VorWorte

Wissen schafft auch Leid[en]. Das nur zur Komplettierung und als Hintergrund für das Fragezeichen.

Dieses Blog ist eine persönliche Frage- und Antwort-Reise, mit dem Ziel das Wirklichkeit in {und aus} das ein-zu-bringen, was auch daIst: *ich.

Wissen schafft Freude? Wie? Indem das aktuelle Wissen angewendet wird, statt auf das Gestern und dessen "Wissen" zu setzen.

Viel Freude beim lesen.

Mittwoch, 13. Dezember 2023

Was hat das "i" mit dem Krise zu tun?

Ein Beitrag, das in einem anderen Blog fast 700 mal aufgerufen wurde, was für *meine Verhältnisse riesig ist, also ist es vielleicht ganz nett oder sogar gut?

Trotzdem *ich diesen Beitrag heute - 10 Jahre nach dem erschreiben - nicht mehr so formulieren würde, stelle *ich es hier ein, als persönl*iches RaumZeit-Dokument.

Also, viel Spass damit.

Poesie

Titel: iiii...

Haben Sie gerade etwas RaumZeit für eine kritische Umkreisung der Krise, quasi eine sphärische Betrachtung eines inzwischen fast alltäglichen Zustandes in und zwischen den Weiten der Erde, oder liege *ich da falsch? Könnte ja sein, dass *ich nur etwas zur Seite rücken bräuchte und wäre völlig ausserhalb jedes Ausschlags der Amplitude der Normalität, wäre gerade bei einem Glas Wein, unter einem Vordach, geschützt von der Nachmittagssonne, im Kreis freundlicher, schwatzender Menschen, auf dem Tisch vor *mir kleine Leckereien, vielleicht aus Andalusien, hätte gerade über einen Witz gelacht, lehnte *mich zurück, um die Kehle wieder etwas zu befeuchten, in der schattigen Hitze und würde gerade ansetzen mit den Umsitzenden die Ernte unserer Feldfrüchte am nächsten Morgen zu besprechen, da breitet eine Frau neben *mir noch eine süsse Leckerei aus und erzählt von einem schmackhaften Rezept für ein scharfes Gericht, das Sie für Morgen vorbereiten möchte und rund um Uns herum tollen Kinder mit einem Ball herum, schliesslich ist gerade EM, da schiebt mir ein-Es davon eine Weintraube in den Mund, die *ich mit einem weiteren Schluck des vollen fruchtigen Weins herunterspüle, da kommt eine Geliebte vorbei und küsst *mich lachend, und dann mache *ich wieder einen Schritt zur Seite und werde voll von einer Krise in der Hüfte getroffen, könnt ja sein, oder?
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Igor Jablunowskij, "Stilleben mit Käse"
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Was hat die Krise mit dem Wort zu tun?

Eine etymologisch-philosophisch-humoristische Ein- und Umkreisung.

AllerOrten wird von der Krise gesprochen, von den kleinen persönlichen Lebenskrisen, bis zu den grossen Gesellschaftkrisen, Euro-Krise, Schulden-Krise, Banken-Krise, oder sogar der Klima-Krise, also einer Krise, die die gesamte BioSphäre erfasst hat.

Mein Beitrag handelt aber nicht von den Wirkungen und Geschehnissen, - privat oder allumfassend -, die mit dem Wort Krise bezeichnet werden, sondern behandelt  f a s t nur dieses Wort. Dabei spielen die Wirkungen, die dieses Wort bezeichnet aber selbstverständlich eine Rolle, sie sind die Ursache und geben das Hintergrundgeräusch, bei der näheren Betrachtung und Bewertung dieses kleinen Wortes, mit den so starken Wirkungen, die es bezeichnet. Es ist also eine Sprach-Philosophische Lupe, die *ich als Sprech- und Philosophie-Interessierter Dilettant (siehe dazu ganz unten) da angelegt habe.

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Ich kann das obige Stilleben nicht alleine stehen lassen!
Francisco de Goya, "Stilleben"
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Die Annäherung begann mit der Frage: Welchen Weg hat das Wort zurückgelegt?

Um dann noch tiefer zu forschen, nämlich in Uns, den sprechenden, den diese Worte formenden LebeWesen. Stimmt also das Wort mit der Stimmung überein, die es bezeichnet:

Ist das Wort passend?

Nun, das beurteilen Wir gemeinsam, also auch Sie, und *ich wette, es gibt einige Gegenstimmen. Ausgegangen bin *ich vom lebendigeren Bereich der Sprachen, von den Vokalen, also den "Selbstlauten", von lat. 'vocalis' = "stimmreich, tönend", abgeleitet von lat. 'Vox' = "Laut, Ton, Schall; Stimme; Wort; Rede".

Im Unterschied zu den Konsonanten, den "Mitlauten", von lat. 'con-sonare' = "zusammen-, mittönen".

Interessant dabei ist, dass die Vokale mit der Atemluft ungehindert austreten können, während die Konsonanten von Zunge, Zähnen, Gaumen und Lippen umgeformt oder sogar beim Austritt gehemmt (gestoppt) oder eingeengt werden.

Während also die Vokale aus der Tiefe kommen, sind die Konsonanten eine (inhaltliche) Beimischung, die den Vokalen Form und Farbe mitgeben und damit mehr Genauigkeit; eine interne Differenzierung der Lautäusserung, zur besseren Herkunftsbestimmung und Richtungsaussage.

Sprache ist eine Möglichkeit der AusDifferenzierung von Geräuschen, von Lauten, irgendwann hat unseren Vorfahren das A(h), U(h), I(iih) und O(h) nicht mehr gereicht, sie forderten mehr (inhaltliche) Details und sie bekamen sie, über die Zunge, z(w)ischen den Zähnen hindurch und mit blubbernden Lippen hinaus, in die Ohren hinein.

Und was hat das alles mit der Krise zu tun?

Das «i» ist in der Kr-i-se.
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i
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Zuerst eine rad-i-kale (von lat. 'radix' = "die Wurzel", die Süddeutschen denken da gerne auch an die Brotzeit (Radi), die "Löwen"-Fans auch an einen Torwart) Betrachtung der "Krise". Das Wort Krise entstammt ursprünglich aus dem griechischen 'krisis' (Ein Schelm, Was dabei nicht an Hier und Heute denkt, oder?), das "Entscheidung" oder auch "entscheidende Wendung" bedeutet. Die Lateiner übernahmen es in der Form 'crisis', vergrösserten den ersten Buchstaben zum 'C(risis)' und machten daraus einen medizinischen Begriff, der den Höhe- und Wendepunkt einer Krankheit bezeichnete. Über das französische 'Crise'  kam das Wort im 18. Jahrhundert (1789, -> Napoleon) auch zum Deutschen und wurde auch hier zum allgemeinen Gebrauch für "schwierige, komplizierte, aufrüttelnde, unübersehbare Situation/Umstand" ausgeweitet.

Nun könnte Mensch ja auf die Idee kommen, dass Dasjenige, was die Krise fühlt und dann in den Mund oder die Hand nimmt, eine Entscheidung scheut oder den Höhe- oder Wendepunkt einer Krankheit erleidet, aber das würde bedeuten, dass das DaSein eine Entscheidungsschwäche oder gar eine Krankheit ist, so oft, wie Einige beständig eine Krise ausrufen oder haben.

Aber das mag ich nicht beurteilen.

Was ich allerdings beurteilen mag, ist die tieferreichende Wurzel der Krise. Und da fällt auf, mitten in der Kr-i-se steht das "i". Ein lauter Vokal mitten zwischen "kr" und "s" und einem anstössigen, wenig beruhigenden auslaufenden "e", welches den Aufschrei, den das "i" erregte, bloss noch in die Länge zieht: Kriiisee!

Denn, die Vokale sind ja die Haupttöne der Sprache, sie kommen aus der Tiefe, geben die Stimmung an und hinaus, die Konsonanten werden erst beim Verlassen hinzugefügt, geben dieser Tiefe eine Richtung und ein wenig Genauigkeit, sagen Sie mal "Krs".

