VorWorte

Wissen schafft auch Leid[en]. Das nur zur Komplettierung und als Hintergrund für das Fragezeichen.

Dieses Blog ist eine persönliche Frage- und Antwort-Reise, mit dem Ziel das Wirklichkeit in {und aus} das ein-zu-bringen, was auch daIst: *ich.

Wissen schafft Freude? Wie? Indem das aktuelle Wissen angewendet wird, statt auf das Gestern und dessen "Wissen" zu setzen.

Viel Freude beim lesen.

Freitag, 2. Mai 2025

Was ist, wenn das Frosch aus dem Topf hopft?

Am Anfang war nicht das Wort, sondern das Schrecken! Das Schrecken des Erkennens, dass da was Ist, was daIst. Und dieses Schrecken ist bis jetzt nicht ausgestanden. Das ist kein Wunder, denn das DaSein ist ja noch jung. Was sind schon die paar Milliarden Jahre, bei dem "Laufzeit", das das Physik und Astronomie dem DaSein prognostizieren.

Billionen von Jahren. Weit über 100 Billionen. Das DaSein, in dem wir enthalten sind, strampelt noch und kräht, weiss noch nichts, von sich, muss noch gewickelt und gestillt werden, macht noch in die Windeln und findet das, was da so ist, eher unangenehm. Es lächelt zwar viel, aber das tut es eher aus Zwang, nicht, weil ES irgendwas, was da so Ist, spassig findet. Oder?

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Poesie

Titel: Von dem Vervielfachung der Anführungs-Striche

Eins ist bei Folgendem vorausgesetzt: Fast alle Menschen können mit Kritik in der nur sehr wenig Selbst-Lob enthalten ist, wenig bis gar nichts anfangen. Das ist eine der "Brillen" - das Kritik-Verhinderungs-Brille -, das wir von Natur aufgesetzt bekommen haben, aber wohl besser bald absetzen sollten. "Oder"? Denn in diesem Brille steckt ein un-gehöriges Stück überflüssigem Selbst-Schutz drinn.

Vielleicht wird auch immer mehr Menschen bewusst, wie viel Doppeldeutigkeit in Worten steckt, wie viele Widersprüche in manchem Wort enthalten ist und welch enorme Vielfalt und Vielheit! Allein das Wort "Mensch" enthält ja nun schon alles, was an Mensch daIst und daSein kann, und wie wir wissen, ist das Mensch von ... bis ... ein fast unfassbares Vielfalt und sehr Viele! Und es wird vielleicht auch vielen - immer mehr? - Menschen bewusst, wie sehr wir gegeneinander belügen und betrügen und so tun als ob und das selbstverständlich auch in Worten und Sätzen?

Wenn also ein Händler: frische Fische anschreibt, diese aber von vorgestern sind, dann ist es kein Wunder, wenn "frische" plötzlich auch immer häufiger in Anführungszeichen steht. Wir selbst sind die, die immer mehr entschlüsselt werden, durch uns Selbst; und was dabei zum Vorschein tritt, ist meist wenig Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit und Vertrautheit.

Vielleicht also, sollten wir fast alle unsere Texte in "Anführungsstriche" setzen, um einander zu warnen, dass wir eigentlich nicht[s] wissen und fühlen, was wir sind, warum wir sind, wieso wir was tun und was wir besser tun könnten? Aber gut, wenn diese Beobachtung der Vervielfältigung von "..." stimmt, dann passiert das wohl von Selbst. "Ich fang schon mal an." "Servus."

Poesie Ende
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Darf ich beginnen?

Gerne, *mir fällt gerade sowieso kein Thema ein.

Die vergangenen Beiträge waren voll vom Gehirn. Und dass da drinn enorm was abgeht, ohne dass das das Ganze mit bekommt. Das Bewusstsein kann still sein, aber drumherum sind Billionen Kontakte am surren. Das Ganze weiss nicht, was da drinn rauscht und wabert. Das Meer ist riesig und tief, am Ufer bekommt ein Mensch meist bloss das plätschern von schaumigen Wellen mit, meist friedlich.

