergewicht oder die Übermacht zu bestehen, sonst sprengt die Veränderungs-Mechanik im Leben die Beharrung auf Dauer einfach wegg) und dem Annehmen des Dankes, nach Einlösung der ausgehandelten Verbesserung / -en.


Beharrungs-Vermögen sind die tragenden Teile einer Form, einer "...heit", also auch eines Lebewesens; haben Wir Menschen eine Idee oder gar einen Plan für einen Neuaufbau?; das Wir inzwischen so sehr einreissen wollen; ist das Unwissenheit gepaart mit blinder Tätlichkeit, ist das Hilflosigkeit, sowohl der Veränderung, wie der Beharrung, oder ist da inzwischen nur der Wunsch nach Beendigung der aktuellen irdischen Lebendigkeit?


Das beste Freiheit ist auf der Mehrheiten-Seite die beschützende, helfende und versorgende, voll gültige, anerkennende rechtlich-soziale Einbettung der Minderheiten-Seite in eine Familie, einen Verband oder auch eine Grossgruppe, wie die heutigen Länder, Staaten oder Staatenbünde.


Auf der Minderheiten-Seite ist es die Mitarbeit am Bestand, der Sicherheit, dem Wohlgefühl / der Gesundheit der Gesamtheit und die Achtung der Regeln und Traditionen, der Kultur, der Mehrheiten-Seite und deren erwünschter Weiterentwicklungs-Richtung, sowie die Teilhabe an deren Verpflichtungen für, mit und zu den Umgebenden und der Umwelt, aus dem Geschehen der Geschichte und dem Lebensbereich.


Im besten Fall, mit der allen Mitgliedern offen zugestandenen Möglichkeit, die Ausgestaltung einer Gesellschaft von Innen zu verändern, in einem Verständigungs- und Gestaltungsprozess mit der Umgebung, wie in Ansätzen in der EU.


Meistens aber geschieht dies noch auf Druck im Inneren, mit Gewalt, mit Terror, in Revolutionen und Katastrophen, oder mit Druck von Aussen, auch einem Krieg, oder durch den allgemeinen Wandel des Lebens.


Ein-Es ist also so frei, in Freiheit,


erstens, wie das Leben (u.a. die Naturgesetze) es dem jeweiligen LebeWesen einräumt und einzeitet,

 

zweitens, wie es die Gesellschaft in der ein-Es lebt ist und somit den Mitgliedern ermöglicht und

 

drittens, wie ein-Es den Gesamtrahmen, den das Leben schafft und die Gesellschaft[en] der Gleichen gewähren, zu nutzen imstande ist, also wie offen, zuneigend und bewusstseinsfördernd die Persönlichkeitsprägung war.


Das hängt überwiegend von den erreichten Freiheitsgraden der Gesellschaft ab, in die ein-Es hineingeboren ist. Ein Europäisches Mensch ist wesentlich höhere Freiheitsgrade, als ein in den Kongo hineingeborenes Mensch. Noch. Das zu ändern ist als Aufgabe Uns Allen übertragen.

 

Oder wollen Wir eine Aufspaltung des Menschheit in zwei Arten geschehen lassen? Ex-Homo-Néos-Átomos und Homo-Animal? Nein, das Leben hat entschieden, dass Wir als Einheit die Zukunft meistern, als mit-verantwortliche LebeWesen, als des erLebens Bewusst-heit und mit-Entscheidende: Vitalitas-Particeps.


Freiheit ist das Etikett, das Name, eine Grössenskala, noch ohne eine Mass-Einheit. Da Freiheit sowohl mit einer Gestaltung, Ausdehnung und Richtungen in einem Raum, bis zum Gesamt-Raum, als auch mit der Anzahl von Zeit zu tun hat (RaumZeit), wie wäre es da mit "umit"?

 

2 umit Freiheit wäre dann z.B. ein Gefängnisinsasse, mit Einheitskleidung, mit immerhin einem eigenen Bett, Waschgelegenheit in der Zelle, Toilette in der Zelle, 3 Mahlzeiten am Tag, 1 Stunde Hofgang pro Tag, mit Mit-Insassen, mit 25 in der Woche, 1 mal Telefonieren in der Woche, 1 Besuchstag pro Monat, Zugang zu Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Radio und Fernsehen, 2,1 umit Freiheit, wenn auch Internet 1 Stunde pro Tag frei verfügbar ist.