So ohne "i" ist das bloss ein Geräusch, oder? Ganz in der Nähe von Kuss, Kross, Krass, Kruste, Kresse und so weiter: "Krs"? Aber eine Krise bedeutet, fühlt und bekommt Mensch damit nicht. Kann Mensch die Krise auch nüchtern und still sprechen: krise, ganz leise?

Ja, wenn Mensch schon mittendrinn oder gar am Ende ist, abgestumpft ist, die Krisen schon kennt, so wie Eines die Liebe spricht, wenn Es verlassen ist; aber wenn die Krise noch jung ist und Mensch noch lebendig ist, dann schreit das "i" in der Krise laut auf, dann bleibt keine Kruste mehr kross und ein Kuss wäre dann voll krass.
Iiiie!

Was machen Sie denn für ein Gesicht dabei?

Iiiie! Kommen Sie, gehen Sie vor den Spiegel und lassen Sie ein "i" verlauten, vielleicht etwas in die Länge gezogen, also ein"iii".

Und? Ekelhaft, oder?

Iii! Erschreckend, vielleicht? Schon jedem Kleinkind ist dieser Aufschrei und das dahinter-steckende Gefühl, das gleich auf das noch ältere "a" folgt (Pa->nik!), bekannt: "iii", schön schr-i-ll: "i!"; und nun ein wenig abgemildert und auslaufend abgemischt, mit etwas "e": "ie".

Jetzt beachten Sie bei der Beobachtung im Spiegel die Augen. Aber wirklich "iie!", nicht bloss flöten. Und? Hilfe! Oder? Entsetzen, oder?

Diebe! Hilfe, Ie kriiege diiie Kriiisee! Polizeiii!

Krise?

Vermutung: W-Es (Sie + Er = W-Es) von der Krise profitiert, kennt weder Ekel noch den Schrecken des DaSeins, Es schickt diesen "le[i]diglich" aus. Die Einen verbreiten sie und profitieren davon, die Anderen erliegen ihr und zahlen, so ist das bisher geregelt, oder? Heute schon geschiiissen? Also gut, der Ekel ist in Jedes driiinn. Keines ist davon frei, Das Eine Selbst ist jedoch mehr, das Andere weniger in der Krise.

Die Krise ist, wie Alles einfach ungerecht verteilt. Krediiit, Ziiinsen, Hiiilfe!

Und mittendrinn das "i", oder auch vorne drann und hinten "ch".

Kr! Die Englischen kommen inzwischen ohne "ch" aus, denen reicht das "I". Allerdings gehen Sie wohl miss-verständlicher-weise davon aus, dass Sie das Ei noch nicht verlassen hätten, dass Sie noch Ei-nes sind, aber das mag auch nur in "deutschen" Ohren so klingen, ei, ei. ei ..., aber, vielleicht ist das ja wiiirkliiich so, oder es ist zumindest besser für Sie? Allerdings wird bei den Englischen beim Zeigen auf das Selbst, das Ei wieder zum mi; i, was das wohl zu bedeuten hat?  Wir Ger-maniiischen, haben das Ei mit einem "i" verlassen, oder auch einem "iii!", an dem noch die Schale klebt: "ch".

Ich, ich, ich und ich auch und ich sowieso und dabei immer schön den Arm nach oben und mit den Fingern schniiippen: "ich!, ich!, ich!", um bei der Verteiiilung nicht zu kurz zu kommen;  gerne auch mit dem rechten Arm, und rufen: "Ich!", oder auch ohne "Ich!", und dem Anderen dabei nur das Beste zu wünschen, die Römer taten es mit "Salve", die Ger-maniiischen übersetzten es zwar "richtich", gönnten es aber leider raumzeit-weise(?) nur Einem, was Der aber nur schlecht ertrug, und damit den Gönnern wenig einbrachte, aber das ist ein anderes Kapiiitel.

Verzeihen Sie, als unaufgeräumter Deutscher entgleitet einem so Vieles in einen Dritten Bereich ab, der noch seiner Aufklärung harrt, darauf wartet, aber zurück zum i.

Ist das "i" dem Selbst ein Schrecken? Oder ist das Entdecken der Lebendigkeit, darin auch das Selbst, erstmal ein Er-Schrecken? I, ich bin lebendig.

Noch ein paar Worte zum "ich", das "ch" ist ja auch das Geräusch der Echsen und der Schlangen zur Abwehr: "ch!"? Ich. Das Erschrecken zusammengebunden mit der Abschreckung. Ist das jetzt zuviel der Interpretation von Geräusch und Gefühl, ist das eine Fehl-Einschätzung? Also ich, i ch lerne gerade die Freuden des DaSeins und hinter- und unterfrage dabei auch meine, Unsere, Mitteilungsform, Unsere Form der ZwischenSpezies-Kommunikation und kratze dabei den Kopf, aber ...

Da steckt ein-Es den Kopf übers Wasser und sieht-s ich und fühlt "ie"? War das so, oder war es eher ein "och?", oder ein freches "eeh", hey da, Sie da, ich da, du da: "uh" und die Kuh da hats gehört und gedacht(?): hey da, du da, muh da und die Mutta schreiiit und "rettet" das Kind vor der muh da, oda? Und schon sind Wir wieda in der Krise. Voll da. I

I.
Sooft iiich, dabei das Gefühl beachte, welches das "i" in miiir erregt, umso weniiiger möchte *ich dabei Entscheiden, und darum ging es doch, oder?

Hilfe! Diebe! Miese! Hiebe! Krieg!!! Sieg!!!

Und iiich miiittendriiinn in dieser Wiiirkliiichkeiiit!  Was will da noch Da(mit)Seiiin?
Und jeweils Mittendrinn das Erschrecken, mittendrinn der Ekel und als Beschriftung daran, das "i"!

Und immer dabei auch die Liebe. Wenn die Sprache etwas bedeutet, was bedeutet dann das? Gerade nach dem vorherigen Satz spüre ich etwas aufsteigen: Wut. Aber gut, nur zu.

U.
Vorsicht! Uh, uh, uh, ganz vorsichtig, sonst wirds gefährlich! Uh, uh, uh, Wut, wenn ich jetzt nicht meine Fäuste banne, dann gibts einen rechten Schwinger in den Autor, ansatzlos, mitten rein in die eh, eh, weil die Liebe ist sakrosankt, sooo guuut, oder so.

O.
Schauen Sie dabei mal wieder in den Spiegel: "o", nur "o". Überraschung, oder?

Oder? O. Verzeihung. Aber ... O. Hilfe! Mord! Lohn. Hohn. Mohn. Zone. Krone. Wonne, obwohl!, die Wonne ist zuviel "n", wie wäre es mit Wohl, Kohl, Tod, tot. Überraschung? Oh. Was da alles drinn steckt in der Sprache und deren Einzelteilen, aber Wir waren beim "i" und der Krise und bleiben auch dabei, oder wie?

I!
Kr. Warum nicht "gr"?, das drohende "grrr", sondern das "kr", also das härtere "gr".
Grise.

Jetzt wissen Sie warum. Das weiche "gr" taugt vielleicht für den Griesbrei, das Grimmen, die Grimasse, den Grind und das Grinsen, aber spätestens bei der Grippe beginnt dann schon leicht die Krise, die dann auch noch jeden Grips überwindet. I, oder?

Kann das Fazit also sein, die Krise und nebenbei auch den Krieg, die Liebe und den Sieg zu überwinden, indem Wir das "i" aus Uns und damit auch aus Unserer Sprache entfernen? Uns bleiben ja noch das o, oder so? Oder das u, obwohl, hu? Und das leicht anstössige e. 

Sex, Sie wissen, kicher. Ein Scherz. Das auch im Herz steckt, oder versteckt auch im März. Säx, Aufwärts, Härz, Schärz, Abwärts, Schmärz; W-Es braucht Heute schon noch das e?

In Wirklichkeit ist vielleicht das "e" in der Krise. Zensen, Krese, Kredet, Greesbree, Leebe, Seeg; Helfe?; ich finde Wir sollten das überlegen.