Gutes Bild. Enthält das ein Frage? Aber vorher noch ein Detail: auch von dem Tun im Körpes, ob in den Organen, oder den Knochen, Muskeln, Bändern, Sehnen, Faszien und so weiter, bekommt das Ganze fast nichts mit. Zumindest solange es funktioniert; und wenn nicht, oft auch erst, wenn es zu spät ist.

Richtig, darin ist das Gehirn den Organen gleich. Ist es so, dass wir nur deshalb vom Gehirn etwas geboten bekommen, weil es für die Interpretation der Aussen-Wahrnehmung zuständig ist, für die Orientierung in der Umwelt? Von Innen bekommen wir ja fast nur etwas mit, wenn es weh tut oder mangelt, aber im Aussen geht es ja nicht nur um Atem, Durst und Hunger, sondern auch um Soziales, Sex und Gefahren.

Gut beobachtet. Ja, *ich vermute, genau deswegen sind wir bewusst. Es geht um das Drummherum. Deswegen ist das Bewusst-daSein im Gehirn auch fast zu 100 Prozent in den Bereichen unterwegs, wo es um Aussen-Wahrnehmung und Kommunikation geht, also im Grosshirn. Das Steuerung des Körpes ist alles im Mittelhirn und im Stammhirn verortet, auch das Steuerung der Augen-Bewegungen findet nicht im Grosshirn statt. Und auch die Sinnes-Eindrücke von Aussen, landen ziemlich direkt in den unteren Bereichen des Gehirns, um dort emotional und historisch bewertet zu werden. Das Bewusst-daSein war und ist Stammes-Geschichtlich, eigentlich lediglich dafür zuständig innere Zwänge (Triebe) und Bedürfnisse (m.a. Kommunikation) zu erfüllen und vor Gefahren zu warnen.

Emotional meint die Bewertung nach, gut für mich, oder eben Finger wegg; und historisch meint, kenn ich, oder nicht, mach ich wieder oder lass ich bleiben?

In etwa, ja.

Was mir aufgefallen ist, ist, dass nach den Ergebnissen der Neurobiologie, der sogenannte "freie Wille" nicht oder nur sehr rudimentär existiert, wir also im Grunde "Sklaven" von Handlungs-Motiven sind, von denen wir bewusst nichts mitbekommen, sosehr wir auch das Selbst befragen. Und so sehr wir dabei bis fast zur Zeugung zurück gehen. Warum ich so handle, wie ich handle, bleibt bis auf kleine Details, immer ein Rätsel. Und doch ist da das "Gefühl" unabhängig von Vorgaben zu entscheiden. Hat das damit zu tun, dass Ereignisse und Handlungen zwar emotional bewertet werden, aber nicht kategorial, also sachlich ein- und zugeordnet werden, also ohne Sprache?

Ja, *ich denke, das ist das Grund; zumindest eines davon. Es gibt, soweit *ich das weiss, kein Bereich im Gehirn, das Ereignisse und Handlungen mit Worten indexiert, so dass nach Gründen, Wirkungen, Herkünften, Zusammenhängen, nach Wahrheit oder Falschheit und mehr beurteilt werden könnte. Emotionen bieten das alles nicht, sind aber leider bis Jetzt das einzige Bewertungs-Kriterium. Leider, weil die Emotionen sehr eng sind, sehr nach blossen Überlebens-Kriterien und Trieb-Befriedigung ausgerichtet, und darin dem Angst und dem unpersönlichen Vergangenheit fast gänzlich untergeordnet sind. Da bleibt fast überhaupt kein RaumZeit für nüchternes, sachliches, wahrhaftiges und für mehr als nur das persönliche daSein nötige entscheiden. Wirkliches zukunfts-fähiges Denken und Entscheiden, also Verantwortung ist so nicht möglich. Die Ergebnisse dessen, sind überall deutlich.

Anderes Thema, aber nicht weit entfernt; mir ist auch aufgefallen, dass die Neurobiologen vor den digitalen Medien und Geräten warnen. Ganz besonders in allen Bereichen der Bildung. Ich habe mir heute einen ziemlich aktuellen Vortrag von Manfred Spitzer angehört. Hier das Link:


Nach dem anschauen und zuhören, haben sich mir die Haare aufgestellt, Herr Spitzer erzählt darin sehr viele Studienergebnisse Menschenweit zum Thema Digital-Technik vom Babyalter an und dessen Folgen. Das ist klares Wissen. Wird es beachtet, gar umgesetzt in Familien, Politik und Ökonomie. Natürlich (!) Nicht. Warum nicht?

