VorWorte

Wissen schafft auch Leid[en]. Das nur zur Komplettierung und als Hintergrund für das Fragezeichen.

Dieses Blog ist eine persönliche Frage- und Antwort-Reise, mit dem Ziel das Wirklichkeit in {und aus} das ein-zu-bringen, was auch daIst: *ich.

Wissen schafft Freude? Wie? Indem das aktuelle Wissen angewendet wird, statt auf das Gestern und dessen "Wissen" zu setzen.

Viel Freude beim lesen.

Sonntag, 16. Februar 2025

Von Wahr- und Lügnehmung

Zumutungen sind selten angenehm. Diese vielleicht schon?

Poesie

Titel: Ist das Philosophie ein Entität?

Falls ja, ein Frage:

Wahrheit? Ist das Frage an das Philosophie. Und dessen Antwort ist: Alles. Kurz und bündig.

Ich war bass erstaunt, das konnte nicht stimmen, aber das Philosophie wiederholte: Wahrheit ist Alles und fügte hinzu, Lügen und Phantasie und Falschheiten sind Kategorien des Wahrheit. Ich sollte also alles, was so gesagt und geschrieben wird und wurde, für wahr halten, mehr noch, für wahr erachten! Nein, das konnte nicht sein, das darf es nicht. Was ist dann mit den wenigen Aussagen und Geschriebenem, das wahr ist, das dem Wirklichkeit stand hält und vollumfänglich entspricht? Das Philosophie spach, auch das ist ein Kategorie des Wahrheit.

Ich putzte das Nase und schniefte noch etwas hoch und meinte, dann ist Wahrheit auch nur ein Synonym für Wirklichkeit. Ja, rief das Philosophie beglückt! Auch alles an Falschheiten, ebensolchen Phantasien und Einbildungen und so weiter ist wahr, weil es geschieht und geschehen ist. Wahrlich, es ist eine Lüge. Differenz ist erst in Wirklichkeit und Wahrheit möglich.

Ich murmelte verlegen, dass das Philosophie vielleicht das: was war, mit was wahr ist, in 1 setzt, oder gar verwechselt. Alles ist Vergangenheit zischte das Philosophie leise, auf mein gemurmel. Ja gut, seufzte ich, unzufrieden mit dem in-1 setzen von dem, was richtig ist, was genau so geschehen ist, was 100% stimmt, mit jedem noch so realitäts-fernen Phantasie, oder bodenlosen Lügen. Wenn das Frage lautet, ist das ein Lüge und das Antwort lautet, ja, was ist das Inhalt des Antwort? Dass es ein Lüge ist, aber das macht das Gelogene doch nicht zu einem Wahrheit, stöhne ich. Ist es wahr, dass es ein Lüge ist?

Ich antwortete, ist es ein Lüge, dass es wahr ist? Denn, wenn das so ist, kann ich auch das Lügen, mit dem Wirklichkeit gleich setzen. Verlogenheit als Synonym für Wirklichkeit. Das Philosophie zuckte. Ich zuckte zurück, wartete auf ein Reaktion oder Antwort. Es dauerte ziemlich, bis das Philosophie sich verbesserte und zugab, dass Wahrheit und Lüge nicht ganz mit das Wirklichkeit gleich zu setzen sind, und dass auch was wahr[genommen] ist und was falsch ist, nicht in-1 zu setzen sind.

Ich war froh, dass das Philosophie in mir Lern- und Veränderungs-bereit ist und bleibt. Wirklichkeit ist Alles, was Ist. Klar, sind darin auch jede Lüge enthalten, jede noch so blühende Phantasie, aber die sind nie mit Wahrheit gleich zu setzen. Und auch keine blosse Unter-Kategorie davon. So viel Differenz-Fertigkeit sollte schon dasein. Wahr ist jedoch, dass jede gedachte und geäusserte und getane Lüge wirklich geschehen ist, und also auf das Frage, ist es wahr[genommen], dass dieses Lüge gedacht, geäussert, geschehen ist, mit ja beantwortet wird.