Kann also aus der Krise nur herausfinden, wer in-s ich das e entdeckt, das friiiedliiiche e. Huch, selbst im Friiieden steckt die Krise, Friede! Liebe! Hiebe! Krieg! Diebe! Zins, Hiiilfe! Ich fliehe!

Also wie lösen wir den Ekel und das Entsetzen aus dem DaSein aus.

Das aus dem Frieden die Freude gedeiht, aus der Liebe die Lebendigkeit, aus dem Krieg die Kreide und aus der Hilfe!, das Helfen.

Geschriiien haben Wir doch nun schon lange genug, das Entsetzen und Erschrecken waren Riesengross, wie wäre es langsam mit etwas Beruhiiigung ... das ist aber jetzt gemein ... alles ist verwiiirrt und verfilzt, nichts ist sortenrein, also vergessen Siiie die Sachen mit dem "i", dann bleiben Wir doch einfach bei/in der Krise.

Und halten sie weiterhin besser aus, weil, ja weil die Krise nun mal zur Lebendigkeit gehört, wie auch das entspannte Glaserl danach, oder davor.

Also *ich liebe die Krise, aber *ich lass mich nicht davon allein bestimmen, *ich gönn der Krise und mir ab Heute auch das zweite Auge, dann ist sie weniger einäugig.

Also, auf die Kriese, Proost.

Aber Halt! Ohne den Zweifel, darf *ich Sie nicht entlassen. Was ist mit Kind, Rind, Pflicht, Licht, Wicht, der Gicht, dem Nicht, der freien Sicht, und der Bild, oder auch die Presse, in die Fresse mit der Kresse.

Poesie Ende
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Also ganz am Schluss noch ein Wort zu Oliver-August Lützenich, ich muss bekennen: *ich bin eine wahrer Dilettant.

Dilettant: Das seit dem 18. Jh. bezeugte Fremdwort, bezeichnete zunächst nur den nicht beruflich geschulten Künstler bzw. den Kunstliebhaber, dann allgemeiner den Nichtfachmann und schliesslich abwertend den Stümper. 

Das Wort ist aus gleichbedeutend it. 'dilettante' entlehnt. Das zugrunde liegende Verb ital. 'dilettare' geht auf lat. 'delectare' zurück und bedeutet wie dieses: "ergötzen, amüsieren". Stammwort ist lat. 'lacere' "verlocken" bzw. das Intensiv: 'lactare' = "locken, ködern", das zusammenhängt mit lat. 'laqueus' = "Strick als Schlinge" (daraus unser Lehnwort 'Latz').

Die vermittelnde eigentliche Bedeutung von 'lacere' wäre dann etwa: "in eine Schlinge locken, bestricken".

Da bin *ich doch gerne Dielettant, worin und wobei auch immer. Danke.

Dienstag, 12. Dezember 2023

Das Tarnung des Wirklichkeit

Poesie

Titel: Das Tarnung des Wirklichkeit, oder vom Vorhang des Bewusst-Seins

Oh weh! Wie oft bin ich mit meinen Einschätzungen der Wirklichkeit danebengelegen, und wie oft passiert mir das wohl noch? Was hätte ich alles Ergreifen können, und wie weit wäre ich in der Lebendigkeit schon gekommen, wenn, ja, wenn ich die Gelegenheiten überhaupt erst erfühlt und gespürt hätte, vom erkennen bin ich da ja noch ein Stück entfernt. Dann wäre ich heute vielleicht ein glücklicher Familienvater im schönen Häuschen, in einem sonnigen Ländchen, mit einem wonnigen Konntochen in der städtischen Bank, oder so.

Aber die Wirklichkeit ist so eine Sache. Sie ist zwar da, aber sie tarnt sich noch ganz gut, im und vor dem Inhalt, vor dem Selbst, das ES (die Wirklichkeit, wahlweise auch: die Realität) ja vielleicht auch ist, ja, warum nicht?; vielleicht ist ja auch das gesamte Universum so etwas wie eine Persönlichkeit, ein ES, wissen Wir es?
Nein. Also.

Die Wirklichkeit ist eine Tarnung, ist zumindest nicht so einfach zu erfassen oder gar zu erklären, also in Worte zu fassen. Davon handelt dieser Beitrag.

Die Wirklichkeit ist: dieser Beitrag ist lang, nicht sehr lang, aber lang. Nur so, dass das auch in Ihre Wirklichkeit einfliesst. Er ist gespickt mit Zitaten, erstens, weil ich vieles gar nicht anders oder besser benennen könnte, wie es die hier zitierten tun (übrigens nur Männer, aber ich habe keine Frau gefunden, zu diesem Thema, habe aber auch nicht lange danach gesucht, das nur zur Wirklichkeit) und zweitens, weil ich dem selbstgeschriebenen noch etwas misstraue, und ich vermute, dass Sie dieses Misstrauen auch spüren. Da das so ist, warte ich noch etwas, bis ich zu einer selbstvertrauten Sprache finde und zitiere so lange.

Es geht also um die Selbst- und Fremd-Einschätzung insbesondere des Lebewesens Mensch (die anderen kann ich kaum beurteilen, wie heisst es so treffend: "da stecke ich nicht drinn", also bleib ich beim Mensch) und um die teils haarsträubenden Fehlurteile und die manchmal absurden Einschätzungen der Realität in und um Uns, also der Wirklichkeit.

Bei den meisten Menschen sind die Bewertungen der Wirklichkeit glücklicher-"weise" in einem so fernen und abweichenden Bereich, der nicht zu Verletzungen, zu Unfällen oder gar zu Katastrophen führt, deshalb laufen Wir hier noch Alle mehr oder weniger fröhlich herum.

Dass es aber im Laufe der RaumZeit zu Katastrophen gekommen ist, kann, glaube ich, jedes von Ihnen inzwischen bezeugen. Gleich das erste Zitat berichtet aus einer Katastrophe der deutschen Geschichte, einer Aneinander-Reihung von katastrophalen Fehl-einschätzungen des allgemeinen Naturverlaufs (Evolution), der innermenschlichen Verhältnisse (das Mensch ist EINE Spezies, ohne Inner- oder Unter-Rassen!) und auch der menschlichen Natur (Ängste, Bedürfnisse, Wünsche u.s.w.) und des gesunden und gebotenen Umgangs im Miteinander, Sie ahnen bereits, aus welcher RaumZeit-Periode der erste Bericht kommt.