 

10 umit Freiheit ist dann etwa ein unbekannter US-Amerikanischer Millionär, ein bekannter, also z.B. ein Schauspieler wäre dann etwa bei 9,5 umit, der Präsident bei etwa 7 umit.

 

Alle Werte sind bezogen auf die aktuellen Freiheitsgrade innerhalb des Menschheit. Wieviel Mit-Menschen leben mit weniger als 2 umit Freiheit? Wieviele sogar mit weniger als 1? Vogelfrei ist dann 0,72 umit Freiheit.

Gibt es eine negative Freiheit, also - umit?


Unbegrenzte oder gar unendliche Freiheit, sind unsinnige Wortschöpfungen, aber wie bei vielem anderen gewährt die Sprache auch hier den Buchstaben und Worten die freie Wahl der Zusammenstellung, innerhalb der Gesellschaft der Zeichen, denn, ohne Zeichen weder Buchstaben noch Wörter, so wie es ohne Grenzen, ohne einen Rahmen, auch keine Freiheit gibt, sondern Nichts.


Damit ist der Unsinn zumindest Etwas.


Vorsicht Polemik!

 

Ein-Es {ein Mensch} das 'glaubt' Freiheit meint, -Es könne alles tun und lassen, woran -Es gerade Lust ist, muss, oder was -Es plant, weiss von d@$ Freiheit nichts und nimmt das Wort für Willkür, Dumpfheit, Dummheit, Rüpelhaftigkeit, Gier, Faulheit, Rücksichtslosigkeit, Zwanghaftigkeit, Anmassung, Blindheit, u.s.w., also für alle Spielarten von mangelndem Mitempfinden, Masslosigkeit, Wahn und Verbrechen.


Wie Viele glauben aber genau das?


Freier Wille?


ZuZweit eine individuelle Betrachtung.


Ist das Mensch innerlich frei im wollen?


Freiheit braucht Lebewesen oder Objekte, die in das Lage sind zu wählen. Als LebeWesen ist das Frei sein, das Freiheit, eingehegt von den physischen Grenzen der jeweiligen Spezies; das Mensch ist z.B. unfrei zu fliegen. Und -Es ist im Moment ausserhalb jeder Freiheit, dass ein Mensch ohne Sauerstoff, ohne Wasser, ohne Nahrung und ohne Zuneigung und Hinwendung in und mit Ander-Es zu erLeben. "Frei sein" ist also grundsätzlich "begrenzt sein". FREI sein, ist innerhalb von GRENZEN sein.


Die erLebens- und Gesellschaftsanforderungen an die Menschen sind dabei:

1. Menschheits- / Familien- / Selbsterhalt,

2. Nahrungs-Beschaffung, Arbeits-Leistung, Alters-sicherung,

3. Sicherheit, Zusammenhalt, Abgrenzung. Fehlt etwas?


Ist das Mensch fähig aus einer Auswahl verschiedener LebeWesen oder Objekte eine interne unbeeinflusste Wahl zu treffen? Eindeutig Ja! Fähig dazu ist -Es.


Ist das Mensch auch in das Lage dazu, ist es also eine aktuelle Handlungsweise, dass Menschen alle Alternativen erkennen und daraus unbeeinflusst wünschen und auch wählen?


Die russischen Menschen tendieren zum Nein, und mit Ihnen sehr Viele Mit-Menschen, die "Deutschen" taten es; tun es? Hat das etwas mit dem Wohl-Sein zu tun?


Die Möglichkeit zur Entstehung eines wirklich freien Willens, also eine  - in Grenzen - maximal unbeeinflusste Wahl zu treffen, ist dann gegeben, wenn erstens, jedes Mensch bedingungslos geschützt und versorgt ist, wenn -Es gern gehabt und ohne jeden Zwang in Bewegung ist (Geborgenheit).


Da ein-Es erst dadurch das RaumZeit (Platz) erhält, den -Es braucht, um zu begreiffen (und das ist weit mehr, als das blosse Wissen), das zweitens Alternativen vorhanden sind, und die sind tatsächlich sehr reichlich vorhanden und drittens, dass das Angebotene uneingeschränkt verfügbar ist.


Erstens ist kaum vorhanden, durch das beharren auf Macht, Hierarchien und Gruppenzwang, und drittens ist enorm eingeschränkt.