Titel-Frage-Antwort: Nein.

Poesie Ende

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Still aus Denis Villeneuves Film "Arrival"
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Nach-Arbeit und Sprach-Klärung:

Wobei nicht geklärt ist, ob das Wirklichkeit verlogen ist. Ein Lüge ist. Denn klar ist auch, dass jedes Lüge geschieht, oder geschehen ist.

Zum Sprache: Ich lüge, also bin ich. Ich wahr, also bin ich, klingt nicht nur komisch, ist es auch. Das Lüge braucht keine teuren Umwege um zu sein, das Wahrheit braucht es: ich sage das Wahrheit, ich erzähle das Wahrheit. Das Lüge braucht in Deutsch keine Ansage mit dem Hoheit des Nomen. Ist es wahr? Ist es Lüge?

Anders bei dem Frage. Das Wahrheit braucht kein ein: ist es ein Lüge. Und es genügt das Adjektiv. Das Lügen muss gross geschrieben werden. Dem Deutschen ist das Lügen nicht fremd, das Wahrheit schon. Ich lüge, ist kurz und meist auch passend, ich wahr, ist fremd, weil meist wohl ein Lüge.

Sprache ist ja kein Fremdheit im daSein, es ist Eigenheit, weil darin entstanden, in dem, was daIst. Und nicht eingefüllt von Fremd. Oder doch? Könnte uns das Sprechen von fremden, von nicht-erdmondlichen Wesen gebracht worden sein?

Wir wissen es nicht, also bleibt es bei einem Eigenheit. Und somit fällt uns das Lügen leichter ein und heraus, als das wahr, ich wahr, du lügst, du wahr, ich lüge. Klingt nicht bloss fremd, ist es auch. Kann es somit sein, dass dem Deutschen das Wirklichkeit ein Lüge ist?

Vielleicht ist ES dem Chinesischen ein Wahrheit, ich kann nicht Chinesisch. Aber ich vermute, auch dem Hebräischen ist das Wirklichkeit ein kaum wahr zu nehmendes GanzES. So, wie wohl Allen Sprechenden. Menschen und anderen erdmondlichen LebeWesen.

Wahrnehmung ist kaum wahr zu nehmen. Von Ernst zu nehmen Kilometer entfernt. Lügnehmung wäre wahr-scheinlich richtig, aber wie eben erkannt, fällt das Lügen auch in diesem Fall leichter ein und heraus. Ich nehme wahr. Ich nehme lüge. Das Mensch nimmt das zweite lieber, ohne es wahr zu nehmen.

So wie Menschen auch das Leiden lieber nehmen, als das Freude. Gewalt ins ich und ums ich herum, muss einfach sein. Noch? Das Freude nimmt wahr, das Leid lügt lieber. So ist das in und für Menschen geregelt.

Geprägt, sagt das Biologie, Natur hat das veranlasst. Wir daSein hatten nie ein Wahl. Kein-Es ist gefragt worden: Leiden oder Freude? Das DaSein ist eine leicht fallende Veranstaltung. Leiden fällt leicht. Freude fällt nicht. Freude ist Aufrichtig. Leid nicht. Freude ist Wahrhaftig. Leid nicht. 

Intransparenz ist natürlich, so wie Wir. Oder nicht? Freude ist. Leid ist. Das Physik fragt, warum es fast nur Materie gibt und kein - was sehr wenig ist - Anti? Und vermutet, dass das Anti nach oder beim "Urknall" vernichtet wurde, um dieses Universum zu erschaffen.

Urknall? Das Mensch liebt diesen Begriff, weil Gewalt[ig]. Statt Ursache oder Anfangs-Ereignis, was dem Wahrheit wesentlich näher ist (aber langweilig), da das Anfang keinen Laut ergeben hat, nicht mal ein zischen, denn, Was oder w-Es hätte es hören oder auch spüren (sehen, riechen, schmecken, ertasten) können, was da entsteht.