Er stammt von einem, für mich, herausragenden Beobachter und Literaten, also, wenn es nicht so fürchterlich gewesen wäre, genau der passende Beobachter aus dem Innenraum einer grauenvollen deutschen Engstelle.
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Kurze Vorbemerkungen: die Zitate habe ich sämtlich in Blau eingefärbt, meine Worte bleiben also schwarz. Unter die Bilder, in die Namen, habe ich die Links zu WikiPedia oder zu den Instituten der jeweiligen Personen gelegt.
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Der folgende Auszug ist aus:
»Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuch eines Überwältigten«, erschienen bei Klett-Cotta, fünfte Ausgabe, 2004, Seite 28 - 33.
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Jean Améry: "In Auschwitz aber musste der isolierte Einzelne noch dem letzten SS-Mann die gesamte deutsche Kultur samt Dürer und Reger, Gryphius und Trakl überlassen.
Doch selbst wo es gelang, sich die naive und diskutable Illusion aufzubauen, vom »guten« und »bösen« Deutschland, vom miserablen Thorak {Anm. des Blog-Autors: Josef Thorak, 1889 - 1952, ein östereichischer Bildhauer, galt nach Arno Breker als populärster Bildhauer im Dritten Reich}, der dem Hitler gehören mochte, und dem grossen Tilman Riemenschneider {um 1460 - 1531, bedeutender Bildhauer der Spätgotik und Frührenaissance}, dem man seine Solidarität aufdrängte - selbst dort musste unweigerlich am Ende der Geist vor der Wirklichkeit versagen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, und es ist schwer, sie erst einmal auseinander zuhalten und dann zur Synthese zu bringen, wie es geboten wäre. Absehen will ich von den bar physischen, wiewohl ich eigentlich nicht weiss, ob das statthaft ist, denn jeder Lagerhäftling stand ja schliesslich unter dem Gesetz seiner mehr oder minder grossen körperlichen Widerstandskraft. Klar ist jedenfalls, dass die ganze Frage der Wirkung des Geistes dort nicht mehr gestellt werden kann, wo das Subjekt, unmittelbar vor dem Hunger- oder Erschöpfungstod stehend, nicht nur entgeistet, sondern im eigentlichen Wortsinn entmenscht ist. Der sogenannte »Muselmann«, wie die Lagersprache den sich aufgebenden und von den Kameraden aufgegebenen Häftling nannte, hatte keinen Bewusstseinsraum mehr, in dem Gut und Böse, Edel oder Gemein, Geistig oder Ungeistig sich gegenüberstehen konnten. Er war ein wankender Leichnam, ein Bündel physischer Funktionen in den letzten Zuckungen. Er muss, so schwer es uns fallen möge, aus unseren Erwägungen ausgeschlossen werden. Ich kann nur ausgehen von meiner eigenen Lage, der Lage eines Häftlings, der hungerte, aber nicht verhungerte, der geprügelt, aber nicht zusammengeschlagen wurde, der Wunden hatte, aber keine tödlichen, der also objektiv noch jenes Substrat besass, auf dem der Geist prinzipiell stehen und bestehen kann. Er stand aber allemal auf schwachen Füssen, und er bestand schlecht, das ist die traurige Wahrheit. Vom Versagen, beziehungsweise dem wirkungslosen Verpuffen ästhetischer Vorstellungsreihen und Reminiszenzen habe ich bereits andeutend gesprochen. Sie waren in den meisten Fällen keine Tröstung, gelegentlich erschienen sie als Schmerz oder Hohn; am häufigsten versickerten sie in einem Gefühl vollkommener Indifferenz.
Da gab es freilich Ausnahmen, und zwar in gewissen Rauschzuständen. Ich denke daran, wie mir einmal ein Pfleger des Krankenhauses einen Teller mit gesüsstem Griessbrei schenkte, den ich gierig verschlang, wobei ich in den Zustand einer ausserordentlichen geistigen Euphorie geriet. Mit tiefer Ergriffenheit dachte ich zunächst an das Phänomen der menschlichen Güte. Daran kettete sich die Vorstellung des wackeren Joachim Ziemssen aus dem »Zauberberg« Thomas Manns. Und plötzlich war mein Bewusstsein randvoll und chaotisch angefüllt mit Bücherinhalten, Bruchstücken gehörter Musik, eigenen, wie mir durchaus scheinen wollte, philosophischen Gedanken. Ein wildes Geistverlangen ergriff Besitz von mir, das begleitet war von durchdringendem Selbstmitleid und das mir Tränen in die Augen trieb. Dabei war ich mir aber in einer klar gebliebenen Bewusstseinsschicht des Pseudocharakters dieser nur Minuten währenden geistigen Erhebung voll bewusst. Es war ein echter, durch physische Einwirkung hervorgerufener Trunkenheitszustand. Nachträgliche Gespräche mit Kameraden erlauben mir den Schluss, dass ich keineswegs der einzige war, dem unter solchen Umständen eine kurzfristige geistige Aufrichtung gelang. Derlei Rauschgefühle stellten sich häufig auch bei Schicksalsgenossen ein, sei es beim Essen, sei es beim Genuss einer ungewohnt gewordenen Zigarette. Wie alle Räusche liessen sie ein ödes, katzenjammerhaftes Gefühl der Leere und Scham zurück. Sie waren zutiefst unecht, der Wert des Geistes erhärtete nur schlecht an ihnen. Doch erfüllt ja die ästhetische Vorstellung und alles, was in ihrem Gefolge daherkommen möge, nur einen begrenzten und gar nicht den wichtigsten Raum im Haushalt des geistigen Menschen. Wesentlicher ist das analytische Denken: von ihm dürften wir erwarten, dass es angesichts des Grauens zugleich Stütze und Wegweiser sei.
Auch hier aber komme und kam ich zu enttäuschenden Bilanzen. Das rational-analytische Denken war im Lager und speziell in Auschwitz nicht nur keine Hilfe, sondern führte geradewegs in eine tragische Dialektik der Selbstzerstörung. Was ich damit meine, ist leicht verdeutlicht. Zunächst einmal nahm der geistige Mensch die unvorstellbaren Zustände nicht so einfach als gegeben zur Kenntnis wie der ungeistige Mensch. Ein langes Training, die Erscheinungen der Alltagswirklichkeit in Frage zu stellen, verbot ihm das schlichte Eingehen auf die Lagerrealität, denn diese stand in allzu schroffem Gegensatz zu allem, was er bisher als möglich und dem Menschen zumutbar angesehen hatte. Er hatte in der Freiheit stets nur mit Leuten Umgang gehabt, die der human-vernünftigen Argumentation zugänglich waren, und durchaus wollte er nicht begreifen, was nun wahrhaftig gar nicht kompliziert war, nämlich: dass ihm, dem Häftling gegenüberdie SS eine Logik der Vernichtung gebrauchte, die in sich ebenso folgerichtig operierte wie draussen die Logik der Lebenserhaltung. Man musste stets sauber rasiert sein, aber strengstens war verboten, Rasierzeug zu besitzen{Bei der inneren Vorstellung dieser Lagerrealität und der völlig absurden Logik darin, musste *ich gleichzeitig schrill auflachen und bitterlich weinen. Entsetzlich!} und zum Barbier kam man nur einmal in vierzehn Tagen. Es durfte am Zebragewand bei Strafe kein Knopf fehlen, wenn man aber bei der Arbeit einen verlor, was unvermeidlich war, dann gab es praktisch kaum eine Möglichkeit, ihn zu ersetzen. Man musste kräftig sein, aber man wurde systematisch geschwächt. Es war einem beim Eintritt ins Lager alles genommen worden, aber dann wurde man von den Plünderern verhöhnt, weil man nichts besass. Der geistig nicht weiter geübte Lagerhäftling nahm diese Umstände zu Kenntnis, in demselben Gleichmut, der sich draussen bewährt hatte bei Feststellungen wie »Es muss Arme und Reiche geben« oder »Kriege werden immer sein«. Er nahm sie zur Kenntnis, stellte sich auf sie ein, und in günstigen Fällen triumphierte er über sie. Der Intellektuelle aber revoltierte dagegen in der Ohnmacht des Gedankens. Für ihn galt im Anfang die rebellische Narrenweisheit, dass nicht sein könne, was doch gewiss nicht sein darf. Allerdings nur im Anfang.
Der Refus {= abschlägige Antwort, Ablehnung} der SS-Logik, die Revolte nach innen, das Vorsichhinmurmeln von Beschwörungsformeln, wie »aber das ist doch nicht möglich«, währte nicht lange. Unweigerlich stellte sich nach einer gewissen Zeit etwas ein, das mehr war als nur Resignation und das wir als Akzeptierung nicht nur der SS-Logik, sondern auch des SS-Wertesystems bezeichnen dürfen. Und wiederum hatte es der intellektuelle Häftling schwerer als der ungeistige. Für diesen hatte es niemals eine generelle humane Logik gegeben, sondern nur ein folgerichtiges System der Selbsterhaltung. Ja, er hatte draussen gesagt: »Es muss Arme und Reiche geben«, aber innerhalb dieser Erkenntnis hatte er den Kampf des Armen gegen den Reichen geführt und ihn gar nicht als Widerspruch empfunden. Für ihn war die Lagerlogik nur die graduelle Verschärfung der Wirtschaftslogik, und der Verschärfung begegnet man mit einer brauchbaren Mischung von Resignation und Abwehrbereitschaft {Wie weit ist diese Beschreibung der Zustände in einem Vernichtungslager der 1940er Jahre und auch ausserhalb davon, vom Jahr 2024 entfernt? - Gönnen Sie *mir doch eine kleine Provokation.}Der Intellektuelle aber, der nach dem Zusammenbrechen des ersten inneren Widerstandes erkannt hatte, dass sehr wohl sein könne, was nicht sein darf, der die SS-Logik als stündlich sich erweisende Wirklichkeit erfuhr, ging nun im Denken ein paar verhängnisvolle Schritte weiter. Hatten jene, die ihn zu vernichten sich anschickten, nicht vielleicht recht gegen ihn, auf Grund des unbestreitbaren Faktums, dass sie die Stärkeren waren? Die grundsätzliche geistige Toleranz und der methodische Zweifel des Intellektuellen wurden so zu Faktoren der Autodestruktion. Ja, die SS konnte es treiben, wie sie es tat: Es gibt kein Naturrecht und die moralischen Kategorien entstehen und vergehen wie die Moden. Ein Deutschland war da, das Juden und politische Gegner in den Tod trieb, da es sich nur auf diese Weise glaubte verwirklichen zu können. Und was weiter? Es war die griechische Zivilisation aufgebaut auf Sklaverei, und ein athenisches Heer hatte auf Melos gehaust, wie die SS in der Ukraine. Menschenopfer unerhört waren gefallen, soweit das Licht der Geschichte in die Tiefe reicht, und der ewige Menschheitsfortschritt war ohnedies nur eine Naivität aus dem 19. Jahrhundert. »Links, zwei, drei, vier« war ein Ritual wie jedes andere auch. Es war nicht viel vorzubringen gegen die Greuel. Die Via Appia war gesäumt von gekreuzigten Sklaven, und drüben in Birkenau verbreitete sich der Gestank verbrannter Menschenleiber. Hier war man nicht Cassus, sondern Spartacus, das war alles. »Dämmt den Rhein mit ihren Leichen; Lasst, gestäuft von ihrem Bein, Schäumend um die Pfalz ihn weichen«: so hatte Heinrich von Kleist den Rhein angedichtet, und wer weiss, er hätte seine Kadaverphantasie verwirklicht, wäre ihm die Macht zugefallen. Ein General von Kleist kommandierte irgendwo an der russischen Front und stäufte vielleicht die Leichen von Juden und Politkommissaren. So war die Geschichte, und so ist sie. Man war unter ihr Rad geraten und riss die Mütze ab, wenn ein Henkersknecht daherkam. Der geistige Mensch, nach Erschlaffen des ersten Widerstandes, hatte den Vernichtern mit all seinen Kenntnissen, Analysen weniger entgegenzusetzen als der ungeistige: Dieser nahm zwar vor ihnen straffere Haltung ein und gefiel ihnen darum auch besser, im übrigen aber bekämpfte er sie viel spontaner und wirkungsvoller als sein nachdenklicher Kamerad mit systematischer Drückebergerei und wohlgelungenen Diebstählen.
Mehr als den ungeistigen Kameraden lähmte den Intellektuellen im Lager auch sein historisch und soziologisch erklärbarer tiefer Respekt vor der Macht; tatsächlich hat der geistige Mensch sich immer und überall in völliger Abhängigkeit von der Macht befunden. Er war und ist es gewohnt sie geistig anzuzweifeln, sie seiner kritischen Analyse zu unterwerfen - und doch im selben intellektuellen Arbeitsgang vor ihr zu kapitulieren. Die Kapitulation wurde dort vollends unvermeidbar, wo der feindlichen Macht nichts Sichtbares gegenüberstand. Es mochten draussen riesige Armeen den Vernichter bekämpfen, aber im Lager hörte man davon nur von fernher und wollte nicht mehr recht daran glauben. Ungeheuerlich und unüberwindlich türmte sich die Machtgestalt des SS-Staates vor dem Häftling auf, eine Wirklichkeit, die nicht umgangen werden konnte und die darum am Ende als vernünftig erschien."