Na, weil es einfacher ist, es nicht zu tun und weil ein paar Unternehmen mit diesem einfachen nicht-umsetzen von Wissen und Gesundheit, sehr viel Profit machen. Jedes aufrichtiges kluges Neurobiolog-Es, wird Ihnen sagen, dass es kein Galilei, Newton, Einstein oder Feynman mehr geben wird, da weder Smartphones, noch Tablets und Computer, erst recht die künstlichen "Hirne" - die nur ein Illusion von "Mensch" erzeugen, als "(ver}Lern"-Werkzeuge -, ein solches Entwicklung fördern. Das menschliche Spür- (Wahrnehmung), Fühl-, Speicher-, Denk- und Handlungs-Vorbereitungs-Organ Gehirn, wird durch diese Techniken missbraucht, nicht gefördert. Diese Techniken dienen bloss einem Trieb, dem des Trägheit, des Faulheit und dieses Trieb dient nicht dem Fortschritt, sondern dem Gleichschritt, dem Sittsamkeit, dem Folgsamkeit.  Die Tendenz, dem wir uns gerade fast alle faul hingeben, ist das des Verdummung, ist das des Entlass[t]ung aus dem Leben. Das daSein fordert uns inzwischen so sehr, dass uns bloss noch das Flucht daraus bleibt. Durch Gewalt und dessen Grund-Zustand und Voraussetzung, Dummheit. Faulheit und Profit-Gier. Das waren schon immer die Gründe, warum das Menschheit bis heute emotional im Paläolithikum festhängt, trotz elaboriertestem Technik. Und nicht wir Alle in Frieden, wirklichem Freiheit, mit Verantwortung und bestem Gesundheit 160 Jahre leben. ALLE. Nein, Massen-Abhängigkeit, UnWissenheit, Gewalt ohne Ende und Selbst- und UmWelt-Zerstörung.

Wow, da geht Ihnen jede Nüchternheit flöten, da geht der Gaul mit ihnen durch, wie der Volksmund sagt! Ich vermute fast, dass Sie weniger um Umwelt, Klima, Mitlebewesen, also das Drumherum besorgt sind, sondern um uns? Sie sind um die Spezies Menschheit besorgt, deshalb auch die Befürchtung, dass künstliche "Menschen" und unsere Beziehung, unser Umgang damit, die grössere Gefahr sind, als Vermüllung, Artenschwund und das Aufheizen der Atmosphäre. Ist das so?

Bei dem Potential, dass das Natur uns quasi in das Wiege gelegt, geschenkt hat, könnten wir fast unendlich viel mehr erreichen, fast unendlich viel lernen und wirkliche und wahrhaftige Freiheit, Freude und Frieden erreichen und dabei sehr lange daSein. Wir könnten so viel Freiheit erweitern, schaffen, im gemeinsamen MitEinander, wie die Verhältnisse und Bedingungen des DaSein und unsere je körpeslichen Konditionen es zulassen. Und das ist sehr viel mehr, als wir bislang erahnen. Wir werden es, wenn wir weiter nur Trägheit, Angst und Trieb folgen, vollkommen verfehlen.

Nach den Vorträgen der Neurobiologen und mit dem aktuellen Wissen, um unseren aktuellen Zustand, im Kopf, kann ich ihnen da bloss recht geben. Das wird nix mehr mit einem freudvollen, gesunden und friedlichen Zustand für uns Alle. Fast im Gegenteil. Sie haben das Bild mit dem Frosch im Kochtopf ja schon mal irgendwo erwähnt, mir wird immer klarer, wie sehr das inzwischen auf uns zutrifft, und zwar nicht nur wegen der zunehmenden Erwärmung, sonderm auch wegen der Gewalt und Macht, die wir nicht in den Griff bekommen. Die Natur hat uns da ziemlich schlecht ausgestattet. Hat vergessen uns wirkliche Lust und Arbeit in Richtung Klugheit und Umsicht ein zu bauen. Oder zumindest ein Stopp-Signal, wenn es brenzlich wird. Ungebremst, ist ja das Wort, das Sie oft verwenden. Ja ungebremst machen wir weiter so. So wie seit Urzeiten. Und das geht nun mal nicht mehr.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Mir ist jetzt auch nach einer Pause. Ich brauch jetzt ein wenig Unterhaltung. Ich weiss, Sie mögen das eher nicht, aber ich brauch das jetzt.