Welches Frau erspürt, wenn das Samen in das Eizelle eindringt? Hat das SEIN das DaSein erspürt? Wie erspürt das UnEndlichkeit Endlichkeit? Aber zurück zum Anfangs-Frage. Ist das Wirklichkeit eine Lüge und damit das Materie reines Leid, nur zum Sterben verdammt?

Ist somit das sogenannte Anti, das verdrängte und bis eben Jetzt verhinderte Freude im daSein? Das Antwort könnte wahrscheinlich (!?) nur von Ausserhalb des Universums / DaSein gegeben werden, aus dem Draufsicht: ist das DA ein Lüge? Immerhin ist ES da. Aber als was?

Nach- und Sprach-Arbeit Ende.

Donnerstag, 13. Februar 2025

Philosophie als RaumZeit-Diagnose ...

... und fast schon Prophetie.

Zum Thema Weisheit vorwegg noch folgendes:

Weisheit ist vielleicht dadurch kenntlich, das, was War und jetzt Ist, nicht nur anzuerkennen (blosses Wissen), sondern auch zu begreiffen - also intensiv zu erspüren (Aussen) und zu erfühlen (Innen) -, und damit auch das Morgen passend zu erahnen, voraus zu “sehen”; und dementsprechend zu handeln, oder auch nicht.

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Zum Titel-Thema hier ein paar Auszüge aus einem Wiener Stadtgespräch vom 08.06.2008, mit Peter Sloterdijk und Peter Huemer, zum Thema: “Die Gründe der Globalisierung”, nach der Veröffentlichung seines Buchs: Der Weltinnenraum des Kapitals.

Hier der Link zu dem Arbeiterkammer-Gespräch in Wien, auf Youtube:

https://youtu.be/YLcdS6d-CkE?si=GAhQvwsoS-XF3CxE

Peter Sloterdijk spricht darin auch von einem “Weisheits-Wettbewerb”, als Hoffnung für das Welt-Klima und das Welt-Ökonomie, auf die Zunahme grosser “Spieler” (China und Indien) im globalen Wettbewerb.

Der Menschenfreund (davon gibt es entsetzlich wenige) Peter Sloterdijk, zum Publikum, vor dem Zitieren eines Gedichts von Reiner Maria Rilke: “Wie Sie zweifellos Alle wissen (ohne Ironie)”.

Und als ebenso Menschen-Freundliche Selbst-Erkenntnis: “Ich sehe soviel, wie Alle sehen.” Und auf den Zwischenruf, dass Er wohl etwas mehr sehe: “Wir Alle sind Wanderer, die in einem dichten Nebel, mit einem Stock sich voran tasten. Die Menschen unterscheiden sich in einer solchen Situation nur durch die Länge des Stocks. Der Philosoph arbeitet sozusagen mit ausziehbaren Stöcken, mit denen man dann schon ein Loch in die Undurchsichtigkeit bohren kann."

Peter Sloterdijk zum Welt-Zustand (ist zwar von 2008, gilt aber bis Jetzt): “Die Welt ist in einem Verdichtungs-Vorgang. Man spricht meist von einer Beschleunigung, aber die Wahrheit ist nicht Beschleunigung, sondern Verdichtung (Erde ist endlich, wir vermehren darin fast un-endlich). Durch Beschleunigung werden Dichte-Effekte noch dramatischer dargestellt. In einer sich verdichtenden Welt, ist ein Zivilisierungsschub unvermeidlich, sofern die Menschen nicht verwildern oder regredieren.

Und das würden sie nur tun, wenn Demoralisierung (s.u.) im grossen Ausmass stattfindet. Aber solange die Menschen in Form bleiben, regredieren sie nicht und setzen sich dem Zivilisierungs-Druck aus, der aus der Zukunft auf sie einwirkt. Und sie werden tatsächlich kooperativer, und entdecken, die zivilisatorische Kraft der gegenseitigen Behinderung. Man bemerkt, dass es gut ist, wenn mich der Andere dabei stört, die erstbeste unternehmerische Wahnsinnstat auszuführen.