Ende Auszug.
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Dieser Text ist Anfang der 1960er Jahre geschrieben worden und ist, bis auf den Untergang des "Dritten Reichs", in seinen Analysen und Schlussfolgerungen bis Heute gültig, die Überspitzung, Verkrampfung und Grausamkeit ist wegggefallen, das Verfahren und das Gebahren ist abgedämmt, also gewaltloser, aber ist bis Heute gültig, so empfinde ich das.

Das gefährliche aber ist, das SS-System mit dem kapitalistischen System zu vergleichen, das SS-System also als "totale" Entgleisung und Perversion des Kapitalismus und der darunterliegenden "Natürlichkeit" wahrzunehmen und beide mit einem menschlich-natürlichen Urzustand zu begründen. Menschliche Wirklichkeits-Interpretation und auch -Handhabung war schon immer irreal und somit logisch gar nicht zu ergreiffen.

Warum? Mit Anderem, weil sie stets die Anderen und erst recht die Umwelt ausschloss, weil sie von Anfang an ein Recht des Stärkeren aufbaute (Hierarchien) und damit die Schwachen, die schon immer in der Mehrheit waren domestizierte. Die Rechtfertigung der Stärkeren zur Ausbeutung und Vorenthaltung können dabei nur jeder Logik oder allgemeinen Moral Hohn sprechen. Sie werden jedoch bis Jetzt eben angewendet und von der Mehrheit geglaubt, zumindest gibt es nur von einer kleinsten Minderzahl Widerspruch und der findet kaum Gehör.
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Zum Beispiel:
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Aus einer arte-Doku mit dem Titel: "Endstation Fortschritt?", von Mathieu Roy und Harold Crooks. Mehr dazu finden Sie auch hier:
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David Suzuki: "Die Wirtschaftslehre ist losgelöst von der realen Welt, sie ist destruktiv. In einem VWL-Grundkurs erhalten sie als erstes einen Überblick über die Wirtschaft. Das macht Eindruck: Rohstoffe, Förderung, Verarbeitung, Produktion, Gross- und Einzelhandel, mit Pfeilen in alle Richtungen. Es soll sie beeindrucken, dabei wissen die Professoren ganz genau, dass die Wirtschaft keine Wissenschaft ist und doch wollen sie uns das weismachen. Die Wirtschaftslehre stellt ökonomische Werte in mathematische Gleichungen und das soll dann Wissenschaft sein? Aber fragen sie mal einen Ökonomen, wo kommt in ihren Gleichungen die Ozonschicht vor, oder das fossile Grundwasser, wo die Humusschicht und die BioDiversität? Dann wird er antworten: Oh, das sind (nur) Externalitäten.

(Falls Sie wollen:

Wir könnten genauso gut auf dem Mars sein, so weit wegg ist die Wirtschaftslehre von der Wirklichkeit. Es sind lebende Organismen, die das Wasser in seinem Kreislauf filtern. Mikroorganismen im Boden machen ihn fruchtbar. All diese Dienste der Natur, wie auch das Bestäuben der Pflanzen durch die Insekten sind ausschlaggebend für das Leben auf diesem Planeten. Das nennen Ökonomen Externalitäten!? Das ist verrückt!".
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Und was sagt ein Ökonom dazu, sogar einer der Vordenker und Leiter der Wirtschaftslehre in Deutschland? 
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Titel: "Mitverantwortung, eine vergessene Kategorie

Die Mitglieder einer Gesellschaft benötigen einen gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse, schreibt IW-Direktor Michael Hüther in der Süddeutschen Zeitung, vom Freitag, dem 20.07.2012.

Der Kapitalismus ist in Verruf geraten, mit ihm die Wirtschaftsordnung der sozialen Marktwirtschaft. Krisen, Funktionsstörungen und nicht eingelöste Leistungsversprechen sind für viele hinreichende Gründe, sich von ihr abzuwenden und nach Neuem zu suchen. Kritik und Zweifel beschränken sich diesmal nicht auf die üblichen Verdächtigen, sondern haben weite Kreise des Bürgertums erfasst.