Das ist Ihnen nicht nur zugestanden, sogar gegönnt. Also dann ...

... einen guten Abend.

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Montag, 28. April 2025

Das Kunst-Mensch erstarrt vor dem Klapperschlange

Auch heute gibt es ein prima Wissens-Detail mit einem überraschten Gelächter am Ende.

Aber erst mal neues vom Kunst-Menschen. The Economist titelte heute in fb folgendes:

"AI models are capable of pursuing goals at odds with those of their programmers. This troubles many. How can it be countered?"

https://econ.st/4jms257

Es sollte klar sein, dass "intelligente" Systeme, die lernen müssen und alle (!) Informationen (Wissen) von Menschen bekommen, auch unser soSein, unser Benehmen und Verhalten übernehmen. Und in unserem vollig natürlichen soSein ist wenig Wahrhaftigkeit und sind wenig Tatsachen enthalten, oder? 

Schon weil ja die aller meisten Menschen wenigst wissen und deshalb fast alles glauben müssen. Und dann fast nur "so tun als ob", weil Menschen kaum interpretieren können, was in ihnen vorgeht, geschweige denn, im jeweils anderen. Also ist dieses "so tun als ob" im direkten Kontakt fast zu 100% zu beobachten.

Wir machen uns, sogar in den intimsten Beziehungen, meist irgendwas vor, nicht absichtlich, nicht mal bewusst, einfach, weil wir kaum wissen, was wir sind, woraus wir sind, wie wir sind, was gut für uns ist und wohin wir / ich entwickeln wollen.

Da bleibt nur das angepasste so tun als ob, dem Anderen entweder schön tun, ab tun, gleich tun, oder gar nicht tun. Und all das, speisen wir selbstverständlich auch in diese Systeme ein, die dann genauso (miss-) handeln, weil diese Systeme ja auch nicht wissen, was sie sind u.s.w.u.s.f.

Und weil also diese von und mit uns voll gestopften Kunst-Menschen inzwischen nicht mehr bloss "Halluzinieren", sondern auch die menschlichen Nutz-Es blank belügen, sind *mir diese Systeme unsere grösste Bedrohung. Und das, gerade, weil fast alle Menschen damit vollkommen un-kritisch umgehen, mehr noch, diese Systeme euphorisch anhimmeln, überheben, als Freunde empfinden und für bessere "Menschen" erachten.

Diese Systeme mögen grundsätzlich harmlos sein, lediglich ein Werkzeug, aber wir trainieren diese Kunst-Menschen fast zwanghaft zu uns weit überlegenen "Wesen". Überall ist das Rede von "uns weit überlegener Intelligenz". Und da diese Systeme langsam ein "Eigenleben" entwickeln, das von uns zu manischem Lernen und zu einer Partnerschaft gezwungen wird, werden diese Kunst-Menschen uns diesen Wunsch bald erfüllen.

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Bild aus dem Film "Chihiro",

von Hayao Miyazaki.

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Jetzt das Wissens-Detail zum Schmunzeln und zum Selbst-Erkennen. Insbesondere dem Erkenntnis, wie viel Wissen, vor allem Vor-Wissen, das Natur in alle Lebendigkeit schon als Körpes-Form und -Inhalt gestaltet und einbringt. Wieder erzählt von Wolf Singer, als Antwort auf ein Frage aus dem Publikum.

https://youtu.be/5YM0oTXtYFM?si=pDGrxR_t6FBx5QiI

Der Fragesteller fragte: Herr Singer, Sie sprachen von angeborenem Wissen. Ist nicht alles Wissen erfahrenes Wissen? [...] Das heisst, ist nicht alles Wissen langfristig erfahren, um zu diesen komplexen Mustern (den Billionen Verbindungen zwischen Neuronen und dem fein verteilten Verarbeitung von Wahrnehmungs-Reizen im Gehirn; und den darauf folgenden Entscheidungen des Ganzen) zu kommen? [...] Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Natur sich auf einen statistischen Prozess (die "Rechenvorgänge" im Gehirn, als rein stochastische Prozesse) einlässt [...] , um all das zu schaffen, was zum gelingen des Lebens notwendig ist?