Die Unternehmerei muss auch entzaubert werden. Das ist ein wichtiger Schritt im Zivilisierungs-Prozess. Es kommt darauf an, nicht irgendetwas gewinnbringendes zu tun, sondern etwas vernüftiges und zukunftsfähiges zu tun (Markus Gabriel entwickelt dahin gehend, einen “Ethischen Kapitalismus”). [...] Die Gefahr ist der Rückfall in die Geschichte, also der Rückfall in die Tragödie.

So etwas passiert, wenn Demoralisierung Platz greift; und Demoralisierung ist nichts anderes als ein Wort für einen Zustand, an dem Menschen nicht mehr an das Lernen glauben, also an den fortgehenden Zivilisierungs-Prozess. Aber solange dieses Pathos der Zivilisierung aufrecht erhalten werden kann, und Menschen stolz darauf sind, in Form zu sein und sich nicht gehen lassen, ist dieser autodidaktische Druck als Lehre oder als Schule ausreichend.”

Menschliche Politik (miss-?)braucht Bildung fast nur als Anpassungs-Leistung an eine gegebene Ideologie und Macht-Konstellation. Gefördert wird, was dem Hierarchie dient, als Kontrolle und Lenkung, zum Erhalt von Fremd-Steuerung von "oben", für Waffen-Technik nach Innen und Aussen, zum Ab-Grenzen gegen ein "Aussen" (Geschichts-Unterricht ist fast zu 100% Innen-Sicht, Lob gibt es fast bloss für die "eigenen Helden", egal auf welchem Gebiet) und Kultur als fast blosses Unte[n/r]haltung.

Selbst-Entscheidungs-Fertigkeit, also bestes, aktuellstes und umfangreichstes Wissen für ALLE Menschen, wird nirgends gefördert, somit auch nie angeboten. Dadurch werden sowohl wirkliches Freiheit und Selbst- sowie UmWelt-Verantwortung verhindert. Lebens-Angst, Armut von min. 25% jedes Gesellschaft, blosse Dienstbarkeit und Zuarbeit für ein kleines Prozent von Macht und Reichtum von weit über 50% des jeweiligen Gesellschaft werden dauerhaft erzwungen. Das ist wa[h]re Menschlichkeit.

Peter Sloterdijk als Antwort auf den Wunsch einer Welt-Regierung / -Gemeinschaft: “Der Gott der Artenvielfalt, hat etwas gegen die Uniformisierung.” 

Dieses "Gott", gäbe es das, wäre garantiert nicht gegen das Vielfalt von Menschen, dessen Kulturen, Wünschen, Farben und Formen, geborgen in einem Gemeinschaft und Politik, das dieses Vielfalt anerkennt, damit friedlich umgeht, diese fördert und schützt. Es ist das natürliche Herden-Trieb, in ängster Verbindung mit dem Trägheits-Trieb, das dieses längst angesagte Projekt eines Welt-Rats verhindert, mit aller Gewalt und Macht gegeneinander.

Peter Sloterdijk zur Demoralisierung: “Sensibilisierte Menschen, die unter Entzugs-Angst leiden, sind zum schlimmsten fähig. Die Enthemmung der Verwöhnten ist gefährlicher, als der Anspruch der Armen am Anteil des Reichtums.”

Moral ist DAS Thema einiger jüngerer Philosophen (insb. Hanno Sauer und Markus Gabriel), seit Jahren, gerade weil lernende, sensiblisierte Menschen (noch ohne Entzugs-Angst?) das Schwinden von Moral (m.a. Freundlichkeit, Mit-Empfinden, allgemeingültige Regeln) oder auch dessen dringende Notwendigkeit bemerken.

Peter Sloterdijk zu den USA: “Es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass die USA auf dem Weg in eine gut maskierte neo-rassistische Entwicklung sind.”

Ich denke, damit sind wir aktuell konfrontiert. Und zwar nicht bloss in den USA, sondern überall rund um den Planeten, wo ein-Mann-Regierungen jede Vielfalt, Kritik und Transparenz verbieten oder verbieten wollen. Dort, wo Verantwortung, Wahrheit und Freiheit völlig entleert sind.