Die Einschränkungen der Verfügbarkeit sind sehr Vielfältig: Herkunft, Hautfarbe, Bildung, Persönlichkeit, Einkommen, Vermögen, Nationalität, Religion, Aussehen, Behinderung, Dialekt, Protektion und vieles mehr, denn um Gründe, Ander-Es etwas vorzuenthalten, sind Wir Menschen nie verlegen. Ohne Vorwurf, einfach nur Faktum.


Bleibt das solange, so lange der Trieb das Bewusst-Sein stets unter-treibt?


PoeSophie: Jedes Mensch ist vom Aufbau her zum freien Wollen befähigt, jedes Mensch ist Bedürfnisse, ist Mangel, also die Grundlage eines Verlangens; jedes Mensch ist vielfältige Wahrnehmungssinne, welche in der Lage sind verschiedene Lebewesen und Objekte zu erkennen und deren Qualitäten und Wirkungen zu unterscheiden, und jedes Mensch ist zu Entscheidungen fähig, kann also aus einer dargebotenen Verschiedenheit, Auswahl, eine erwünschte Wahl treffen. Ja, jedes Mensch ist fähig zum freien Willen, allerdings noch nicht jedes Mensch ist dazu in das Lage. Dass jedes Mensch dazu in der Lage ist, braucht -Es wechselseitige Bedingungslosigkeit, offene Beweglichkeit und uneingeschränkte Verfügbarkeit.


Da braucht es also einen ziemlich weitergehenden Wandel im Umgang des Menschen im Miteinander, beim Zueinander und auch Ineinander, also den Übergang vom Gegeneinander zum Füreinander im Miteinander; und zwar sowohl im Verhältnis der "Lebendigkeit zum Leben", nämlich von diesem "zum" gedanklich / wörtlich hinein in das "im": "Lebendigkeit im Leben", die umfassende Einsichtigkeit, dass Wir Menschen einschliesslich erLeben sind, statt wie bisher am erLeben drann sind oder dem erLeben zuneigen; als auch der Beziehung von Menschen zueinander und des LebeWesens Mensch innerhalb der Anderen Mit-Lebewesen. Wir sind mittendrinn in diesem Prozess der Einfühlung und somit der Richtigstellung der Präpositionen (Verhältnisworte, Orts- und Richtungskennzeichen) im Leben. Denn das Freiheit ist ansteckend (H. Bergson), Freiheit ist eine Möglichkeit mehr, das Wir sooo neugierigen Menschen Alle zu nutzen und weit auszubauen wünschen.


Zukunft(?): Was fördert diese Weiterentwicklung?


Die technischen Fortschritte machen bald eine chemisch-biologische Produktion von Nahrungs- und Genussmitteln, einfach und vor Ort, ohne "Verbrauch" von LebeWesen oder knapper Materie, also in Nachhaltigkeit möglich, so dass alle Menschen, ohne zu betteln oder dafür dienlich sein zu müssen, mit den Grundbedürfnissen versorgt werden, das erhöht die wechselseitige Gleichheit und das Wohlgefühl wesentlich.


Auch die Produktion, die Fertigungsprozesse und die Verteilungen für alle gewünschten Güter kommen bald ohne menschliche Hilfe oder Überwachung aus. Dadurch entfällt der Zwang zu aggressiver Abgrenzung und zu Hierarchien, zu teils gewaltigen Unterschieden, sowohl in allen kulturellen Bereichen (Einfühlung, Mitempfinden, Freundlichkeit und Achtung im Umgang, Verantwortung, Offenheit, Wahrhaftigkeit, Phantasie, Wissen ...), wie auch im Besitz, sowohl an Boden, als an Gütern (z.B. Geld) innerhalb der Art, den die lebendige Nahrung {deren Betreuung, Überwachung, Pflege, deren Mangel und / oder ungleiche Verteilung, auch von lebensnotwendigen Gütern (z.B. Kohle, Holz, Öl = Energie)} und den die bisherigen Entwicklungs-, Produktions- und Verteilungsmethoden, innerhalb und zwischen den Gesellschaften noch erforderlich machen; und die zu allen Kriegen und Massenvernichtungen führte.


Lebensmittelchemiker, Biologen und herausragende Köche, wie Ferran Adrià, sind bereits kurz davor, die Grundlagen für eine ungeahnte Vielfalt neuer und sehr schmackhafter Lebensmittel zu schaffen, dabei sicher auch Ware für Grill und Bratröhre, die aus natürlichem Material (Atome und deren Verbindungen, wie auch Wir Menschen) bestehen und sowohl biologisch als auch chemisch produziert werden.