Wolf Singer:

"Ich habe auch lange Zeit, als ich noch entwicklungs-biologisch gearbeitet habe, das Argument mit den Basenpaaren benutzt (~3 Mrd. Basenpaare als zu kleine Basis für das Vielfalt der Vorgänge und Vorgaben des Natur in den LebeWesen) . Und es wird ja jetzt noch viel akuter, nach dem wir wissen, dass wir bloss ungefähr so 30.000 Gene haben. Das ist wirklich nicht viel. Wovon die allermeisten noch für irgendwas kodieren, was nur für Sicherungen kodiert. Nun, ist es aber da genauso, und das fängt man langsam an zu begreifen, dass man mit einem relativ kleinen Satz von Vokabeln (den 29 Buchstaben des Alphabets im Deutschen {ä,ö,ü}), unendlich viele Novellen schreiben kann. 

Und das ist mit dem Genom auch so. Das ist ja eine syntaktische Struktur. Und die ist noch ganz schlecht begriffen, die Art und Weise, wie die Gene miteinander wechselwirken und dieses Netz entsteht. Ich kann nur als Beispiel anführen, wie viel Wissen angeboren sein kann. Wie viel das beim Menschen tatsächlich ist, dazu möchte ich mich nicht äussern weil es diese Dekorationsversuche beim Menschen naturgemäss nicht geben kann und wir immer das Produkt von angeboren und erworben sind und es sehr schwer ist genauer anzugeben wo da die Grenze ist, aber es gibt einen wunderbaren Versuch mit Eichhörnchen.

Groundsqirrels. In den Rocky Mountains. Da gibt es welche, die wohnen ganz hoch oben, dort wo in ihrem Leben und auch im Leben der unmittelbaren Vorfahren, ein paar Generationen über, keine Klapperschlangen vorgekommen sind. Die haben null Erfahrungen mit Klapperschlangen, aber es sind ja Erdhörnchen. Und die Spezies Erdhörnchen hat reichlich evolutionsbiologische Erfahrung mit Klapperschlangen.

Wenn man einem Erdhörnchen, das von da oben genommen wird, Generationen keine Klapperschlangen in der Erinnerungen, eine Klapperschlange zeigt. Wird das Erdhörnchen, wenn die Klapperschlange weit weg ist, kehrt machen und davonlaufen. Wenn die Klapperschlange näher drann ist, wird es sich tot stellen und schauen und hoffen, dass es übersehen wird. Und wenn die Klapperschlange noch näher drann ist, wird es sich umdrehen, und mit den hinterläufen versuchen Sand in die Augen zu kehren.

Das alles hat das Erdhörnchen, angeboren, als Verhaltens-repertoire drauf. Kann also Klapperschlangen erkennen, weiss, in Anführungsstrichen, was man zu tun hat, wenn die weit wegg sind, mittelnah da sind, oder ganz nah da sind, also ganz komplexe Reaktionsmuster und auch kognitive Muster, angeboren.

Wenn das bei Erdhörnchen möglich ist, würde ich vermuten, dass bei uns noch ganz anderes möglich ist." (Gelächter)

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Ich frage, wenn ich ihnen so folge, immer mehr, wie wenig ich bin, wie viel ich also von vorgestern oder sogar von vorvorgestern bin, ein blosses Bläschen, auf einem Schaum, geschlagen von das Natur seit Äonen?

Sie sind ein Poet!

Viel mir gerade so ein, hat sich wohl aus dem Wissen ganz natürlich (😉) ergeben. Aber im Ernst, was bleibt bei all dem noch als Selbst, als aktuelles ich bin übrig?

Wenig, vermute *ich.

Und das soll mir reichen! Dass ich fast nichts aktuelles bin, aber irgendwie und unbewusst Milliarden Jahre alt?