Es lässt sich viel gegen diese Sichtweise anführen - wie der Hinweis auf eine zu lange überbordende Staatstätigkeit, auf falsche Regulierungen oder auf eine unverantwortliche Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed - und ebenso kann argumentiert werden, dass die geradezu messianischen Hoffnungen auf eine Finanztransaktionssteuer, welche die Kapitalismuskritiker eint, illusionär sind, weil sich die ökonomische Logik nicht aushebeln lässt. Doch mit Fakten und Argumenten kommt man in einer emotional getragenen Debatte nicht weit. Und es verkennt, dass die ökonomische Theorie ihren Anteil an den Problemen hat.
So didaktisch wertvoll und analytisch reizvoll unsere Standardmodelle (unter anderem der Neo-Klassik) auch sind, sie verstellen uns allzu leicht und auf verzerrende Weise den Blick auf die Realität: auf die historischen, kulturellen, regionalen, institutionellen und individuellen Bedingungen und Voraussetzungen für die Funktionsfähigkeit eines über Märkte - damit letztlich über dezentrale Entscheidungen unter Restriktionen - gesteuerten Systems. Uns ist dabei etwas verloren gegangen, was sowohl den Denkern der ökonomischen Klassik als auch den Ordoliberalen stets bewusst war: die Bedeutung der Mitverantwortung als Steuerungsressource offener Gesellschaften wie offener Märkte. Man muss sich nur auf die schottischen Moralphilosophen und Ökonomen Adam Smith, John Millar, David Hume und Adam Ferguson besinnen. David Hume hat mit seiner Formulierung eines 'common sense of interest' in seinem 'Treatise of Human Nature' (1739/40) wohl am trefflichsten auf den Punkt gebracht, worum es einer vom Individuum her gedachten und legitimierten Gesellschaften gehen muss: Ihre Mitglieder benötigen einen 'gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse'.

Diese gemeinsame und gegenseitige Interessenbekundung lebt von der Erfahrung, dass die Kooperation, das Einlassen auf Konventionen und die Akzeptanz von Verfahrensregeln den Einzelnen besser stellt und so in seinem ureigenen Interesse liegt. Gesellschaften beruhen auf der Bereitschaft zur Kooperation, sie geben Sicherheit und schaffen Raum für Entwicklung, sie stabilisieren Beziehungen und bündeln Kräfte. Da die dafür glaubwürdig begründende Erfahrung mit zunehmender Größe und Anonymität der Gesellschaft immer weniger wirkt, benötigen wir den Staat als Agenten der Rechtssetzung und Sanktionierung. Doch der Staat kann seine Aufgabe nicht einmal ansatzweise erfüllen, wenn nicht ein 'common sense of interest' wirksam ist, wenn die Mitglieder der Gesellschaft nicht auch zu Bürgern des Staates werden, wenn neben die Kooperationsforderung nicht auch die Tugend des Einzelnen tritt.

Die Befürchtung, moderne, komplexe und differenzierte Gesellschaften könnten mangels Gemeinsinn zerfallen, ist hoch aktuell. Für die USA ist jüngst spannenderweise sowohl aus neokonservativer Sicht wie aus kommunitaristischer Perspektive so argumentiert worden. Charles Murray thematisiert in 'Coming Apart. The State of White America 1960 - 2010' (2012) den Niedergang der weißen Mittelschicht im Sog eines seit den 1960er Jahren laufenden kulturellen Werteverfalls. Michael Sandel argumentiert in 'What Money Can"t Buy: The Moral Limits of Markets' (2012), dass funktionsfähige demokratische Gesellschaften eines gemeinsamen Erfahrungsraums für ihre Mitglieder bedürfen. Stattdessen beobachten wir, wie Plätze und Institutionen gemeinsamen Argumentierens, Handelns, Verständigens verloren gingen, wie der öffentliche Raum als Ort des Gemeinsinns schrumpft.

Modernen Großgesellschaften gelingt es offenkundiger immer weniger, den öffentlichen Raum durch 'einen gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse' zu bewirtschaften. Der Ruf nach Regeln schürt die Illusion, es sei alles und jedes zu regeln, so dass der einzelne aus seiner Verantwortung im Alltäglichen entlassen sei, wenn er sich nur daran halte.

Doch dies greift zu kurz. In der Wirtschaftsethik wurde das Konzept der Spielregeln durch das des Spielverständnisses ergänzt, um so deutlich zu machen, dass es unterhalb der Regelebene gleichwohl einen Raum für gesellschaftliche Verantwortungsübernahme gibt. Daran schließt sich die Frage an, wie dieser gefüllt werden kann. Denn solche Form der Verantwortung trifft den Einzelnen nicht als kodifizierte, sondern als bürgerliche Pflicht, die - so widersprüchlich das klingt - freiwillig ist und erst dadurch ihre Würde gewinnt.

Die Antwort liegt nicht in Staatsbürgerkunde, sondern in der Erkenntnis, dass das Erleben von fairen Kooperationsbedingungen am ehesten im gewünschten Sinne wirkt. Wenn die Regeln frei von Privilegien sind und neutral zur Anwendung kommen, wenn die Akteure erfahren, dass die Suche nach individuellem Vorteil unter Wettbewerbsbedingungen und bei unabdingbarer Haftung sich ertragreich vollzieht, und dies unter den Bedingungen der Chancengerechtigkeit, dann ist dies die beste Schule der Mitverantwortung. Staatliche Systeme jenseits des Wettbewerbs, die dazu einladen, möglichst dauerhafte Rentenpositionen zu erringen, bewirken hingegen das Gegenteil. Es bedarf verlässlicher Institutionen, Regeln und Verfahren, um dem Einzelnen im Alltag das Vertrauen in die eigenen Kräfte wirksam zu ermöglichen, das erst die Selbstsorge und die Mitverantwortung trägt. Wir müssen deshalb auf die Glaubwürdigkeit der Institutionen achten, und wir müssen Regeln und Verfahren im Zeitraum ihrer Geltung ernst nehmen."
Ende Michael Hüther.
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Und? Haben Sie ein Wort über das Ambiente gelesen, in das Wir Menschen eingebettet sind? Nö. Ein Ökonom kreist zusammen mit seiner "Wissenschaft" nur in der menschlichen Haut und den menschlichen Gesellschaften herum, dem Markt den diese bilden, schon einen Zentimeter ausserhalb sind weitgehend unbekannte Externalitäten. Die im Titel genannte "Mitverantwortung" gilt dabei auch nur den Nächsten und auch nur innerhalb der Haut der MenschHeit, die Umwelt ist bestenfalls eine "Ressource". Und der Markt kennt keine Gefühle und kein Einzelnes Wesen, er(!?) handelt Mathematisch, und dass auch der Mathematik die sichere Grundlage fehlt, habe *ich bereits beschrieben.

Also auch *ich vermute, dass eine Wirtschaftslehre, die unsere Lebensgrundlage (UmWelt / Biosphäre) wie eine lässliche Nebensächlichkeit behandelt, stete Krisen und Katastrophen herausfordert und verursacht, so teilweise erfolgreich sie für einige RaumZeit und ein paar Menschen auch ist, für das Ganze ist sie schädlich und auf Dauer wahrscheinlich sogar zerstörerisch?

Aber die Ökonomen und die, die sie schützen und bewahren wollen, erfahren stets wachsende Kritik und werden angerempelt, um endlich auch mal das {innerhalb der Haut (Gefühle?) und das} Drummherum wahrzunehmen und die Armut und die Verwüstungen, die bei dieser Betriebsblindheit entstehen.
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Eine Kritik kommt auch aus der Occupy-Bewegung, was sagt einer deren bekanntesten Menschen, Kalle Lasn, zur Ökonomie?

Die Süddeutsche Zeitung hat interessanterweise das Gespräch, aus dem *ich nun kurz zitiere, über den Artikel von Michael Hüther auf die selbe Seite gestellt, war also ein leichtes für *mich die beiden Herren zusammen zu führen.
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Auszug aus einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, veröffentlicht am Freitag, den 20.07.2012, auf Seite 21.
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"SZ: Wird Occupy irgendwann ein Programm haben?
Kalle Lasn: Im Moment geht es erst einmal darum, einfach die Party zu stören. An der Harvard-Universität haben Studenten Vorlesungen unterbrochen, weil sie nicht mehr akzeptieren wollen, dass ihnen die alte Ökonomie beigebracht wird.

SZ: Was ist eigentlich falsch an der Standard-Wirtschaftswissenschaft, die sie "neoklassisch" nennen? Sie hat sich doch seit langen bewährt.