Wissenschaft und Gefühl sorgen für den offenen und ungehinderten Zugang in alle Bereiche der Erde und im Weiteren auch in die Weiten des Universums. Liebe Mit-Menschen: Grenzen sind gegeben, um sie zu verschieben. Beim Wunsch, dabei vorwiegend FREUDE zu spüren, geschieht dies immer im Dialog mit der Grenze und dem Darumherum. Beim Wunsch (Zwang?), nach überwiegend Schmerzen, passierte es mit Gewalt, mit Blindheit, mit Unerbittlichkeit oder sonstwie mangelndem Selbst- und Mit-Empfinden.

 

Grenzen für fest, für ewig oder sonstwie andauernd zu halten, ist ein Fehlschluss der Unerfahrenheit oder eine Zwangs-Massnahme der Unterdrückung.

 

Ein ernsthaftes Angebot: Wir Menschen sind DIE Lebensform der FREIHEIT, es ist UNSERE Aufgabe VERANTWORTUNGSBEWUSST, also Vorsichtig, immer um die Gesundheit der Beteiligten besorgt, im beständigen Zwiegespräch, mit Offenheit und Wahrhaftigkeit und der bestmöglichen Vor-Prüfung der Folgen einer Handlung - also der steten Einbeziehung der Erfahrungen der Vergangenheit und des Heute -, die Möglichkeiten des daSein (erLebens?), also der Kombinationen aus RaumZeit und Materie (die Verschiedenheit der Kräfte bildet Strukturen mit / in Grenzen, dadurch entsteht Form also ein Innen + Aussen) zu zählen, zu testen und zu bewerten.


Philosophie: Das Hintergrund des Frage, ob Wir frei im Wollen sind, ist die Unsicherheit, ob das SEIN, als Grundlage des Lebens, diesem Leben eine Richtung, eine Aufgabe, ein Ziel mitgegeben hat?

 

Also, ob das DaSein und darin Wir irdischen Lebewesen, von einem Ausgangspunkt zu einem Endpunkt streben / sterben? Ist das Leben Bestimmung (Determiniert), ist es ein Zweck, steuert das Leben einem vor-bestimmten Ziel zu?

 

Ja, allerdings hat das SEIN schlecht gezielt und, wie Wir ahnen, mit voller Absicht: No[Thing]One is perfect. Zwar ist es das SEIN, aber das Leben nicht. Gut so. Warum also hat das SEIN beim Abwurf gewackelt, und das auch noch mit Absicht?

 

Langeweile? Irgendwann ist das SEIN dem dauernden Gelingen überdrüssig geworden, es hat entschieden, das Misslingen auszuprobieren, miteinzubeziehen in das SEIN, allerdings immer in Grenzen, also stets innerhalb einer Haut. Aber wie Wir Alle wissen: Knapp daneben, ist auch vorbei! Ist so. DaSein ist immer knapp vorbei am Gelingen. DaSein ist ImPerfekt, oder DaSein (LebenTod) ist Da[neben]Sein. Lebendigkeit ist der Extrawurf, etwas am Ziel vorbei.

 

Das Wackeln ist immer drinn, das Ziel stets im Ungefähren. So hat das SEIN das Leben eingerichtet. Und genau darin liegt die Chance zur Entwicklung eines freien Willen. Das Ungefähre lässt dazu den Platz, schafft dazu den Frei-RaumZeit. Alles in Grenzen, aber die sind sehr Vielfältig und WEIT! gefasst, denn das SEIN ist GIGANTISCH, RIESIG, fast Unermesslich GROSS! Darin hat auch der FREIE Wille für JEDES Selbst einen Platz.


Erkenntnis: Freiheit ist eine Grösse, in dem Beengtheit des DaSein.

 

Je enger die Lebendigkeit, das DaSein, für ein-Es ist, umso kleiner ist die Freiheit. Die Beengtheit ist nie ganz vorbei, da das Leben eben nur in Grenzen möglich ist, aber diese Grenzen sind innerhalb des SEIN sehr! erWEITErbar.

 

Freiheit ist das Mass für die ermöglichte Beweglichkeit und Wandelbarkeit eines Lebewesens oder auch Objekts; ermöglicht von der Umgebung, in der das Lebewesen lebt, oder der Aufgabe, für die das Objekt arbeitet (physikalisch und / oder technisch) und entwickelt wurde. Beweglichkeit ist das Mass für den Aussenraum. Wandelbarkeit für den Innenraum, die allerdings auch im Aussen wahrnehmbar ist.