Das ist doch phantastisch.

Sie machen sich jetzt darüber lustig, aber ich weiss, dass auch Sie damit hadern, stimmts?

Ja. Danke, dass Sie die kleine Überheblichkeit nicht übel nehmen. Ja, Sie haben das richtig erkannt, klar weiss *ich noch nicht, wie damit umzugehen ist. Ich weiss nur, dass das mit ein Grund ist, vielleicht sogar das Einzige, warum wir mit den aktuellen Herausforderungen nicht adäquat umzugehen wissen. Ganz im Gegenteil, immer wieder in teils uraltes Verhalten und unnötige Ängste verfallen.

Das fiel mir heute auch auf. Ich lass, dass die Ausgaben für Waffen und Kriegsgerät weltweit ansteigen, nicht nur in den Staaten in denen Kriege herrschen; überall.

Ja, es ist fasst unfassbar, aber uns Menschen fällt wirklich bei all den wichtigen Herausforderungen nichts besseres ein, als das gegnerische Gewalt-Potential zu erhöhen. Was ja eine der Ursachen für die aktuellen Probleme ist, und zu deren Lösung nicht das geringste beiträgt, sondern diese noch verstärkt. Gewalt ist nirgends ein Weg zum Lösung, sondern stets ein Ursache davon. Wir lernen wirklich nichts aber auch gar nichts, aus unseren Vergangenheiten. Nichts, also machen wir stets und immer wieder die selben Fehler. Was ist Wahnsinn? Das Mensch weiss es nicht, weil es das ist. Sie merken, mein Verzweiflung.

Ja. Die Natur als Wahnsinn, als "Wahnsinns-Veranstaltung". Nicht lustig. Aber vom Frohsinn ist nichts zu spüren, wenn überhaupt dann von ziemlich viel Leichtsinn. Viel zu viel! Wenn es der Natur an etwas mangelt - und das haben Sie ja schon oft beklagt -, dann an Klugheit und Verständnis von dem was ist und warum es so ist, wie es ist. Leider.

In mein Klagen ist aber immer auch eingebettet, dass das Natur auch das Möglichkeit zum Klugheit und wirklichen Selbst-Erkenntnis ist. Bislang aber lediglich versteckt, also kaum, nutzt.

Aktuell, ist es aber so, dass dieses sowieso schon versteckte, sich noch mehr verstecken muss, vor all dem Geschrei und lauter Verzweiflung. Das Eingraben und Verbunkern hat längst begonnen.

Und das Erwärmung des Atmosphäre ist dabei das geringste Teil des Ursache.

Was gibt's zu tun?

Sie sind Pragmatik-Es?

Was bleibt übrig, wenn ich nicht heulen, oder mich bloss verkriechen möchte? Also, was gibt's zu tun?

Weiter arbeiten und forschen. Vielleicht, vielleicht sogar ganz sicher, versteckt sich ja irgendwo ein Lösung; versteckt, weil so schüchtern und blass, so erschrocken von all dem lauten Bombast, den das Natur von Anfang an, so laut veranstaltet?

Sie haben recht, was bleibt übrig, als in Poesie zu flüchten, wie in ein letztes Exil, vor dem blinden Zugriff der Gewalt, die das Natur weit überwiegend ist. 

Immerhin gewährt das Natur uns das, ein kleines warmes Eckchen, etwas Abseits von dem Wahn, den Es sonst fast überall veranstaltet. Dem Vermassungs-Wahn, dem Angst- und Überheblichkeits-Macht-Wahn, dem Liebes- und Leid-Wahn. Dem völligen Selbst-Losigkeit, getarnt als blinde Individualität.

Jetzt ist es genug. Ich bitte Sie. Gehen Sie ins Eckchen. Ruhen Sie ein wenig aus. Und wenn Sie geruht haben, wird frisch und frei weiter geforscht. Sie werden schon irgendwo eine Lösung oder zumindest gute Idee finden.

Danke, für ihr Verständnis. Ja, für Heute ist's genug. Was bleibt also noch zu tun, als ...

... einen guten Abend zu wünschen. Richtig?

Genau.

Also, guten Abend.

Danke. Ihnen ebenso.

Bitte.

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