Kalle Lasn: Wie können Sie das fragen? In einer Welt mit Klimawandel und immer grösserer Ungleichheit, wo die einen hungern, während die anderen Mercedes fahren.

SZ: Die Ökonomen haben diese Probleme doch nicht verursacht, sie analysieren sie. Man kann doch auch Geologen nicht dafür verantwortlich machen, dass es Erdbeben gibt.

Kalle LasnDie Ökonomen predigen seit über 100 Jahren ein falsches Menschenbild, das der Physik entlehnt ist. Und das hat viele der Probleme verursacht. Vielleicht bedeutet "Occupy Wall Street" das Ende der neoklassischen Ökonomie."

Ende Auszug Gespräch
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Ein bisschen mager in der Argumentation, wie *ich finde, aber gut, was weiss *ich schon von den Bedingungen des Gesprächs?
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Und was sagt, noch immer aus der selben Süddeutschen Zeitung, vom 20.07.2011, am Ende des Wirtschaftsteils, ein ehemaliger Börsenhändler zur Handlungsweise von Menschen, die als Händler unterwegs sind, als Händler in Banken und Börsen arbeiten?
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John Coates (hat noch keinen Wiki-Eintrag)
Aber hier können Sie ihn sehen und hören:
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"SZ: Sie forschen über das andere: Über das Verhalten von Börsenhändlern, die immer wieder riesige Verluste verursachen.

John Coates: Ich habe damals als Börsenhändler selbst erlebt, was zur Jahrtausendwende in der Dotcom-Blase passierte. Da war die ganze Gesellschaft vom Spekulieren mit Technologieaktien infiziert wie letztmals in den 1920er Jahren. Und die Akteure verhielten sich ganz anders als im ökonomischen Standard-Modell, wonach wir stets rational und vernünftig sind. Als ich hohe Handelsgewinne machte, fühlte ich anders. Ich bewegte mich anders. Ich war ein anderer Mensch.

SZ: Wieviel gewannen Sie?

John Coates: Am Anfang Hunderttausende, später mehrere zehn Millionen. Und dann handeln sie eben nicht mehr wie das rationale Wesen der ökonomischen Theorie. Dieses Modell klammert die ganze Biologie aus. Die Aufregung, die Adrenalinschübe. Wenn sie viel gewonnen haben, fühlen sie sich wie ein "Meister des Universums" aus Tom Wolfes "Fegefeuer der Eitelkeiten". Sie fühlen sich unfehlbar. Und so handeln Sie auch. Die sind wie auf Drogen. Diese Beobachtung hat mich nicht mehr losgelassen.

SZ: Haben Sie deshalb 2002 nach 15 Jahren die Börse verlassen?

John Coates: Ich wollte dieses Verhalten erforschen. Ich wollte einfach wissen, was da passiert. Es gab keine Wissenschaft darüber, wie die Händler mit Risiken umgehen. Dabei arbeiten sie doch auf einer so sensiblen Position des Finanzsystems, Ihr Verhalten hat potentiell dramatische Konsequenzen.

SZ: Was fanden Sie heraus?

John Coates: Die Biologie des menschlichen Körpers reagiert über. Es ist wie bei Haien: Wenn die Chancen zu gross sind, wenn zu viel Beute im Wasser ist, werden sie verrückt. wir beobachten einen Effekt aus dem Tierreich: Wenn ein Tier einen Kampf mit einem Rivalen gewinnt, steigt sein Testosteron-Spiegel, beim Verlierer sinkt er. jeder Sieg erhöht also die Wahrscheinlichkeit, beim nächsten mal zu siegen. Das ist wie Selbst-Doping.

SZ: Und was ist daran schlimm?

John Coates: Nach zu vielen Siegen steigt das Testosteron zu hoch. Die Tiere vertrauen sich zu sehr, sie verlassen die Deckung, nehmen sich ein zu grosses Gebiet vor, Sie verlieren alles, oft sterben sie.

SZ: Was hat das mit Börsenhändlern zu tun?

John Coates: Da messen wir bei Probanden an der Londoner Börse diesselbe Steigerung des Testosterons. Wenn sie zu viel gewonnen haben, riskieren sie viel zu viel, verführt auch durch die hohen Boni. Und dann verlieren sie alles. Sie verlieren viel mehr, als sie vorher gewannen. Viele Fälle, bei denen es riesige Börsenverluste gegeben hat, folgen genau diesem Schema.

SZ: Für den Börsenhändler erweisen sich seine Hormone als Falle?

John Coates: Nicht unbedingt, und das ist ein Unterschied zur freien Wildbahn: Dort stirbt das Testosteron-Tier meist. Ein Börsenhändler dagegen ist durch seine Boni reich geworden. Und wenn Gras über seine Verluste gewachsen ist, findet er meist einen neuen Job.
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SZ: Nach der Finanzkrise wollten die Geldhäuser doch alles besser machen?

John Coates: Nach meinem Eindruck ist da nicht viel passiert. Die ganzen Risikomodelle basieren darauf, dass die Händler ständig so rational agieren, wie es die ökonomische Theorie vorgibt. Aber das ist eben ein Irrtum. Es gibt eine lange philosophische Tradition aus der Antike, die eine Trennung von Körper und Geist postuliert, die aber nicht der Realität entspricht.
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SZ: Und freiwillig auf die Gewinne verzichten, die die Alphatiere schaffen?

John Coates: Tja, unwahrscheinlich (lacht). Es gibt ja sogar die Theorie, dass es gut ist, wenn sich Männer an der Börse austoben. weil sie so ihre Testosteron-Schübe ausleben, statt sie in Gewalt gegen andere Menschen umzusetzen. John Maynard Keynes sagte: "It's better to terrorize your checkbook than your neighbor".

SZ: Keynes wusste nicht, wie schlimm die Finanzkrise 2008 ausfallen würde. Agieren weibliche Börsenhändler genauso wie die Männer?

John Coates: Nein, Frauen haben nur ein Zehntel so viel Testosteron wie Männer."

Ende Auszug Gespräch
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Ich wüsste eine ganze Menge an Alternativen, wie Alle Männer dieser Welt ihre "Testosteron-Schübe" auf friedliche und fröhliche Weise vollkommen und bis zum Umfallen ausleben können, so oft JederMann möchte oder es auch braucht, ohne dass dabei ganze Wirtschaften oder Menschengruppen in den Ruin getrieben werden, nur weil ein paar Männern dieses "Ausleben" Spass macht und 'was bringt und der Rest muss zusehen, zahlen oder leiden.
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Wenn es zum Sieg reizt oder gar zum Höhenflug führt, nimmt das (Säuge-) Tier Mensch gerne in Kauf auch als solches bezeichnet, wahrgenommen und verglichen zu werden, zumindest als AlphaTier, als Silberrücken, als Bär oder Hai; ansonsten sind wir nicht verwandt, wir sind geistige Wesen, wir handeln ohne unsere BioChemie, die Uns, jetzt schauen Sie bitte kurz wegg, aber manchmal auch zum reissenden Löwen, etwas kleiner, auch zum reissenden Wolf macht, und das auch die Kinder tötet, die der Vorgänger als AlphaTier gezeugt hat.