 

Freiheit ist spürbar, überall. Freiheit ist messbar, also gibt es auch für die Freiheit einen Bewertungskatalog. Der kann, für Jede/s Lebewesen / -form, von tödlich, über inKetten, schmerzhaft, krank, ausgeglichen, gesund, glücklich, porös oder zerfasernd und gasförmig bis aufgelöst lauten. Freiheit kann also auch töten, wenn sie zu eng ist, oder zu weit ausfällt.

 

Wir Menschen, in dem kleinPlaneten-System, das Wir Deutschen Erde-Mond nennen, sind insgesamt von einer gesunden Freiheit noch ein gutes Stück entfernt. Bis Wir mal alle Farben, die Menschen sind, als vollberechtigt begreiffen oder die Wurzeln aus dem Blut und dem Boden ziehen, also Unsere volle Beweglichkeit und Wandelbarkeit befreit haben, das kann noch dauern.


Das dauert mindestens noch so lange, bis Wir einander Alle wechselseitig die volle Lebenslust eingestehen und somit Alle miteinander gleichberechtigt, friedlich und freundlich umgehen.

 

Das wird wahrscheinlich erst dann geschehen, wenn Wir es emotional – mit Gefühl -, technisch und organisatorisch geschafft haben, jedes Mensch mit Allem dazu (wozu? Die volle Beweglichkeit und Wandelbarkeit Aller Menschen (irgendwann auch die aller anderen MitLebeWesen) und damit eine gesunde Freiheit) mit Allem dazu Lebens-Notwendigem >lebensdauerlang< zu versorgen.

 

Also im Moment: mit frischer Luft, sauberem Wasser, abwechslungs-, wert- und wirkstoffreicher Nahrung, wirklichem Sicherheit - also ohne Waffen, Polizei, Militär, Geheimdienste, Intransparenz, Bevormundung und Bedrohung gegeneinander – mit wechselseitiger Geborgenheit und auch zärtlicher Zuwendung, schützenden Behausungen und Kleidungen, offenen und gesicherten (Gitter, Rollsplitt, Handläufe u.ä.) Wegen, eine zählende, gleichwertige Stimme bei allen Gesellschaftsfragen und allen Entscheidungen, die mehr als das persönliche Selbst betreffen (≥Zwei), einer Tätigkeit zum Erhalt aller gesellschaftlichen Aufgaben (von der Strassenreinigung, über die Organisation der Versorgung, bis zum Lehrenden oder Forschenden), je nach Kraft und Kenntnis, wobei die schmutzigen und aufwendigen Tätigkeiten (Natur- und Umweltpflege, Kanalbau- / reinigung, Strassen- / Wege- und Hausbau, Katastrophen- und Notfallhilfe u.s.w.) jedes Mensch mindestens 1 Jahr mittut – im dafür geeigneten Alter -, dem vollen Zugang zu allem aktuell vorhandenen Wissen, der wohlwollenden Geduld bei der persönlichen Entfaltung, der die gesunde Freiheit wiederherstellenden oder zumindest ausgleichenden Hilfe und Versorgung, bei / nach Krankheit, Behinderung und im Alter und der Möglichkeit zur Erarbeitung von Luxusgütern.


Vielleicht gibt es ja sogar bald für alle schweren und schmutzigen Arbeiten Maschinen und Materialien die keine besondere Pflege brauchen, dann sind Wir Menschen wahrlich in der Lage sämtliche Weltrekorde in Beweglichkeit und Wandelbarkeit in noch ungeahnte Höhen, Tiefen oder auch Weiten zu schrauben. 5000 km Schwimmen in 5.24,36 Stunden, neuer Weltrekord im Hochsprung bei 136,25 Meter, 4 Arme, 6 Beine, der erste Spinnenmann, wer weiss?

 

Menschen, riskiert eine wenig Phantasie in die Zukunft und wisset, das Beste kommt noch. Ohh, die Angst!, Wir kennen sie Alle, wo "führt" das noch alles hin, uhh!? "Führt"?


Es ist Zeit die Führer zu heilen, in Uns und Draussen und zu schnuppern und zu tasten, zu probieren, was noch so alles geht, statt immer darauf aus zu sein anderen zu folgen. Die Hauptsache ist, das Wir einander Alle friedlich und freundlich behandeln, statt Uns, wie überwiegend Jetzt, beständig zu misshandeln, zu instrumentalisieren, zu regulieren, zu versklaven oder sonstwie auszubeuten, als Arbeiter, Angestellte, Vorsitzende, Präsidenten, Herrscher überall, Diener überall und einander ständig um das Leben und das dazu nötige anbetteln müssen, oder es zu gewähren.

 

Eine beleidigende und unverschämte Handlungsweise, dass das eine Mensch einem anderes Mensch das Lebendigkeit rechtfertigen muss. Eine tierische Handlungsart, die Handlungsart von Wolfsrudeln oder Affengesellschaften.


Wo ist das Mensch vom Tier verschieden?

 

Das Bewusstsein, das Vernunft, das Geist, wie auch immer, und damit das Sprache machen dieses Handlungsart bis Heute mit, gestalten es und rechtfertigen es, also ist das wohl als Merkmal für Verschiedenheit zu Unseren tierischen Verwandten schlicht falsch.

 

Und das Atombombe, 800 Meter hohe Häuser, Autos, Laser und Mondbesuche, sind die etwa keine Beweise für eine deutliche Unterscheidung zu Unseren tierischen Verwandten und Mitbewohnern?

 

Es gibt Warane, die legen die Eier in Termitenbauten, lassen sie dort von der gleichmässigen Wärme ausbrüten und kommen pünktlich zum Schlüpfen des Nachwuchses zurück, um die Nachkommen aus dem Termitenbau zu befreien, denn das schaffen die Jungen nicht.

 

Manche Ameisenpopulationen bilden "Staaten" mit "Einwohnerzahlen" die in die Milliarden gehen, alles wohlorganisiert und verteilt über tausende Quadratkilometer.

 

Pflanzen nutzen das Licht, um aus Kohlendioxid und Wasser in einem mehrstufigen Bio-Chemischen Prozess eine Zuckerart zu produzieren, den Zucker zum Selbstverbrauch und den Sauerstoff für die tierischen Lebewesen, also auch Uns, Danke.

 

All die technischen Nippes und wissenschaftliches Hokuspokus, den Wir bisher entwickelt haben, hält gerade mal dieses Niveau. Das Besonderheit, das den Menschen wirklich vom Tier verschieden macht, ist noch eine Ahnung, ist noch eine Vision, ist Zukunft.


Eine Vorstufe dazu, ist der oben geschilderte freundliche Umgang im Miteinander, ist ein friedliches Zusammenleben in gesunder Freiheit. Eine jegliche Weiterentwicklung des Menschen braucht die Zustimmung Aller Menschen.

 

Einem solchen Entscheidung geht selbstverständlich ein Angebot und ein Informations- und Abänderungsprozess voraus. Und wenn dann Jedes Einzelne zugestimmt hat, dann und erst dann, tun Wir Alle die Handlungen, die Uns vielleicht zum mit-verantwortlichen Lebewesen hin verändert.

 

Einzelne und Gruppen mögen immer mal wieder glauben, oder denken zu wissen, das sie den Schlüssel zu einer deutlichen Weiterentwicklung, zu einem "neuen" Menschen, vielleicht in dem Verbindung von Biologie mit Technik, gefunden haben, sie bleiben anmassende, überforderte oder sogar gefährliche Menschen, denn eine Weiterentwicklung aus dem Tierreich gibt es nur im Ganzen.

 

Wetten?

 

Und das Ganze sind Alle Individuen einer Art, also bald 8 Milliarden. Und da hat Jedes genau Eine zählende Stimme, und die ist an Jedes Einzelne gebunden und diese Eine zählende Stimme entsteht erst in gesunder Freiheit. Da mögen Einzelne glauben oder auch denken zu wissen, was sie wollen? Da halten Wir Wissenden jede Wette.


Fazit: Freiheit ist ein räumlich-zeitlicher Wert von förmlichen Grenzen. Ist Bewegung im Aussen und Wandlung (Form / Struktur) im Innen, wird also in Grad der Bewegung und Wandlung gemessen.


Freiheit braucht als zu messendes Verhältnis von Grenzen in Grenzen (Innen und Aussen im Raum), mit der Zeit, mindestens zwei Lebewesen und / oder Objekte zum Vergleich, ist also ein Gruppenwert. Freiheit gibt es nur in Gesellschaft von Gleichen (Lebewesen oder Objekten), in Bewegung und Wandlung. Freiheit ist in Grad (umit?) messbar und von tödlich, über gesund, bis aufgelöst, bewertbar.