Aber so sind Wir ja nicht, oder doch?; was meinen Sie?, oder was meinte Herr Améry dazu, oder ganz aktuell auch Herr Breivik?
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Um Sie gleich wieder zu beruhigen, zum Abschluss noch ein paar Erwägungen zweier kluger Menschen.
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Aufgezeichnet aus derselben arte-Doku, mit dem Titel "Endstation Fortschritt?", aus der auch die Aussagen von David Suzuki stammen. Der Text ist mir persönlich zu apokalyptisch gefärbt, schon der Anfang gibt diesen Ton vor, trotzdem enthält er, wie ich finde, wichtige Gedanken und einen guten Ausklang.
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Robert Wright: "Das Beängstigende heutzutage ist, dass es erstmals nur ein System (Weltweit) gibt. Wenn das zusammenbricht, dann wird es nicht so sein wie in früheren Zeiten, als parallel zum Niedergang einer Zivilisation, bis die sich erholt hatte, andere weiter für Fortschritt gesorgt haben. Eine solche Gewährleistung von Fortschritt ist heute nicht mehr gegeben, denn in Zeiten der Globalisierung gibt es nur noch diesen einen Versuch. Das ist der unvermeidliche Schlusspunkt der Entwicklung seit der Steinzeit, mit Etappen, wie dem Römischen Reich. Doch nun sitzen immer mehr Menschen im selben Boot und entweder wir lösen die Probleme gemeinsam, oder wir müssen gemeinsam die katastrophalen Folgen tragen. 
Wir sehen nun so eine Art riesiges soziales Gehirn, ein planetarisches Gehirn. Physikalisch in der Form des Internet, ähnelt es sehr einem Nervensystem. Es gab immer viele kleine soziale Gehirne rund um den Planeten, die sind nun etwas zusammen gewachsen, haben Verbindungen hergestellt und Heute ist es ein (fast) vereintes soziales Gehirn.
Zwar zeichnet sich historisch eine Erweiterung des moralischen Horizonts ab, ein Streben nach mehr Humanität, aber die Gefahr eines Rückfalls bleibt. Das wäre katastrophal. Aus purem Eigeninteresse müssen Wir weitere moralische Fortschritte machen und immer mehr Menschen dazu bringen, auch die anderen Menschen als Menschen zu sehen. Sonst wird es für Viele böse enden.
Wenn Wir nicht so etwas wie die moralische Perspektive Gottes entwickeln, dann scheitern wir auch als gottgleiche Schöpfer. {Ja, das Gott! Das Gott, das ALLES und JEDES ist, sowohl das grauenvolle Böse, siehe ganz oben in diesem Beitrag, unter Auschwitz und auch ein aussergewöhnliches wundervolles Gönnes von Glück und Geselligkeit, von Wohllachen bis Hohn, Gott.} Denn die schöpferischen Lösungen setzen voraus, dass Wir die Dinge auch aus dem Blickwinkel Anderer sehen und darauf achten deren Lebensbedingungen nicht allzu sehr zu verschlechtern, sonst wird uns das verfolgen.
Zur Hälfte haben Wir Gott zu sein nun in der Hand. Die Frage ist, ob Wir auch die andere Hälfte meistern, die Moralische?
Die schlechte {dieser Mensch ist leider so pessimistisch-apokalyptisch, aber trifft trotzdem in vielem genau auf den Punkt?} Nachricht ist, dass uns die Erleuchtung nicht in den Schoss gelegt wird, schon aufgrund der menschlichen Natur. In uns sind die animalischen Instinkte, ausgelegt für eine ganz andere Umgebung, und im Umgang mit auftretenden Problemen. Deshalb führen zur Erleuchtung nur eine gute Bildung, viel Nachdenken und Selbst-Disziplin, das kommt nicht von allein."
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In fast dieselben Worte, allerdings etwas nüchterner, fasst ein dritter Gesprächspartner der arte-Doku seine Schluss-Betrachtungen und damit auch das letzte Zitat dieses Beitrags.
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Das Foto ist aus ebenjener arte-Doku
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Ronald Wright"Ich glaube unser Widersacher ist die menschliche Natur. Wir müssen uns selbst umbilden, zu Etwas anderem, als dem animalischen Kern tief in Uns {Tief in Uns? Klingt so nach: Weit wegg!, oder verborgen. Aber genau das ist ja nun überhaupt nicht der Fall. Die Leses dieser Blogs wissen spätestens seit dem Beitrag: "Die Grösse des Bewusstseins" in der SprechLichtung, dass Wir von unseren animalischen Instinkten und vom Un-Bewussten (also den gruppen-familien-persönlichen Erfahrungen) gesteuert werden, bis in kleinste Details. Da ist also nichts irgendwo tief verborgen oder vergraben, sondern es ist in allem unserem Agieren und Reagieren offensichtlich und bestimmend. Aber Ronald Wright weiss das auch, deshalb: Wir}, müssen den Jäger der Eiszeit überwinden, der sich unter der dünnen Schicht von Zivilisation verbirgt.
Nun, Wir könnten an den Umweltproblemen zugrunde gehen? Wenn es dazu kommt, sagt uns damit die Natur: das Experiment Zivilisation ist eine gescheiterte Illusion. Affen intelligenter zu machen, ist eine Sackgasse. Es ist somit an Uns der Natur zu beweisen, dass Wir doch imstande sind, unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und so klug zu handeln, dass das Experiment Zivilisation weitergeht."
Ende Zitate.
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Ihnen ist klar, das meine Worte völlig anders gewählt wären, aber die ZielRichtung bleibt. Auch ich bin für eine veränderte Bewertung und auch Setzung des DaSeins als Mensch: Wir brauchen weniger von unseren tierischen Voraussetzungen und des tierischen Verhaltens, also unter anderem des belohnten Strebens nach Macht über Andere und damit der Unterdrückung der MitLebeWesen.

Wir müssen ('müssen', kommt etymologisch von 'muezzen' = "eine Chance wahrnehmen"!) die Dämpfung unserer Wahrnehmung auflösen, sowohl für die Mit-Menschen als auch allgemein für die Mit-Welt in der Umwelt.

Mehr Einsatz für unser Gespür, für die AusBildung der Wahrnehmung UND für die EinBildung der Gefühle, die Wir Abseits der Triebe (der Instinkte) auch sind. Und damit für all die bewussten Fähigkeiten in Uns, die Förderung des »Gefühls der Logik«, also der Folgerichtigkeit von Handlungen in einer bekannten Umwelt, der Bewusst-Heit von der Verletzlichkeit und Vergänglichkeit ALLEN DaSeins und der Freude, die es Allen bereitet, einander dabei, bei diesem kurzen, befristeten DaSein, zu achten und zu schützen und dabei wechselseitig Freude zu bereiten, auch indem Wir aufeinander Achten und füreinander Aufmerksam sind, statt nur allein für das Selbst, das Jedes ist. Der erste Schritt dazu, ist, anzuerkennen, das GENUG für ALLE vorhanden ist, das es keine knappen Ressourcen gibt, ausser Einzelne von Uns oder Wir Alle verknappen sie.
Künstlich! Und die Leses dieser Blogs wissen, was in diesem Begriff steckt, und zwar als fast einzige Eigenschaft in dem Adjektiv: menschlich. Künstlich = Menschlich, Menschen-gemacht, wenn ich also das Wort "künstlich" irgendwo lese, überprüfe ich stets, ob meine Füllung für dieses Wörtchen stimmt. Und ich lag noch nie daneben. Inzwischen geh ich soweit zu vermuten, das der Begriff für die Handlungen des Menschen bald alle in dem kleinen Wort "Kunst" landen oder schon gelandet sind. Das, weil das Thema dieses Beitrags von der Tarnung der Wirklichkeit handelt, somit ist das Wörtchen "Kunst" eine Tarnung der Es (das Kunst) Verursachenden, des so handelnden Lebewesens: Mensch.

Kunst = Mensch. Da frage ich nur: Von Was gemacht? Und da Kunst meist noch einen guten Geschmack bei Den diese Kunst wahrnehmenden und vor allem kaufenden erregt, sowohl in deren Worten (Kritik), als auch der aktuellen Zahlungsbereitschaft, lautet eine weitere Frage: Ist Kunst auch schlecht? Sie wissen jetzt, Was in dieser Frage eigentlich drinnsteckt. Antwort: Ja.

Aber zurück zu dem DaSein, um das Mensch herum und dem was da künstlich verknappt wird, warum auch immer?

Alleine die Sonne versorgt diesen Planeten TÄGLICH mit mehr Energie, als Wir je im Jahr verbrauchen können, und nun kommt die Wirklichkeits-Erkenntnis: Was machen Wir aus dieser Energie? Ein knappes Gut. Das Jedes teuer zu bezahlen hat, obwohl die Sonne freiwillig und für ALLE scheint. Sie dürfen gerne Lachen und Weinen, es ist genau das, was mir zu dieser Realität und Unserem Umgang damit oft genug nur noch bleibt.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.